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1.Mai-Gruß aus Stralsund!

 

Der DGB (Deutscher Gewerkschaftsbund) Stralsund hatte für die Vormittagsstunden zu einem Pressegespräch auf den Alten Markt in Stralsund verschiedene Betriebsräte zur Diskussion eingeladen.

Die Betriebsräte wurden gebeten, zu ihren Erfahrungen in der Gewerkschaftsarbeit, vor allem unter den Corona-Bedingungen, zu sprechen.

Ich erfuhr, dass Betriebsräte keine Selbstverständlichkeit sind. Es gibt sie nur in der BRD, Österreich und der Schweiz. Sie vertreten in der Privatwirtschaft die Arbeitnehmerinteressen und sind Informationsträger für alle Beschäftigten in der Firma, sie sind u.a. für die Tarifverhandlungen verantwortlich. Im öffentlichen Dienst übernehmen Personalräte diese Funktion. 2022 werden die neuen Betriebsräte gewählt.

Ob nun ein großer Betrieb, wie die Werften in Stralsund oder Greifswald, oder kleinere Strukturen , wie im Hotel- und Gaststättengewerbe, die Installation von Betriebs- oder Personalräten ist eine mühselige und mit viel Durchhaltevermögen gekennzeichnete gewerkschaftliche Arbeit. Denn der Arbeitgeber ist von organisierten Arbeitern nicht begeistert!

Positives Beispiel wurde von „Hanseyacht Greifswald GmbH“ erbracht, die, durch bereits vor der Pandemie geschlossene Tarifverträge hinsichtlich Kurzarbeit, erreichten, dass der Arbeitgeber zusätzliche Leistungen zum Kurzarbeitergeld erbringt. Auch die Urlaubsverkürzung bei Kurzarbeit greift bei ihnen nicht. Der Betriebsrat wurde nach zähem Ringen dort erst 2012 gegründet.

Ähnlich positiven gewerkschaftlichen Erfolg errangen die Arbeiter eines IT-Betriebes in Greifswald, wo zwar ein Teilbereich der Firma geschlossen wurde, jedoch alle Mitarbeiter, die nicht freiwillig den Betrieb verlassen wollten (Frührente, Abfindung), in den anderen Betriebsbereichen untergebracht wurden. Es kam somit zu keinen betriebsbedingten Kündigungen.

Negatives Beispiel war die „Möbelbude“ in Torgelow, die April 2021 komplett geschlossen und alle 120 Mitarbeiter entlassen wurden. Dort gab es vereinzelte Gewerkschaftsmitglieder, jedoch keine gewerkschaftliche Organisation. Und auf der Insel Hiddensee wird derzeit durch den Bürgermeister eine gewerkschaftliche Wahlversammlung für einen Personalrat boykottiert. Dort müssen nun vermutlich gerichtliche Schritte eingeleitet werden.

Viele Betriebe haben Probleme und Bedenken, hinsichtlich Kontrolle der Mitarbeiter, mit dem sogenannten Home-Office. Doch mit der Zusammenarbeit von Gewerkschaft und Betriebsführung, sind Lösungen möglich. Fazit war, dass die Mitarbeiter eher Mehrarbeit im Home-Office leisten und nun gewerkschaftlich geklärt werden muß, wie diese Leistungen entgolten werden können. Es geht dabei auch um gesundheitsschutzrechtliche Vereinbarungen.

Ein mit Beifall bedachter Beitrag kam vom Betriebsrat der MV Werften in Stralsund Er plädierte dafür, die Parlamentsabgeordneten mehr in die Betriebe zu holen, damit sie sehen, dass die Parteiarbeit in der Regierung näher am Menschen erfolgen muss und Gesetze nicht für die Konzerninteressen erlassen werden dürfen. Die internationale Vernetzung der Konzerne erfordert auch eine internationale Solidarität unter den Arbeitern! Zugleich forderte er die anwesenden Gewerkschaftsvertreter auf, mehr Öffentlichkeitsarbeit zu machen. Vielen unorganisierten Arbeitern ist nicht bewusst, welche Kraft und Möglichkeit die Gewerkschaftsarbeit beinhaltet und bietet. Dann jedoch machte er Wahlkampfwerbung für RRG (Rot-Rot-Grün), statt konservativ (CDU/CSU, FDP).

Ich persönlich fand es schade, dass es für die Stralsunder Arbeiter weder von den Parteien, noch von den Gewerkschaften einen Aufruf der Teilnahme an einen kämpferischen 1.Mai gab.

1.05.2021 Stralsund

Ohne Frieden ist Umweltschutz nicht machbar! Stralsund, Bild: Hawer UG MV

 

 

 

 

 

 

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