Protest-Delegation der Umweltgewerkschaft in Katowice/Polen zur Weltklimakonferenz-2018 (COP24)

Tagesbericht 7   (mit 13 Bildern),    8.12.2018

 

Liebe Freunde,

Ein Teil von uns ist noch unterwegs, da die Polizei einzelne Leute herausgepickt hat und die Masse der Demo dann nicht bereit war einfach weiter zu laufen. Stattdessen blockierte man einen großen Kreisverkehr und erzeugte ein Chaos im öffentlichen Nahverkehr. Durch die Polizeiaktion und den Stillstand der Demonstranten kamen keine Straßenbahnen mehr durch das Verkehrsnadelöhr direkt vor dem Konferenzeingang. Pünktlich zum angemeldeten Ende wurde die Versammlung von den vielen Hundertschaften, der martialisch auftretenden Polizei aufgelöst und alle unmissverständlich zur Rückkehr in ihre Unterkünfte aufgefordert.

 

Der Platz der Freiheit in der Stadtmitte von Katowice war um 11.55 Uhr Startpunkt der Auftaktkundgebung. Die unterschiedlichsten Sprecher:

Eine15 Jahre alte schwedische Schülerin, die jeden Freitag die Schule bestreikt, da die Politiker untätig sind gegenüber der zunehmenden

Weltklimakatastrophe fand riesigen Beifall. Sehr berührend sprachen 2 phillipinische Umweltaktivisten, die den Tod von 15.000 ihrer Landsleute

durch den Taifun Hayian 2013 anprangerten. Dadurch verloren 3 Millionen Menschen ihre Heimat. Dennoch wird weiter nur nach Profitinteressen

gehandelt und das Leben der Menschen mit Füßen getreten, gerade in der Konferenz. Dies nur als kleine Beispiele aus unterschiedlichsten

Ländern. Gemeinsame Kritik war: 23 Jahre Reden auf Konferenzen ohne Handeln, wird nicht akzeptiert. Wir müssen handeln und zwar jetzt!

   Die Zusammensetzung war sehr multilateral. Wir hatten das Gefühl, trotz der übersichtlichen 1500 Teilnehmer, waren wohl fast alle der nahezu 200

Länder bei der Konferenz vertreten. Wann haben wir sonst die Chance in dieser Buntheit, für das Überleben auf der Erde, auf die Straße zu

gehen? So war die Begeisterung bei allen Teilnehmern unübersehbar. Es ging dann durch die Innenstadt hin zum Konferenzgelände. Immer wieder

Zwischenkundgebungen und jede Menge selbst initierte Aktivität. Insbesondere die polnischen Umweltaktivisten freuten sich über die

internationale Unterstützung. Über einen kleinen, aber sehr lauten Lautsprecherwagen waren immer wieder verschiedene Versionen von Bella

Ciao zu hören. Offensichtlich auch in Polen ein beliebtes Lied. Das offene Mikrophon der ICOR-Delegation wurde gerne aufgegriffen. Dazu

waren weitere fahrbare Lautsprecher im Einsatz, so dass es akustisch schwer war den Umzug nicht wahrzunehmen.

   Den Bock abgeschossen hat das lächerliche Auftreten des polnischen Staatsapperats: Als wären wir, die Demonstrant*innen die Kriminellen

und nicht diejenigen, die innerhalb der Konferenz seit Jahrzehnten echten Fortschritt blockieren. Es gab bald eine Hundertschaft an

"Anti-Konflikt"-Polizisten, dazu mehrere Hundertschaften hochgerüstete auf Konflikt vorbereitete Beamte und sicher noch mehrere

Hunderschaften verdeckte Ermittler, die viel zu auffallend unauffällig waren. Alle zusammen haben der Demonstration wenigstens eine quantitativ

größere Außenwirkung gegeben. Qualitativ erzeugten sie allerdings ein Bild, als ginge es um die Begleitung eines Gefangenentransport und

spalteten die breite Öffentlichkeit ab. Nur auf einem kurzen Abschnitt war Kontakt zu den Menschen in Katowice möglich.

   Ob diese Abschreckungsarbeit helfen wird, die polnische Bevölkerung vom Umweltkampf abzuhalten, darf bezweifelt werden: Die vielen jungen

Aktivisten ließen sich die Laune nicht nehmen. Teilnehmer des ökomenischen Klimapilgerwegs, die nach über 1800 km gestern zu Fuß in

Katowice ankamen, berichteten von sehr viel Aufbruch im polnischen Umweltbewußtsein. Sie erlebten dies in den Städten und Dörfern, die sie

durchwanderten. Draußen heulen nach wie vor die Sirenen, als ginge die Welt unter. Und Wir versuchen Euch jetzt noch Augenschmaus zu zu

senden (siehe unten).

    Bis bald!

 181208 COP24 WKT 2018 Katowice Anfang unterwegs1

181208 COP24 WKT 2018 Katowice die deutschen Klimapilger copy

181208 COP24 WKT 2018 Katowice Frontbanner

181208 COP24 WKT 2018 Katowice Viele junge Aktivisten

181208 COP24 WKT 2018 Katowice Philipinenaktivist spricht ueber den Tod von 15000 durch Taifun

181208 COP24 WKT 2018 Katowice schwedische Schuelerin mit klaren Worten

181208 COP24 WKT 2018 Katowice UG Transi unterwegs mit Ueberschrift

181208 COP24 WKT 2018 Katowice schwarzer Block vorne und hinten

181208 COP24 WKT 2018 Katowice Kunterbunt und vielsprachig

,

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