Protest-Delegation der Umweltgewerkschaft in Katowice/Polen zur Weltklimakonferenz-2018 (COP24)

Tagesbericht 6 (mit Bildern), 7.12.2018

Wir haben Bergfest, die ersten fahren schon wieder nach Hause.… Neue rücken nach

Wir ließen es heute ein bisschen gemütlicher angehen, auch weil es morgen sicher sehr anstrengend wird. Wir müssen morgen Zimmerwechsel organisieren, wollen an der Demo teilnehmen und gleichzeitig mit 4 Weltklimatag-Aktionen in Deutschland telefonieren. Das wird spannend ;-)

Morgens in der Frühe besuchten wir einen Workshop: „Globaler Rassismus, Frauen und Krieg im Kontext der Umweltbewegung“.

Teilnehmer, bzw. überwiegend Teilnehmerinnen kamen aus vielen Ländern: Sudan, Uganda, Kenia, USA, Polen, Österreich, Finnland, Schweden, Nepal, Island, Deutschland, Dänemark, Ungarn, Russland und sicher weitere, die uns bei der Abendbesprechung nicht mehr einfallen.

Erstmals sahen wir eine Gruppe polnischer Jugendlicher die sich mit Plakaten für „Climate Justice“ positionierten. Sie hörten aufmerksam zu, wie aus dem Sudan über heftigen Rassismus berichtet wurde. Die Massenflucht seiner Landsleute, meinte ein Sudanese liegt in erster Linie an der massiven Umweltzerstörung im Sudan. Viele sehen in Europa hat man Arbeit, hat man Geld und Meinungsfreiheit. Da geht es allen gut, denken sie. Die Probleme bemerken sie erst, wenn sie Europa erreichen und versuchen zu bleiben. Die Frauen, die zu Hause bleiben, trifft die Flucht ihrer Männer viel härter. Frauen werden in der patriarchalischen Struktur im Sudan eh schon schlecht behandelt. Ohne Mann rutschen sie an das unterste Ende der sozialen Kette des Landes.

Eine junge Indianerin, die in South-Dakota/USA am Widerstand gegen Trumps Pipeline-Projekt beteiligt ist, berichtet, wie Streitkräfte mit scharfer Munition auf sie geschossen haben. Sogar Kinder wurden getroffen. Sie war so ergriffen, dass sie nicht mehr weitersprechen konnte.

Eine Feministin aus Dänemark erklärte jungen polnischen Schülern Zusammenhänge von Umweltzerstörung und Krieg: Die Brutalität der Traumatisierung quält ganzen Familien, alle Generationen. Die Frauenbewegung sei herausgefordert, sich dem mehr anzunehmen und sich für Völkerfreundschaft einzusetzen, gerade in Ländern in denen das sehr schwierig ist.

Eine polnische Frau deckte Mechanismen der Frauenunterdrückung in Polen auf: Frauen finden wenig Gehör. Es war wieder spannend, aber blieb zu sehr an der Oberfläche. Die engen Zeitvorgaben verhinderten sich tiefer zu verständigen.

Von den Mitbewohnern unseres Hostels haben wir uns heute bei einer kleinen Party verabschiedet. Das angekündigte gemeinsame Tanzen kam leider sehr kurz, weil sie ihre Methoden („Tools“) nochmal ausführlichst erklärten. Einzelne von ihnen haben, als sie von der Demo morgen erfahren hatten, ihre Rückflüge umgebucht. So sehen wir diese noch ein paar Tage und sind gespannt, wer neu ins Hostel einzieht.

181207 COP24 Klimaradler

181207 COP24 Schülerprotest im Climatehub

181207 COP24 Sioux Indianerin berichtet vom Kampf gegen Pipeline