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Auf der Zentraldeponie Emscherbruch zwischen Gelsenkirchen und Herne sollen bis zu 4,6 Millionen Kubikmeter zusätzliche Abfallmengen deponiert werden, darunter gefährlicher Müll. Dagegen wehren sich Bürger seit langem. Nun hat die Bezirksregierung in Münster Anfang Januar schon "Vorarbeiten" genehmigt, obwohl das Prüf- und Genehmigungsverfahren noch gar nicht abgeschlossen ist. Schon am nächsten Tag hat der Betreiber AGR begonnen, Bäume zu fällen und Baumaßnahmen in Angriff zu nehmen.

Die Umweltgewerkschaft unterstützt die Bürgerinitiative "Uns stinkt's" gegen die Deponie und hat ihren Protest in zwei Leserbriefen an die örtliche WAZ zum Ausdruck gebracht, die wir nachfolgend dokumentieren. (Beide wurden ungekürzt veröffentlicht und sind so gleichzeitig öffentliche Bekanntmachung der Umweltgewerkschaft.)

09. Januar 2021: Grünes Licht für Zentraldeponie

Ich finde es empörend, dass die Bezirksregierung noch vor einer Plangenehmigung bereits die Vorarbeiten für eine Erweiterung der Deponie zulässt: da können schon mal 30.000 qm Wädchen abgeholzt werden! Die Sorgen der Anwohner und die Umweltbelange, die Tatsache, dass Gelsenkirchen und Herne mit an der Spitze der Krebsrate in NRW stehen, woran auch die Zentraldeponie 50 Jahre lang ihren Anteil hatte, das alles zählt nicht! Als Vertreter der Umweltgewerkschaft hatte ich an beiden Erörterungsterminen teilgenommen und gesehen, dass es der AGR nur um zu erwartende Gewinne geht und ihre Begründung eines "drohenden Müllentsorgungsnotstandes für die Region ohne eine Deponieerweiterung" absurd ist. Die Bürgerinitiative "Uns stinkts" konnte dies eindeutig widerlegen, ebenso Gutachter des LANUV. Hinzu kommt, dass gesellschaftlich künftig viel stärker auf Müllreduzierung, Müllvermeidung und umweltgerechtes Recycling gesetzt werden müsste als auf Deponieerweitung. Ich hoffe, dass die Stadträte von Gelsenkirchen und Herne bei ihrer ablehnenden Haltung bleiben und gegen die AGR und die Bezirksregierung auch tätig werden. Die Bürgerinitiative wird an ihrem Protest festhalten und rechtliche Schritte einleiten.

11. Februar 2021: Ökologische Zeitbombe

Genug Deponie! Aber die Bezirksregierung denkt anders: wo die Menschen 50 Jahre lang Deponiegifte ertragen und mit ihrer Gesundheit bitter bezahlt haben, sollen sie das für weitere 10 Jahre tun! Alle umstrittenen Deponieerweiterungen bedeuten gleichzeitig immer auch eine Laufzeitverlängerung. Seit Beginn der Deponie ist sie von heftigen Anwohnerprotesten begleitet, schon die ev. Kirche hatte in den 80er Jahren Geld gesammelt für eine Klage. Als Sprecher der Umweltgewerkschaft möchte ich mich entschieden für eine schnelle Schließung aussprechen. Diese Deponie ist eine ökologische Zeitbombe, mit einer Grundwassergefährdung nicht zuletzt durch eingelagerte giftige Raffinerierückstände, mit Methangasemissionen, die übrigens auch zur Klimawerwärmung beitragen, gelegen in einem Bergsenkungsgebiet. Und was macht die SPD? Statt weiter an einer Deponieablehnung festzuhalten, schlägt sie nach Deponieende, vielleicht 2030, auf dem Gelände eine Sommerrodelbahn und eine Kletteranlage vor. Warum nicht gleich eine Kurklinik für Krebspatienten?

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