Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Umweltkämpfer*innen!

Mit großer Sorge und höchstem Respekt an eurer Arbeit blicken wir knapp 100 Kilometer südwestlich auf den
Hambacher Forst »Hambi!«. Seit knapp 6 Jahren schützt ihr dort die Reste des 12 000 Jahre alten
einzigartigen Eichen-Naturwaldes.

Erst vor knapp einer Woche musstet ihr euch massiven Polizeiübergriffen zur Vorbereitung der Rodung des
Hambi durch die RWE-Büttel entgegenstellen und habt euch nicht einschüchtern lassen. Wir müssen
gemeinsam verhindern, dass der Widerstand gewaltsam geräumt und der Forst gerodet wird. Wir
protestieren auch entschieden gegen die neuen Polizei-Gesetze: Sie müssen vom Tisch.

Ihr seid international zu einem Symbol für den aktiven Widerstand gegen den Wahnsinn der Kohle-
Verstromung geworden. Wir möchten euch heute versichern: Ihr seid nicht allein, sehr viele Menschen
blicken in den Hambacher Forst und auf euren mutigen Widerstand. Unser Herz schlägt mit Euch.

Angesichts dessen, dass die Erde vor dem Kollaps steht und droht in einer globalen Umweltkatastrophe unter
zu gehen müssen wir alle zusammen den Widerstand organisieren. Dass führende Klimaforscher vor einer
neuen Heißzeit warnen und davor, dass die Klimakatastrophe viel schneller alles bisher erwartet näher
kommt, die nahenden Klima-Kipp-Punkte; das alles lässt RWE&Co, also die Energiemonopole eiskalt! Der
dringende Appell, die fossile Verbrennung sofort einzustellen und auf regenerative Energiequellen über zu
gehen verpufft bei Regierung und Monopolen ungehört.

Vielleicht wundert ihr euch, wenn ihr hört, dass wir von der Umweltgewerkschaft gegen die Schließung und
Flutung der Steinkohlezechen sind. Aber: Kohle ist zu wertvoll zum verfeuern und die Flutung der Zechen mit
zehntausenden Tonnen Sonder- und Giftmüll unter Tage muss aufgehalten werden! Gemeinsam mit den
Kumpels können wir das auch schaffen. Umweltkämpfer und Arbeiterbewegung zusammen können eine
unüberwindliche Kraft werden. Wir arbeiten daran!

Wir trommeln am 7.9. alle Umweltgewerkschafter aus Gelsenkirchen, Bottrop und Gladbeck zusammen und
diskutieren dort auf unserer Jahresversammlung u.a., wie wir euch unterstützen können. Wir schlagen z.B.
vor, an einem Sonntagsspaziergang bei euch teilnehmen, es werden am Tag X sicher Umweltgewerkschafter
zu euch fahren, aber möglich sind auch Solidaritätsaktionen in den Städten des Ruhrgebiets, damit noch
mehr von eurem Kampf erfahren!

Wir werden euch berichten und uns auf jeden Fall sehen!
Mit solidarischen Grüßen,
i.A. des Regionalvorstandes Gelsenkirchen-Bottrop-Gladbeck der Umweltgewerkschaft