Das Leben ist einmalig auf unserem Planeten!
Wir werden seine mutwillige Zerstörung nicht zulassen!

Bis 2016 gab es sage und schreibe 22 „Weltklimakonferenzen“. Jedesmal trafen sich tausende Regierungsvertreter fast aller Länder der Erde. Das Ergebnis ist dürftig: Die Klimakrise („globale Erwärmung“) beschleunigt sich! Trotzdem ist auch die 23. Konferenz („COP23“), die von 6. bis 18. November in Deutschland (Bonn) stattfindet, als weitere „Veranstaltungen zur Volksberuhigung“ ohne verbindliche Ergebnisse geplant.
In krassem Gegensatz dazu steht die objektive Entwicklung:

Das Klimasystem der Erde droht in absehbarer Zeit lebensfeindlich umzukippen!

Was sind die wesentlichsten Punkte:


1.  Rasche Erwärmung der unteren Atmosphäre und der Meere. Die Geschwindigkeit dieser Erwärmung verläuft um ein Vielfaches schneller als die natürlich bedingten Klimaschwankungen in der Erdgeschichte.
2.  Hauptursache der unnatürlichen Erderwärmung ist der steigende Treibhauseffekt durch die Treibhausgase Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Lachgas (N2O), Fluorkohlenwasserstoff (FKW). Vier Faktoren spielen dafür die Hauptrolle: Verbrennung fossiler Rohstoffe in gigantischem Ausmaß durch Kraftwerke und Verkehr, Regenwaldvernichtung, Zementproduktion, Intensivlandwirtschaft. Zunehmend gewinnen die dadurch verursachten Rückkopplungen an Bedeutung.
3.  Der Anstieg des Kohlendioxid-Ausstosses ist das größte Problem. Der CO2-Anteil in der Atmosphäre ist von 280ppm zu Beginn der kapitalistischen Produktionsweise auf 407ppm gestiegen. Es ist der höchste Wert seit mindestens 400.000 Jahren. Er steigt weiter beschleunigt um 2 bis 3 ppm pro Jahr.
4.  Die Erderwärmung führt zum Abschmelzen der Eismassen an den Polen, auf Grönland und der Gebirgs-Gletscher. Ein Drittel der Meereisbedeckung am Nordpol ist schon verschwunden. Statt hellem Eis, das die Sonnenstrahlen reflektiert, nun dunkles Wasser, das die Sonnenstrahlen aufnimmt. Das Wasser erwärmt sich und beschleunigt den Schmelzprozess des restlichen Eises zusätzlich - einer der folgenschweren Rückkopplungseffekte. Damit beschleunigt sich auch der Anstieg des Meeresspiegels.
5.  In manchen Regionen (Sibirien, Grönland) hat sich die Durchschnittstemperatur schon um 4 bis 6 Grad C erhöht. Das dort begonnene Auftauen der Permafrostböden setzt zusätzlich riesige Mengen des Treibhausgases Methan frei, was wiederum die Erderwärmung antreibt – ein weiterer Rückkopplungseffekt ist damit in Gang gesetzt.
6.  Zusätzliche Wärme in der Atmosphäre bedeutet zusätzliche Energie: eine wachsende Zerstörungsgewalt regionaler Wetterextreme ist zu beobachten und bedrängt die Menschen weltweit („Jahrhundertfluten“, „Jahrhundertdürren“, Extremhitzewellen, immer stärkere Stürme...). In einigen Regionen wird das Leben unmöglich; Menschen sterben am Hitzetod, verdursten und verhungern.
7.  Die Erwärmung der Atmosphäre wird bisher noch durch die Erwärmung der Ozeane abgepuffert. Ebenso löst sich bisher ein großer Teil des zusätzlichen CO² im Meerwasser. Dies hat jedoch bereits zu einer deutlichen Übersäuerung des Oberflächenwassers geführt. Beide Prozesse beeinträchtigen die Nahrungskette im Meer und untergraben eine zentrale Ernährungsgrundlage der Menschheit.
8.  Die Summe aus Erwärmung der Atmosphäre, der Meere und dem Abschmelzen der Eismassen führt zu einer Veränderung der globalen Luft- und Meeresströmungen. Ungewöhnlich lange „stehen bleibende“ Luftmassen sind eine Haupt-Ursache von großflächigen Wetterkatastrophen.
9.  Viele weitere Wechselwirkungen zwischen der Erderwärmung und anderen Prozessen sind noch wenig erforscht, etwa die zur Zerstörung der Ozonschicht. Diese Problematik ist aufgrund millionenfacher FCKW-Altgeräte, „weniger Ozon-schädlichen“ Neuanlagen sowie der fortgesetzter Chlorchemie-Massenproduktion nach wie vor äußerst akut.
10. Das zentrale, von vielen unterschätzte Problem bilden Kipp-Punkte.  Erreicht der globale Erwärmungsprozess diesen Punkt, kippt das Klima sprunghaft und unter katastrophalen Begleitumständen um, bis ein neues Gleichgewicht erreicht ist. Ob danach noch menschliches Leben auf unserem Planeten möglich ist, ist fraglich. Sicher ist jedoch, dass nach einer solche globalen Klimakatastrophe die Welt, wie wir sie heute kennen, nicht mehr existiert.
11. Um eine globale Klimakatastrophe abzuwenden muss unsere ganze, vom kapitalistischen Profitprinzip geprägte Art und Weise zu produzieren, zu konsumieren und zu leben, grundlegend verändert werden. Deshalb muss der Protest gegen die Klimakiller auch alle anderen Protestbewegungen gegen Umweltzerstörungen, Gesundheitsbelastungen, Lohn- und Sozialabbau und Arbeitsplatzvernichtung aufnehmen. Ebenso die Proteste gegen die zunehmende Kriegsgefahr sowie die Solidaritäts-Bewegungen zum Schutz der Flüchtlinge, gegen rassistische, nationalistische oder religiöse Spaltung, und zur Förderung fortschrittlicher demokratischer Bestrebungen in den Krisengebieten.
12. Die Hauptverursacher*innen der drohenden Klimakatastrophe sitzen in Konzernzentralen, Banken und Regierungen. Argumente können sie nicht überzeugen, das zeigen 22 erfolglose Weltklimakonferenzen. Im Gegenteil: Von ihnen massiv geförderte „Klimaskeptiker“ und Greenwashing“-Projekte sollen die Klimaschutzbewegung verunsichern und klein halten. Eine weltweite Widerstandsbewegung von Millionen von Menschen muss dagegen eine sofortige grundlegende Richtungsänderung erzwingen, bevor es zu spät ist. Die Zusammenarbeit der Klimaschutzbewegung mit der Arbeiter*innen- und Gewerkschaftsbewegung spielt dabei eine besonders wichtige Rolle.
13. Um das Weltklima allerdings dauerhaft wieder zu stabilisieren und die Schäden so weit überhaupt möglich wieder rückgängig zu machen, ist „eine gesellschaftliche Alternative, in der die Einheit von Mensch und Natur verwirklicht wird“, unabdingbar. (Programm der Umweltgewerkschaft).

 

Vor diesem Hintergrund ruft die Umweltgewerkschaft zu bundesweiten Protesten gegen die 23. Weltklimakonferenz auf, mit dem Höhepunkt einer Massendemonstration am Samstag, den 11. November 2017 in Bonn.

Unsere klimapolitischen Hauptforderungen sind in unserem Programm dargelegt
(siehe im Internet unter www.umweltgewerkschaft.org). Im Mittelpunkt steht dabei:

* Drastische Sofortmaßnahmen für den Klimaschutz!
* Der Ausstoß von CO2 und anderen Treibhausgasen muss radikal reduziert werden!
* Rasche und vollständige Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien!

Bundesvorstand der Umweltgewerkschaft
Berlin, den 31.5. 2017