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Information,

  • ___Polnischer Frühling___

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    Zeichenkurs in Polen

    Vom 28.04. bis 08.05.2019 fand bei Mielno der diesjährige Frühjahrs- Zeichenkurs der Künstlergruppe Silesia-Tak-Art statt. Seit 2001 nehme ich an diesem Kurs bereits teil. Ich zeichnete dieses Mal einen Fischer im offenen Boot, der ein Netz einholt, in dem sich wenig Fisch, dafür mehr Müll befindet. Den dargestellten Müll sammelte ich vom Ostseestrand bei Mielno. Der Strand ist so weitläufig und schön, noch nicht so überlaufen, doch Meter für Meter findet man den Abfall unserer Gesellschaft im Ufersaum. Die Landzunge zwischen dem See Jamno und dem Ostseeufer wird leider zudem mit Hotels und Ferienanlagen verbaut.  Die Bürger Mielnos und seiner Umgebung erreichte erst 2016 den Stopp des Baus des geplanten Atomkraftwerkes am See Jamno, an dessen Ufer Mielno liegt. Bei der Abschlussausstellung erlebte ich dann, wie auch das Thema Müll im Meer die Gemüter beschäftigt. Das Meer kennt keine Grenzen.

    Suse aus Stralsund

  • Bildungsreihe

               UWG Treffen Bildungsreihe 2
       

  • Chemnitz: Globaler Klimastreik am 24.9.2021

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    Mitglieder und Unterstützer der Umweltgewerkschaft demonstrieren im Zentrum. Insgesamt gingen etwa 1000 Menschen für Umwelt-und Klimaschutz auf die Straße.

     

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    Die Hauptkundgebung fand vor dem Karl-Marx-Monument mit Konzert und Infoständen statt.

     

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    Bürger, Anhänger von Fridays-, Parents-, Scientists-for-Future, der Umweltgewerkschaft und anderen Umweltschutzorganisationen sowie von Parteien setzten ein Zeichen für ein gemeinsames Ziel. Die Veranstaltung ging von 13:00 bis etwa 21:00.

  • Dem Tod auf der Spur

    Süddeutsche Zeitung vom 20.03.2020

     

    Aus dem Artikel 'Dem Tod auf der Spur'

     

    ... Trotzdem fragen sich die Italiener natürlich, warum es gerade sie zuerst und so stark traf. Auch dazu gibt es viele Thesen und Erzählungen, die vielleicht nur solange Bestandhaben, bis Vergleichswerte aus anderen Ländern vorliegen.

    Grund eins ist demografisch: Italiens Bevölkerung gehört zu den betagtesten der Welt, das Durchschnittsalter liegt bei 46,3 Jahren. 21 Millionen Italiener sind über 65 Jahre alt.

    Grubd zwei: Das Epizentrum der Ausbreitung umfasst jene drei Regionen im Norden, alle in der Po - Ebene, die das wirtschaftliche und industrielle Herz des Landes bilden, die Lmmbardei, Venetien und die Emilia - Romagne. Nirgendwo in Europa ist die Luftverschmutzung grösser. Viele ältere Bewohner leiden an Atemwegsbeschwerden. Und die Bevölkerungsdichte ist hoch: Ungefähr 40 Prozent der Italiener leben dort. Ein gefährlicher Mix. Zoomt man in die besonders betroffenen Gebiete näher hèran, rücken die Städte Lodi, Brescia und Bergamo ins Zentrum, letztere kämpfen mit schwindenden Kräften gegen die Katastrophe.....

  • Ein Investor macht Kleinholz/ Stralsund

    Die Abholzung des Andershofer Wäldchens und die Begleitumstände dazu:

     Ein Investor macht Kleinholz

    ... und die Stadtverwaltung hilft ihm dabei mit "grünen" Argumenten

     Wer hätte nicht die Debatte um den Verkauf des Andershofer Wäldchens mitbekommen? Zwar steht das Wäldchen noch, aber es ist wohl ohne Wenn und Aber dem Untergang geweiht. Dann kreischen die Sägen, Holz splittert, Baumstämme fallen krachend zu Boden. Hier macht ein Investor Kleinholz - und füllt sich die Taschen.

     Ein modernes Sittengemälde

    Fred Muhsal heißt er, hat schon viele schöne Stellen mit Beton verziert und wird hinsichtlich der Rodung des Andershofer Wäldchens freundlich unterstützt von Stralsunds Oberbürgermeister Dr. Alexander Badrow (CDU) und M-V's Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Till Backhaus (SPD). Unter anderem soll ein Supermarkt mit Parkplatz entstehen. Eine interessante Arabeske auf diesem modernen Sittengemälde ist die Tatsache, dass die Frau von Oberbürgermeister Dr. Badrow mit dem Investor Muhsal geschäftlich verbandelt ist und auf dem abgeholzten Gelände ein Seniorenheim bauen möchte - als habe Stralsund nicht bereits genug davon. Die LINKE stimmte in der Bürgerschaft gegen das Projekt, doch das Kapital brach sich Bahn.

     "Eingriffsausgleichsregelung"

    Wie schön ist es da, mit Förster Cornell Kuithan vom Forstamt Rügen im Jeep über die Plattenwege der Insel Ummanz zu brausen und sich an der dortigen Natur zu erfreuen. Förster Kuithan erzählt, dass die Hansestadt Stralsund hier auf Ummanz ihre Ausgleichsflächen betreibt, die er jahrelang betreut hat. Maßnahmen wie die Abholzung des Andershofer Wäldchens sind nämlich an Ersatzpflanzungen gebunden. Das Verfahren nennt sich "Eingriffsausgleichsregelung" und ist, wie der sperrige Name vermuten lässt, ein komplizierter Prozess, der trotzdem seine Hintertürchen kennt. Schon lange bevor die Rede davon war, das Andershofer Wäldchen zu versilbern, hat die Stadtverwaltung mit Ausgleichspflanzungen auf Ummanz begonnen, um im Falle eines Falles entsprechende Umweltpunkte vorweisen zu können. Diese Ausgleichspflanzungen sind so großzügig dimensioniert, dass sie noch für weitere Rodungen auf Stadtgebiet herhalten können. Man plant das, was man "Stadtentwicklung" nennt, von langer Hand im Voraus. Ob die Stadt von dieser Art "Entwicklung" lebenswerter wird, darf hinterfragt werden.

     Feigenblättchen

    Auf der Fahrt mit Förster Kuithan sieht man die Setzlinge. Hier wachsen sozusagen die Feigenblättchen für die "Stadtentwicklung". Teils stehen da Erlen von Armesdicke auf einer Moorfläche, teils ragen daumesdicke Bäumchen weithin aus dem Grasland (Bild 1), von dem Förster Kuithan sagt, es sei früher biologisch tot gewesen wie ein Golfrasen oder eine Mais-Monokultur.

     Also alles in Butter? Nein, gar nichts in Butter, meint Finn Viehberg vom NABU. Zwar werden bei Aufforstungen neue Bäumchen üblicherweise im Abstand von ca. einem Meter gepflanzt (Bild 2), so auch auf Ummanz.  Später brauchen die gewachsenen Bäume jedoch mindestens zehn Meter Abstand, was bedeutet, dass etwa 90% der Setzlinge dieses Alter durch Ausholzen, Absterben oder Wildverbiss nicht erreichen werden. Trotzdem prahlt die Stadt mit einer hohen Zahl von Stecklingen.

     Für großflächige Waldmehrung ungeeignet

    Eine ältere "Waldmehrungskarte" des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie gibt dem Osten der Insel Ummanz das Prädikat "für großflächige Waldmehrung ungeeignet". Genau dort befinden sich aber die Stralsunder Ausgleichsflächen!

     Und genau dort befinden sich ausgedehnte Moore, die durch "Meliorationsmaßnahmen" der DDR entwässert wurden. Georg Nikelski von der Ostseestiftung hält eine Aufforstung auf entwässerten Moorflächen für massiv klimaschädlich, denn trocken gelegte Moore gasen CO2 aus. Wenn man sie mit Bäumen bepflanzt, geht durch den Wasserbedarf noch mehr Feuchtigkeit verloren, so dass sich der Ausstoß von Klimagasen erhöht. Hinter den Stralsunder Anpflanzungen erscheint demnach ein weiteres, dickes Fragezeichen. Man hat zwar neuerdings Maßnahmen zur Wiederbefeuchtung eingeleitet. Manche Meliorationsgräben wurden zugeschüttet, ein anderer durch eine Steinschwelle aufgestaut (Bild 3), um den Wasserabfluss zu bremsen. Angesichts des Klimawandels ist es aber fraglich, ob das ausreicht.

     Viele offene Fragen

    Bei den Umweltverbänden bestehen ernsthafte Zweifel daran. Man befürwortet daher einen Durchstich des Hauptdeiches, um die fraglichen Flächen bei Hochwasser gezielt überfluten zu lassen. Das Umweltministerium denkt in die gleiche Richtung. Stralsunds Ausgleichspflanzungen auf solchen Flächen wären verloren, und mit ihnen die Steuergelder, die dafür aufgebracht wurden - genauso wie die schönen Märchen vom verlustfreien Abholzen des Andershofer Wäldchens.

     Es wäre im Einzelnen also zu klären

     

    - warum die Stadt mit hohen Zahlen von Stecklingen prahlt, obwohl klar ist, dass die meisten

      von ihnen nicht alt werden

    - warum auf die Aussagen der "Waldmehrungskarte" des Landesamtes für Umwelt,

      Naturschutz und Geologie bei der Bepflanzung keine Rücksicht genommen wurde

    - welcher Anteil der Ausgleichsflächen auf trocken gelegten Moorflächen vorgenommen

      wurde und in welchem Befeuchtungszustand sich diese jetzt befinden

    - welcher Anteil der Ausgleichsflächen bei Deichöffnung von einer Überflutung betroffen

      wäre, z. B. weil er unter dem Meeresspiegel liegt.

     Steuergelder in den Sand gesetzt?

    Schon jetzt kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass namhafte Beträge an Steuergeldern in den Sand gesetzt wurden. Sicher ist das nicht Förster Kuithans Schuld, der keine Entscheidungsbefugnis hatte. Doch selbst wenn diese Ausgleichspflanzungen die wahre ökologische Wonne wären: Was nützen die schönsten Bäume auf einer fernen Insel, wenn in der Stadt immer weniger davon stehen? In der Stadt, wo sie doch als grüne Lunge und Erholungsraum am dringendsten gebraucht werden? Aber wenn ein Herr Muhsal bauen will, stehen alle stramm und finden hilfreiche Argumente.

     Ein interessantes Narrativ

    Um diesem Filz von Vetternwirtschaft die Krone aufzusetzen, hält sich hartnäckig ein Narrativ, dessen Wahrheitsgehalt keiner beweisen kann, das aber wunderbar in diese politische Landschaft passt: Die Hansestadt Stralsund besitzt auch im Nordwesten von Ummanz ein größeres Areal, und das könnte sie mit stattlichem Gewinn - vielleicht wieder unter Beteiligung eines rührigen Investors - in ein schickes Touristik-Ressort umwandeln. Da war es doch clever, die üppig dimensionierten Ausgleichspflanzungen im Osten der Insel anzulegen, denn sie könnten diesen Plänen für den Nordwesten sonst eines Tages im Wege stehen.

     All das wird mit Umweltargumenten schöngeredet. "Greenwashing" nennt man das auf Neudeutsch, wobei das noch zu harmlos klingt. Dass man den Bürgern blauen - besser gesagt: grünen Dunst vormacht, ist ärgerlich.

     

    Klaus Kleinmann/ Stralsund/ Linke Brise

    PS: Ich war mit Klaus unterwegs für diese Recherche und bestätige seine Aussagen. Der Raub an Lebensraum von Pflanzen und Tieren ist Raubbau an Lebensraum an uns selbst. Es gibt in Stralsund gute Ideen für Stadtbegrünung und Flächenumnutzungen. Doch die benötigen zur Umsetzung Zeit und Geld und sind auch langfristig nicht profitträchtig, sondern zeit- und kostenintensiv.... und nachhaltig. 

    Suse/ Stralsund

     

  • Gedanken am Denkmal

    Lenin

     

    Da steht er! Ich stehe davor!

    Gelsenkirchen, Horster Mitte.

    Ruhe überkommt mich, ein Lächeln steigt in mir auf.

    „Lernen, lernen, nochmals lerne!“ kommt mir in den Sinn.

    Er hält den Stift in der einen Hand, in der anderen Hand ein aufgeschlagenes Buch. Es verlockt mich nachzusehen, welchen Titel es trägt.

    In leichter Schrittstellung, die Schirmmütze auf dem Kopf, Jacke leger offen.

    Sein Blick ruht auf jedem Vorbeigehenden, Stehengebliebenen. Fragend, sinnend, auffordernd, eine Antwort zu finden.

    Was wirst du, was kannst du verändern, wenn du lernst, wenn du verstehst, erkennst?

    Wie wirst du dich selbst verändern, wenn du Wissen erlangst?

    Denn das ist es, was die Welt verändert, die Gesellschaft, in der wir leben und leben wollen. Es ist die Frage nach dem Bewusstsein der Menschen, ein Kampf um die Köpfe der Menschen, ein weltanschaulicher Kampf.

    Auf unsere Zeit angewandt, der weltanschauliche Kampf u.a. „zwischen dem allein herrschenden internationalen Monopolkapital und dem internationalen Proletariat“ (Stefan Engel, RW 36, S.13).

    Wenn nun die Menschen in großer Zahl das Wissen sich erarbeiten, worin die Ursachen ihrer Ausbeutung und Unterdrückung liegen, können sie diese auch beseitigen. Wenn sie begreifen, dass das kapitalistische System in allen Lebensbereichen nicht in der Lage ist, seine ureigensten Widersprüche zu lösen, was sich in fortlaufenden Krisen und deren immer beschleunigteren Verlauf äußert, werden sie den revolutionären Weg ihrer Selbstbefreiung gehen, gehen müssen.

    Oder die Menschheit wird den Weg der Barbarei, des Krieges gehen, den Untergang durch die globale Umweltkatastrophe, die ein Überleben der Menschheit nicht möglich macht.

    Ich schaue ihn an. Er ist nur ein Denkmal hier, doch hat er uns ein Wissen hinterlassen, das es gilt zu erobern und anzuwenden. Vielleicht hat er bald Gesellschaft. Der Karl wird kommen!

    Denkmäler regen zum Denken an. Wie will ich leben in meiner Zeit?

    Reibe noch schnell die Finger seiner Schreibhand.

    Das bringt Glück, mit einem Augenzwinkern!

    S./ Stralsund

    Leinin in Gelsenkirchen gesehen Foto: privat

     

  • MeckPom: Waldbrand Lübtheen

     

    Moin!

    Am 25.06.2019 wurde ein Waldbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz  bei Lübtheen gemeldet.

    Hunderte von Feuerwehreinsatzkräfte, Kräften der Forstwirtschaft und private Feuerbekämpfungsfirmen, versuchten, das Ausbreiten der betroffenen Brandflächen Einhalt zu gebieten. Erschwert wurde der Einsatz durch die in den Flamen detonierende Altlastmunition. Sicherheitsabstände von 1000 Metern wurden angeordnet, Zugangsstraßen gesperrt und polizeilich kontrolliert. Am 30.06.2019 kam dann eine behördliche Entwarnung, doch noch am selbigen Abend flammte der Brand so rasant auf, dass der Landrat, Herr Sternberg, den Katastrophenfall ausrufen musste. Somit war der Einsatz von Kräften der Bundeswehr möglich. Auch Einsatzkräfte von Feuerwehren benachbarter Bundesländer unterstützen aktiv die Brandbekämpfung, THW und DRK. nun ermittelt auch die Polizei wegen Verdacht der Brandstiftung. Vier umliegende Ortschaften mussten evakuiert werden, wobei die meisten Einwohner bei Verwandten und bekannten untergebracht werden konnten, nur wenige Menschen suchten Notunterkünfte auf. Am längsten mussten die Einwohner Alt Jabels auf die Rückkehr in ihre Wohnungen ausharren. Für das in den Ortschaften verbleibende Nutzvieh und den Haustiere, wurden zwei Mal am Tag abgesicherte Fütterungen organisiert. Am Brandherd waren zwischenzeitlich 3200 Menschen in vier Schichten pro Tag im Einsatz. Brandschneisen wurden geschaffen, in Kolonnen fuhren die Wasserwerfer diese entlang und löschten im Akkord. Vor den gefährdeten Ortschaften und dem Munitionszerlegungsbetrieb  bei Jessenitz wurden sogenannte Riegelstellungen errichtet, dh. Wasserwände und Erddämme in Feuerrichtung geschaffen. Hubschrauber entnahmen aus dem Schalsee und einem angrenzendem Freibad  Wasser und führten die Brandbekämpfung aus der Luft durch. Zum derzeitigen Erkenntnisstand, wird von bislang rund 9 Millionen Tonnen Wasser gesprochen. 

    Am 07.07.2019 konnte dann endlich der Katastrophenfall beendet werden. Die betroffenen Anwohner und Behörden des Landkreises Parchim verabschiedeten  die Einsatzkräfte herzlich.

    1200 Hektar Fläche waren durch den Brand betroffen. Auch heute noch sind Wege gesperrt, werden Glutnester beobachtet und gelöscht. Die anhaltende Trockenheit und die örtlich auftretenden starken Windböen halten die Waldbrandgefahr akut hoch.

    Ich stellte dem Landratsamt Parchim Fragen u.a. hinsichtlich der gemessenen Emissionswerte über die Region hinaus, Kosten des Einsatzes für Kräfte und Einsatztechnik, Kontrolle der Gewässerzustände nach der massiven Reduzierung des Wasservolumen, weiterführende Maßnahmen zur Verhinderung des Wiederaufflammens des Feuers und Stand der polizeilichen Ermittlungen.

    Die derzeitigen Kosten beziffern sich auf ca.22 Millionen Euro. Wer diese trägt, wurde nicht beantwortet. Denn es handelt sich bei der Brandfläche um ein Gebiet, welches unter bundesforstwirtschaftlicher Nutzung steht. Das STAUN ist mit der Ermittlung der Emissionswerte noch nicht fertig. Welche Schäden an Flora und Fauna entstanden, ermittelt noch die Bundesforstverwaltung. Die Polizei macht aus taktischen Gründen noch keine Angaben zum Stand der Ermittlungen.

    Somit heißt es noch dranbleiben. Bestätigt wurden die jeden Tag zu vernehmenden Detonationen. Sie wurden entsprechend durch die Einsatzkräfte der Einsatzleitstelle gemeldet. Weiterführende Maßnahmen jedoch, obliegen ebenfalls der Forstverwaltung des Bundes.

    Bilder hänge ich an diesen Artikel nicht ran. Sie sind gut im öffentlichen Internet zugänglich. Auch die tägliche Pressemeldung des Landrats Parchim ist auf seiner Homepage nachlesbar.

    Hoffe Euch bei guter Gesundheit!

    Suse

    Stralsund

  • Munition im Meer, Kriegsaltlasten in Nord- und Ostsee

    Beschreibung der Powerpointpräsentation: Munition in Meer

    Folie 1

    Der Mensch verändert mit seinem Sein, seinem Tun seine eigene Lebensgrundlage grundlegend. Er gestaltet seine Umwelt und zerstört sie zugleich. Doch die Umwelt ist nur in einem bestimmten Maße fähig, kurzfristig diesen Einfluss auszugleichen.

    Die Umweltschädigung hat globalen Charakter angenommen.

    Einleitung

    Ohne die Meere gäbe es den heutigen Wohlstand nicht, den Teile der Erdbevölkerung genießen.

    Mehr als 2/3 der Erde wird durch Ozeane bedeckt, sie bilden die zusammen mit den anderen ober- und unterirdischen Wassern die Hydrosphäre.

    Die Tiefen der Ozeane sind bislang weitgehend unerforscht.

    Ozeane sind reich an Ressourcen, Energien und Mineralien, liefern Nahrung für Mensch und Tier.

    Sie sind verantwortlich für das Klima und damit für das Wetter, vor allem für die Stabilität von Klimazonen.

    Sind Transportwege zwischen den Kontinenten.

    Es ist ein einzigartiges Ökosystem und global stark gefährdet.

    Hieß es früher – Freiheit der Meere- so sind es heute Überfischung, Verlust der Artenvielfalt und Meeresverschmutzung, die ein globales Handeln erfordern.

    Meer und Küsten sind Teil unserer Umwelt und bedürfen dringend unseres Schutzes, international, denn Umwelt kennt keine Grenzen.

    Zudem bestehen zwischen allen Ökosystemen Zusammenhänge und Wechselwirkungen. Schade ich eines, gefährde ich alle!

    Eine Vielzahl dieser Bedrohungen und Veränderungen sind den Menschen nicht einmal bekannt.

    In der nachfolgenden Präsentation möchte ich euch eines dieser Probleme, aus dem Bereich der Meeresverschmutzung, kurz darstellen.

    Wenn wir von Meeresverschmutzung sprechen, sind es Schlagworte, wie:

    Nitrat- und Phosphateintrag aus der industriellen Landwirtschaft (Hauptproblem vor allem für die Ostsee!)PlastikmüllChemieabfall- und SchwermetalleinträgeRadioaktivitätÖlverschmutzungMunition im MeerLärm und Schall im Wasser

    welche uns nur allzu bekannt sind seit Jahren. Keine der Schlagwortinhalte sind voneinander zu trennen. Keines existiert für sich alleine!

    Folie 2

    Erst seit 2009 gibt es kontinuierliche Untersuchungen zum Thema Munition im Meer, bis dahin erfolgten Untersuchungen nur sporadisch und Anlassbezogen.

    2011 wurde erstmals ein Bericht über die Munitionsbelastung in den deutschen Meeresgewässern vorgelegt. Er entstand im Expertenkreis Munition im Meer, BLANCO genannt, und umfasste ca.1000 Seiten!

    Dieser Bericht wird nun jährlich aktualisiert.

    Woher kommt diese Munitionslast im Meer?

    In 2 Weltkriegen wurden bis zu deren Ende mit großem Profit und völkervernichtendem Potential Unmengen an Kriegsmunition und chemische, sowie biologische Kampfstoffe produziert, eingesetzt und für den Einsatz gelagert.

    Nach dem 2. WK wollten die Alliierten den deutschen Kriegsherren den weiteren Zugriff darauf entziehen.

    Bewusst, aber auch aus Unbedachtheit und unter Zeitdruck, wurden Millionen von Tonnen dann in Ostsee und Nordsee verklappt, dh. versenkt. – Aus den Augen, aus dem Sinn? –

    Dazu kommen noch tausende Schiffe und Flugzeuge mit ihrer Last an Munition, die während der Kriegshandlungen in den Meeren versenkt wurden.

    Reinhard Öser, ein ehemaliger Marinetaucher der Nationalen Volksarmee der DDR, welcher jetzt als Bergungstaucher für verschiedene Institutionen tätig ist, schrieb das Buch: „Auf dem Grund des Meeres“.

    Dort benennt er folgenden Fakt:

    Bis Januar 2016 sind seit Kriegsende 418 Todesfälle und 720 Verletzte auf Grund von Unfällen mit Kriegsaltlasten bekannt geworden.

    Hauptlast dabei tragen die Menschen des Fischereigewerbes, der Schifffahrt, Bergungsarbeiter/ -taucher und Arbeiter bei wasserbaulichen Tätigkeiten. Aber auch Menschen, die am Strand Erholung suchen, werden immer wieder Betroffene bei Kriegsaltlastfunden.

    Gesellschaftlich ist dieses Thema bereits im öffentlichen Leben angekommen. Schleswig-Holstein verzeichnete alleine 2014 in der Google-Suchmaschine 330.000 Trefferanzeigen. Die Wasser- und Schifffahrtsbehörden der Küstenländer geben regelmäßig die „Bekanntmachung für Seefahrer“ heraus. Darin werden mit geografischen Längen- und Breiteangeben die Lage der Munitionsbelastungen angegeben. Sie beinhalten Wasserflächensperrungen, Ankerverbote und ähnliches. Dazu gibt es dann auch Kartendarstellungen, die zwar nur eine Momentaufnahme von Munitionslagen sind, jedoch schon heute zeigen, dass es in Nord- und Ostsee keineunbelasteten Flächen ohne Munition gibt!

    Die nachfolgenden Folien zeigen euch verschiedenste Munitionsarten.

    Folie 3

    Kampfmittel, so der militärische Begriff, werden in Munition und Kampfstoff unterschieden. Wobei Kampfstoffe auch mittels Munition, als deren Bestandteil, eingesetzt werden können.

    Als Beispiel für Brandmittel seht ihr unten rechts „Weißen Phosphor“. Dieser wird häufig nach Stürmen an den Stränden im Ufersaum gefunden. Er sieht Bernstein zum Verwechseln ähnlich! Kommt er dann mit Sauerstoff in Verbindung, verbrennt er ohne Zündquelle mit gut 1300 Grad Celsius. D.h. er kann zwar mit Wasser gelöscht werden, doch sobald er abgetrocknet ist, brennt er weiter. Man kann nur luftdicht den Brandherd abdecken, mit Sand zum Beispiel.

    Oben rechts seht ihr als ein weiteres Beispiel ein Bruchstück des Kampfstoffes Arsen. In Verbindung mit Chlor, wurde es als Nervengift eingesetzt.

    Folie 4

    Die Vielfalt der Munitionskörper in Form und Größe, ist groß. Entsprechend des Einsatzgebietes und des Zielobjektes, wurden die Kampfmittel in Bomben oder Granaten angepasst.

    Rechts oben ein Objekt mit ca. 15 cm Länge, die hier links im Lager des Munitionsbergungsdienstes aufbewahrten Objekte haben Längen um 1 m und es gibt noch weitaus größere.

    Folie 5 bis 7

    Hier sehen wir verschiedene Granatformen und -größen, abgeschossen von einem Gewehr bis hin zu Geschützen, selbstfahrend oder von Schiffen und Landfahrzeugen aus. Auch diese Fotos sind nur beispielhaft.

    Folie 8

    Ein weiterer Kampfmittelkörper sind Minen, ebenfalls vielfältig in Form, Größe und Auslösemechanismus.

    Folie 9

    Das linke Bild zeigt beispielhaft die Fundsituation des Kampfmittelkörpers einer Panzerfaust, einer Waffe, die von einem fußläufigen Soldaten gegen Panzer eingesetzt wird.

    Folie 10

    Hier werden beispielhaft Kampfmittelkörper von Raketen, also Objekte, welche selbständig große Entfernungen mittels eigenem Antrieb zurücklegenden. Hier geht die Größe bis dahin, dass sie eigene Sattelschlepper und Startrampen benötigen, um an den Einsatzort zu gelangen und abgeschossen zu werden.

    Folie 11

    Auch wieder nur beispielhaft, die für den Seekrieg entwickelten Kampfmittelkörper. Links, wird eine an der Wasseroberfläche treibende Seemine entschärft. Verwendet werden sie in Minensperren, zumeist unter Wasser. Sie haben bis zu 8 einzelne Auslöser eingesetzt und können mehrere 100 Kg an Sprengstoff in sich tragen.

    Oben in der Mitte ein Torpedo, welches von Schiffen und U-Booten aus eingesetzt werden. Dieses hier wurde vor Peenemünde/ Usedom geborgen und in Stralsund zerlegt.

    Das Foto darunter wurde in der Flensburger Förde geschossen. Hier handelt es sich um eine Seemine, welches durch Taucher unter Wasser per Hand entschärft wurde und dann erst an Land geborgen werden konnte. Sprengkraft von rund 400 T Sprengstoff.

    Rechts sind kleinere Formen von Seeminen zu sehen.

    Folie 12

    Typische Strandfunde, die jedoch trotz ihrer Unscheinbarkeit gefährlich sind. Brennstäbe waren für das Zünden von Bomben und Granaten zuständig und haben deshalb ihre eigene Brandmittelzusammensetzung.

    Die Klumpen sind Schießwolle. Es handelt sich hierbei um ein Sprengstoffgemisch! Bei Kontakt mit bloßer Haut, werden durch die chemischen Bestandteile die Eiweißzellen abgetötet, es kommt mindestens zu einer dauerhaften Verfärbung der betroffenen Hautpartie. Später dazu noch andere Fotos.

    Folie 13

    An Land sind nach Jahrzehnten des Einflusses von Sonne, Regen und Wind die Kampfmittelkörper oft bis zur Unkenntlichkeit verrottet, können aber zumeist bei Entdeckung fachgerecht entschärft, geborgen oder gesprengt werden.

    Aber wie sieht es damit unter Wasser aus?

    Abhängig von Wassertiefe, -strömung und -zusammensetzung, ist schon die Auffindung der Objekte eine Herausforderung.

    Links oben, wurde die Munition immer wieder im Brandungsbereich aufgedeckt, verschüttet, verstreut.

    Rechts oben wurde bei Bergungsarbeiten an einem Wrack beim Ausspülen dieses Artilleriegeschoss freigelegt. (Rechts vom Spülrüssel)

    Links unten eine typische Ansammlung von Objekten im Spülsaum am Strand. Jedoch kann man nicht mit bloßem Auge unterscheiden, was dort angespült wurde, es könnten auch Kampfmittel darunter sein, die aus zerbrochenen oder verwitterten Behältnissen herausgewaschen wurden.

    In der Mitte waren den Sporttauchern die gleichmäßigen Buckel am Grund aufgefallen und sie meldeten ihren Verdacht. Nach Sonaraufnahmen des Bereiches, bestätigte sich der Verdacht. Es handelte sich um eine der Versenkungsstellen von mehreren hundert Seeminen, ähnlich der rechts unten abgebildeten Ankermine, die, wie der Name sagt, per Anker in tieferen Wasserschichten gehalten wurde, um gegen Schiffe mit bestimmten Tiefgang wirksam zu werden.

    Folie 14

    Wie bereits erwähnt, ist die Auffindung die erste Herausforderung.

    Zufallsfunde durch Sporttaucher, Hebung mit oder Reißen von Fischernetzen, Ausspülungen/ Ausgrabung bei wasserbaulichen Tätigkeiten, wie zum Beispiel der Windkraftanlagen oder Gas- und Stromleitungen, sind eine Seite.

    Eine andere ist die akribische Recherchearbeit u.a. in den Militärarchiven.

    Auf dem Foto sind zum Beispiel Teilaufnahmen der Luftbildauswertung der Kampfhandlungen bei Stralsund zu sehen. Notwendig wurden sie wegen den geplanten Bauarbeiten an den Hafenanlagen im Werftbereich und Sanierung der Brückenpfeiler des Rügendamms.

    Die Fliegerstaffeln führen auch immer eine Luftbilddokumentation durch. Diese Originalbilder ermöglichten die genauere Lokalisierung möglicher Kampfmittel, auch Blindgänger, die immer wieder dabei waren.

    Folie 15

    Mit freundlicher Genehmigung der Uni-Kiel durfte ich euch das Bild mit den beiden Mitarbeitern im Potsdamer Militärarchiv zeigen. Sie führen vor allem Recherchen nach chemischen Kampfstoffen aus. Die tickenden Zeitbomben in Nord- und Ostsee!

    Folie 16

    Dieses sind Fotos aus Dokumentationsberichte der Verklappung der von ihren Zündern befreiten Munition. Dafür wurden Gebiete ausgesucht, die zwar in Küstennähe, jedoch so weit wie es geht von den Seeschifffahrtsstraßen entfernt lagen. Diese Gebiete sind in den Seekarten verzeichnet.

    Ein großes Problem dabei war, dass die damaligen Schiffsführer der Aktion nach Anzahl ihrer Fahrten bezahlt wurden. So ging ein Großteil bereits auf dem Weg zu den Verklappungsgebieten über Bord, um schneller eine neue Ladung aufnehmen zu können. Verständlich, dass diese unerlaubten Versenkungen nicht registriert wurden.

    Ein weiteres Problem: Jedes Land führte seine eigene Dokumentation, dh.es gab keine einheitliche Erfassung der Menge und der Lage der Munition.

    Rechts oben eines der Sonarortungen eines im Krieg abgestürzten Flugzeuges. Solche Funde werden oft gezielt durch das Studium von Zeitzeugenberichten gemacht.

    Folie 17

    Nun die schon beschriebene Eintragung dieser Verklappungsgebiete als „unrein Munition“ in amtlichen Seekarten, links oben, rotgestrichelte Flächen.

    Rechts unten ist eine der zahlreichen Darstellungen von Munitionsfunden, die gemeldet wurden. Ich habe diese aus dem „Munitionsbelastungsbericht Deutscher Gewässer 2016“ entnommen.

    Folie 18

    Auch werden besondere Munitionsfunde öffentlich gemacht. Dazu kommen Hinweise und Warnungen vor Ort und an „befallenen“ Strandabschnitten.

    Leider ist es so, dass sich Urlauber und Einwohner selbständig über mögliche Kampfmittel informieren sollten.

    Folie 19

    Rechts das Deckblatt des auch im Internet nachlesbaren Bericht zur Munitionsbelastung. Wie schon gesagt, er wird jährlich aktualisiert.

    Die Universität Kiel ist derzeit die einzige Bildungsstätte, die sich mit dem Thema Munition im Meer beschäftigt. Da geht es um neue Bergungstechniken mit Robotern, Techniken zum Erkennen der genauen Zusammensetzung der Kampfstoffe am Fundort, Messpunktauswertung der chemischen Wasserzusammensetzung, um zum Beispiel Strömungswege zu erkennen.

    Die UNI Kiel konnte erste gemeinsame Arbeitsprojekte mit der Uni Rostock, Abteilung Meeresbiologie, absprechen. Das macht etwas Hoffnung.

    Folie 20

    Nochmal zu Erinnerung!

    Folie 21

    Begründung, warum das Thema so immens wichtig ist!

    Folie 22

    Zeitbombe chemische Kampfstoffe! Einige Beispielbilder.

    Im Ostseebereich gab es mindestens 6 Großlager für chemische Kampfstoffe und rund 10 Tausend Tonnen dieses Kampfmittels wurde in die Nord- und Ostsee verklappt!

    Folie 23

    Das Meer kennt keine Grenzen!

    Deshalb ist es dringend erforderlich, international zusammen zu arbeiten, um die Kriegsaltlast zu finden, zu entschärfen und zu bergen.

    Bislang müssen meistens Taucher die Sichtung des Fundes, eine notwendige Entschärfung und dann die Vorbereitung zum Bergen oder Sprengen vor Ort durchführen. Es besteht potentiell immer Lebensgefahr für sie.

    Sprengungen sind durch Druck und Schall auch für die Natur unter Wasser lebensbedrohend.

    Die Bundesrepublik Deutschland übernimmt nur die Kosten für die Seeschifffahrtswege. Die Kosten für die Minenbergung abseits dieser Wege obliegt den Bundesländern. Schleswig-Holstein ist davon am schwersten betroffen, weil es eine Nord- und eine Ostseeküste besitzt!

    Jedoch gibt die BRD mehr als 7 Milliarden Euro für die Aufrüstung der Bundeswehr aus!

    Folie 24

    Fazit!

    Das Thema Munition im Meer ist nur ein Teil der Gesamtproblematik Umweltverschmutzung im Meer.

    1,6 Millionen Tonnen an Kampfmitteln alleine an den deutschen Küsten von Nord- und Ostsee erfordern Ortungs- und Bergungstechniken auf wissenschaftlich höchstem Niveau, was jedoch auch entsprechende finanzielle Mittel notwendig macht, die die Länder alleine nicht aufbringen können.

    Die austretenden Kampfstoffe verursachen eine unmittelbare Gefährdung von Mensch und Tier. Über Kontakt und über die Nahrungskette Meer.

    Die Masse an Kampfmitteln aus I. und II. WK ist bereits jetzt schon so groß, dass es Generationen an Menschenleben bedarf, sie zu beseitigen.

    Neben einer länderübergreifenden Zusammenarbeit der Anreihnerstaaten ist eine konsequente Friedenspolitik notwendig!

    Folie 25

    Quellenangaben

     

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