Anti-Atom-Aktionshinweis für nächstes Wochenende:
Wer sich engagieren will für einen Atomkraft-freien Welt, der kann dies auch mit der Umweltgewerkschaft tun: Am kommenden Wochenende (18.+19. Februar) findet eine Bündnis-Aktion gegen Urantransporte statt. (urantransport.de/aktuelles/). Mehr dazu befindet sich am Ende des Artikels

Beunruhigende Meldungen gingen seit dem 09. Februar diesen Jahres durch die Medien. Die Überschrift “Explosion in französischem Atomkraftwerk“ ließ viele zusammenzucken. Es sei keine radioaktive Strahlung aus dem AKW Flamanville im Norden Frankreichs ausgetreten, hieß es.

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Doch bei schon so mancher Reaktorkatastrophe wurden die Ausmaße zunächst klein gekocht, bevor tatsächliche Geschehnisse durchsickerten. Erst im März 2016 wurde z.B. bekannt, dass der Störfall vom Frühling 2014 im französischen AKW Fessenheim gravierend war und bewusst heruntergespielt wurde. Wer sich dessen bewusst ist, kam auch diesmal nicht umhin, die Windrichtung zu recherchieren, in der eine mögliche Strahlung nach der Explosion geweht wäre.

Eine Turbine sei explodiert. Auch wenn die Explosion im nicht nuklearen Teil des AKWs stattfand, hätte sie sich auf diesen auswirken können. Nur knapp sind wir wieder einmal vorbeigeschrammt am großen Unglück.

Nur wenige Tage vorher kursierte eine weniger beachtete Katastrophenmeldung: in der Nacht auf den 1. Februar wütete im französischen AKW Cattenom ein Brand, zu dem 50 Feuerwehrleute ausrücken mussten. Es zerstörte immerhin 1000 m² des Betriebsareals.

Eine Woche zuvor fiel im AKW Grohnde einer von vier Strängen einer elektronischen Baugruppe aus, während ein anderer sich in Wartung befand. Aus der vierfach Redundanz wurde so eine zweifach Redundanz. Nun wird diskutiert, ob der Reaktor hätte heruntergefahren werden müssen.

Jeder Unfall und noch so kleine Störfall in einem AKW ist beunruhigend. Denn Störfälle allenorts sind ein direktes Ergebnis der Altersschwäche der Reaktoren. Die Regelmäßigkeit der Störfälle führt uns deutlich die Anfälligkeit und das damit verbundene Risiko vor Augen. Doch gerade die Pannenreaktoren in Frankreich haben noch lange nicht ausgedient. 2025 sollen einige wenige von ihnen heruntergefahren werden. Das ist uns zu wenig und zu spät.

Ein Blick nach Fukushima reicht, um uns die Folgen einer Atom Katastrophe ins Gedächtnis zu rufen. Denn auch aus diesem bereits havarierten AKW reißen aktuelle Schreckensmeldungen nicht ab. Dieser Tage wurden dort mit 650 Sievert pro Stunde die höchsten Strahlenwerte seit der Katastrophe selbst gemessen. Ein Wert, der einen Menschen binnen Sekunden töten würde. Selbst Technik macht unter diesen Bedingungen schlapp. Die Kamera des Meßroboters schaffte es gerade einmal 2 Stunden, bevor sie den Geist aufgab. 2 Stunden, denen Jahrzehnte, oder gar Jahrhunderte, des Rückbaus folgen werden.

Unzählige Opfer haben die bisherigen Reaktorunfälle bereits gekostet. Natur und Mensch sind gleichermaßen betroffen. Und nicht nur riesige Regionen sind verstrahlt. Fukushima ergießt sich immer noch ins Meer und verteilt sich in allen Weltmeeren. Auch die “natürliche“ Hintergrundstrahlung steigt mit jedem Reaktorunfall weltweit an. Viele Studien weisen bereits einen Zusammenhang zwischen zunehmenden Krebserkrankungen in Regionen mit erhöhter Hintergrundstrahlung nach.

Die atomare Bedrohung ist und bleibt für uns allgegenwärtig. Deshalb fordert die Umweltgewerkschaft ein sofortiges Abschalten aller Atomanlagen und ein Abrüsten aller nuklear belasteten Waffen weltweit!*

Wer sich engagieren will für eine Atomkraft-freie Welt, der kann dies auch mit der Umweltgewerkschaft tun:
Am kommenden Wochenende (18.+19. Februar) findet eine Bündnis-Aktion gegen Urantransporte statt:
( urantransport.de/aktuelles/ ). Am Samstag von Kiel nach Trier und am Sonntag von Trier nach Gronau zeichnet der Protestzug das reale Gefährdungspotenzial der Urantransporte nach (genauer Fahrplan mit Ankunfts- und Abfahrtszeiten unter urantransport.de/aktionstage/aktionsfahrt/aktionsfahrt-2017-fahrplan/).

Ob mit an Bord des Zuges für eine bestimmte Strecke oder bei einer der zahlreichen Aktivitäten an den Haltepunkten - überall sind Umweltaktivist*innen gefragt.

Die Hamburger Regionalgruppe der Umweltgewerkschaft wird mit zwei Menschen auf der gesamten Strecke dabei sein. In NRW will sich die Umweltgewerkschaft schwerpunktmäßig bei dem Halt in Duisburg (19.02.) und dem Halt in Münster (18.02.) beteiligen.

Samstag (18.02.) hält der Protestzug um 13:55 Uhr in Münster und fährt dort weiter um 15:34 Uhr.
Treffpunkt ist vor dem Bahnhof gegen 13:45 Uhr.
Von 14-15:30 Uhr findet dort am Bremer Platz (Haupteingang) auch eine Mahnwache statt.

Am Sonntag (19.02.) kommt der Protestzug um 13:18 Uhr in Duisburg an und die Umweltaktivist*innen fahren weiter um 14:27 Uhr - Zeit genug, um für ein bisschen Aufmerksamkeit zu sorgen, sich mit anderen Umweltbewegten zu verbinden. Treffpunkt ist vor dem Bahnhof (Haupteingang, Richtung Innenstadt) gegen 13 Uhr.

Bis dahin,
Jana Ballenthien für den Bundesvorstand der Umweltgewerkschaft


*(Neben einer selbstverständlichen Forderung nach einer entmilitarisierten Weltgemeinschaft, aber das ist ein anderes Thema.)

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