Am Samstag, den 18.2.17 fand auf dem belebten Braunschweiger Kohlmarkt die Protestkundgebung gegen die Profiteure und Umweltverbrecher der VW Krise statt. Rund 50  Teilnehmer*innen und viele Passanten verfolgten die Diskussion am offenen Mikrofon.
Aufgerufen hatte das Braunschweiger VW-Widerstandskomitee und das internationalistische Bündnis. Es beteiligten sich auch die Umweltgewerkschaft, Kollegen von Daimler und Airbus aus Hamburg und Bremen, Rebell und MLPD, sowie die Opelaner von „Offensiv“, die extra aus Bochum angereist waren.

In verschiedenen Beiträgen wurde die ganze Dimension des Abgasbetrugs, der Verwicklung der staatlichen Behörden bis hin zur Bundeskanzlerin, aber auch der rechten Gewerkschaftsführung offen gelegt. Umweltaktivist*innen entlarvten dabei zum einen, wie sehr die Auswirkungen der Stickoxide auf Mensch und Natur durch Medien und den VW-Konzern verharmlost werden. Sie zeigten auch auf, daß es eine Illusion ist, dass die Autoindustrie mit Elektroautos zum Heilsbringer des Umweltschutzes werden könne.

Einig war man sich in der Losung, „Die Profiteure und Verursacher des VW Betrugs müssen mit ihrem Privatvermögen haften!“ und darin, dass die Arbeiter*innen ihre Arbeitsplätze nur im gemeinsamen Kampf gegen VW verteidigen können.

Im Anschluss fand die Diskussionsveranstaltung „Was wir vom Kampf der Opelaner für den Kampf um unsere Zukunft lernen können“ statt. Über 50 Teilnehmer*innen hatten sich dazu in der Brunsviga versammelt.

„Allein die Vielfältigkeit der Teilnehmer an der heutigen Veranstaltung zeigt die gesellschaftliche Dimension der kriminellen Machenschaften von VW und aller anderen Automobilkonzerne. Es gibt niemanden, der nicht auf irgendeine Weise davon betroffen ist.“, so der Einleitungsbeitrag des VW-Komitees.

Eindrucksvoll schilderten die Opelaner, wie sie zehn Jahre erfolgreich die Schließung ihres Werks verhinderten, und auch nach der Schließung 2014 „die Fackel weiter tragen“. Dass ein Streik nicht spontan losbricht, sondern lange vorbereitet werden muss, und welche Rolle der Zusammenhalt unter den Kolleg*innen und ihren Familien spielt, waren wichtige Punkte. Aber auch, dass man mit der Angst vor Repressalien, Mobbing und antikommunistischen Angriffen offen umgehen und die Unterdrücker öffentlich angreifen muss, wurde diskutiert. Am deutlichsten wurde, dass die Arbeiter*innen, wenn sie sich einig sind und kämpfen, nicht alleine da stehen. Sie können sich der Solidarität und Unterstützung der anderen Belegschaften und der  fortschrittlichen Bewegungen sicher sein.
Es war eine sehr bewegende und Mut machende Veranstaltung, die sicher viele von uns ins Nachdenken gebracht hat.