Liebe Freundinnen und Freunde,
hier eine kurze Zusammenfassung der Berichte, die wir von den Ortsgruppen zu den Aktivitäten zum 1. Mai erhalten haben.

Die Ortsgruppe Böblingen:
Hallo Vorstand, ich hatte im April einen Stand für die UG auf dem Marktplatz bei dem Verantwortlichen beantragt und genehmigt bekommen. Plötzlich wurde es Courage ( ein Frauenverband, der bei uns Mitglied ist – Anmerkung) nicht genehmigt, einige Kollegen von GEW und Verdi setzten sich bei dem Obersten für Courage ein, die dann auch die Erlaubnis bekamen. In diesem Zug wurde die UG auch erwähnt und als Konkurrenz aufgeführt. Auf dem Platz hatte ich mit Attac ausgemacht, dass sie mir einen Tisch bereithalten und ich wurde mit offenen Armen empfangen, daneben waren GEW und Verdi. Wir hatten bei der Demo unser Transparent getragen und ein Schild für kostenlosen Nahverkehr. Auf dem Platz während der Kundgebung habe ich 20 Unterschriften für kostenlosen Nahverkehr gesammelt. Keiner hat mich gestört. Der mir die Genehmigung gegeben hatte, habe ich mit Handschlag begrüßt. Leider ist er nächstes Jahr nicht mehr zuständig. Einer sagte zu mir, unter Gewerkschaft verstehe ich etwas anderes als Ihr/UG.
Ich sagte ihm, wenn der DGB und andere Klimaschutz zum Thema hätten, müsste es uns nicht geben, da stimmte er mir zu.
Seid gegrüßt.
Gerda aus Böblingen

Die Ortsgruppe Duisburg / Linker Niederrhein:
Ca. 10 Umweltgewerkschaftler, die meisten in grünen Warnwesten, haben gut sichtbar an der DGB-Demonstration teilgenommen. Wir haben dabei ein neues Mitglied gewonnen. Wir haben uns zusammen mit anderen überparteilichen Organisationen und dem internationalistischen Bündnis an einem Mai-Bündnis beteiligt. Diesem Mai-Bündnis wurde vom DGB Duisburg unter dem Slogan "Keine Parteien" ein Infostand im Landschaftspark bei der Mai-Kundgebung verwehrt. Gemacht wurde er trotzdem, mit einigen Behinderungen durch DGB-Ordner und Polizei, die den Stand dann letztendlich tolerierten, man müsse nach dem 1.Mai weiter darüber reden. Wir haben dort auch zahlreiche Materialien der Umweltgewerkschaft vertrieben, Unterschriften gegen Giftmüll unter Tage gesammelt, die Resonanz war gut. Bei der Auftaktkundgebung vor der Demonstration und nachmittags beim internationalen Maifest (beides vom Maibündnis veranstaltet) hat Pedro für die Umweltgewerkschaft gesprochen und das internationale Maifest zusammen mit einer kurdischen Kollegin moderiert. Wir haben dort mit einem Tanzworkshop zum Kulturprogramm beigetragen. In den Vorjahren hat der DGB Duisburg Infostände der Umweltgewerkschaft abgelehnt mit der Begründung "gegnerische Organisation", einmal sogar mit Strafanzeige gegen Suse Vöhringer, weil wir den Infostand dennoch gemacht haben. Das Verfahren wurde damals eingestellt, weil der DGB juristisch daneben lag (laut  Versammlungsrecht war das zulässig), der Offene Brief damals an den DGB Duisburg müsste Euch auch zugegangen sein, es gab damals auch schon eine Beschwerde seitens des BuVo Umweltgewerkschaft. Wir wollen jetzt kurzfristig den DGB anschreiben, erneut um ein sachliches Gespräch nachfragen und den unberechtigten Vorwurf der gegnerischen Organisation ein für allemal aus der Welt schaffen. Dazu wäre für uns eine Liste der Orte hilfreich, in denen es eine offizielle Zusammenarbeit mit dem DGB bzw. zumindest eine Tolerierung gibt. Herzliche Grüße (aktuell aus Rom und nicht aus Duisburg)
Günther Bittel (für den OV Duisburg-Niederrhein)

Die Ortsgruppe Darmstadt:
1mai DarmstadtLieber BuVo, liebe Renate, in Darmstadt gibt es seit vielen Jahren bei der DGB-Kundgebung (nach der Demo) einen sog. "Markt der Möglichkeiten", bei dem die UG-Ortsgruppe seit ihrer Gründung eine Stand durchführt, und zu dem wir immer eine Einladung vom DGB erhalten. Wir stehen dort neben den NaturFreunden Darmstadt (in deren Stadthaus immer unsere Gruppentreffen stattfinden) und anderen Gruppen und Parteien, die wir vom Aktionsbündnis zum Weltklimatag kennen. Die Atmosphäre ist freundschaftlich und solidarisch, jeder hilft jedem beim Auf- und Abbau der Stände.
"Konkurrenz"-Verhalten konnten wir, immer wenn es mal von Teilnehmern angesprochen wurde, in der Diskussion ausräumen und der gewerkschaftliche Gedanke bei der Verbindung von Arbeitsplätzen und Umweltschutz kam gut an. Viele kennen die UG noch nicht, daher verteilen wir am meisten die Flyer und das kostenlose Programm. Wir konnten aber auch 3 "Verkehrt(t)"-Broschüren, 2 Programm-Hefte und 1 Broschüre "Perspektive Mai 2017" verkaufen. Außerdem haben wir 10 Unterschriften von "Kumpel für AUF" zur Zechenstilllegung und keine Flutung der Zechen gesammelt. Alles soweit ganz o.k., nur Mitglieder konnten wir keine gewinnen.
Soweit erst mal aus DA. Das Bild stammt von 2017.
Viele Grüße Edda

1mai Essen 1Die Ortsgruppe Essen schreibt, dass sie eine Absage von DGB Essen wie jedes Jahr bekamen. Sinngemäß mit der Begründung, dass sie nicht eingeladen seien.
1mai Essen 2Weiter schreibt Olaf: „Der Infostand war übrigens so schwach besetzt, dass ich ihn am liebsten hätte ausfallen lassen. Aber die Absage des DGB ließ mir keine andere Wahl, als zu kommen und den Stand aufzubauen. Ich wurde von den Ordnern erwartet, und plötzlich gab es einen Stellplatz für die UG, natürlich neben der MLPD. (Damit das Weltbild stimmt).
Grüße vom Olaf“

 

Die Ortsgruppe Bochum hat kurz geschrieben, dass sie in Einsätzen über 50 Unterschriften für die Liste von Kumpel für AUF sammeln konnten.

Die Ortsgruppe Friedrichshafen:
In der Ortsgruppe Friedrichshafen war es ganz normal und üblich, dass wir einen Stand von der UG an der Promenade in Friedrichshafen aufbauen konnten. Es waren auch andere Vereine da. Der DGB hat sich bedankt am Mikrofon bei der Rede, dass so viele Vereine da seien. Es gab keine Diskussionen. Wir hatten einen Infostand mit Kaffee und Kuchen und haben viele Spenden eingenommen. Wir haben auch Material verkauft.
Viele Grüsse Christine

Die Ortsgruppe Mülheim :
1mai Mlheim DemoHallo Ihr Lieben,
Wir waren von der Umweltgewerkschaftsgruppe Mülheim leider nur mit begrenzten Kräften, sprich 2-3 Umweltgewerkschaftern plus 3 Freunden von uns die uns unterstützten, auf dem 1.Mai aktiv. An der Demonstration beteiligten wir uns mit unserem schönen Transparent, Fahnen mit unserem Logo und Umhängeschildern, was auch in der örtlichen Berichterstattung seinen Niederschlag fand (siehe auch den mit geschickten Artikel, sowie ein weiteres Bild mit den Umhängern). Insgesamt waren natürlich mehr Umweltgewerkschafter auf der Demo und auf dem Platz, aber mit anderen Schwerpunkten.1mai Mlheim Artikel Regionalzeitung
Dafür waren wir aber auch recht effektiv.: Wir haben 24 Unterschriften gegen die Zechenstilllegung, Giftmüll und PCB sowie Fracking unter Tage und für die Zukunft der Jugend gesammelt. Leider davon nur 2, die weiter mit uns aktiv werden und in Kontakt bleiben wollen dazu. Dann haben wir noch 3 neue Mitglieder gewonnen (alle aus dem bisherigen Interessierten-Umfeld), zwei bis drei überlegen noch ernsthaft und 2 interessierte Kontakte/Adressen erhalten.
Von Seiten des DGB gab es bei uns auch dieses Mal keine Probleme. Im Vorfeld haben wir unsere Teilnahme angekündigt (nicht "angemeldet", weil das auch nicht notwendig ist - erst recht nicht, wenn wir selber Mitglieder der Gewerkschaften sind und es UNSER 1. Mai ist), von der Einheit zum 1. Mai aus argumentiert und unsere eigene Mobilisierung dazu erwähnt, usw. Ich hänge Euch den Brief dazu auch noch an, damit ihr Bescheid wisst und vielleicht auch zum Erfahrungsaustausch, wie wir im Vorfeld damit umgehen.
Herzliche und solidarische Grüße, Hannes Stockert

Die Ortsgruppe Ulm:
Die Umweltgewerkschaft (zuvor die Initiative für eine UG) ist im Verteiler des DGB und nahm an jedem 1.Mai der vergangenen Jahre teil. Auch dieses Jahr wurden wir mit dem Standardformular angeschrieben/ eingeladen und haben einen Standplatz beantragt und auch erhalten. Die anderen Stände waren von DGB und einigen Einzelgewerkschaften, Parteien (SPD, Linke, Grüne, MLPD mit Rebell, DKP), und Organisationen (Naturfreunde, Freidenker, einigen Migrantenorganisationen z.T. mit Essensständen, Internationalistisches Bündnis). Die Stände von MLPD, Interbündnis und UG waren am Rand positioniert, und nicht nebeneinander. Im Vorfeld hatte es wieder einen Ansatz zu einer Ausgrenzung des DGB gegenüber MLPD und Internationalistischem Bündnis gegeben, der aber von den Betroffenen zurückgewiesen wurde und den der DBG auch dieses Jahr nicht weiter verfolgte.
Unser Infostand hatte das gesamte Material dabei( UG, Bürgerbewegung Kryo, und auch unsere örtliche Flyer zur Müllverbrennung) sowie Flyer zum Rebellischen Musikfestival. Wir waren bis zu 5 Mitglieder am Infostand. Vorwiegend wurde für das RMF inklusive Beitrag "Schnippeldisko" geworben, allerdings waren nicht allzuviele jüngere Personen am 1. Mai. Es gab einige Gespräche um Umweltthemen, weniger Gespräche als bei dem guten Wetter erwartet, v.a. aus dem Grunde, weil der diesjährige Kundgebungsplatz "Weinhof" anders als der Münsterplatz weniger Passanten anzog und vorwiegend bereits Engagierte teilnahmen. - Umsatz aus Verkauf (v.a. einige "Verkehr-t" Broschüren) und Spenden: 30,-€. 2 neue Interessenten trugen sich in die Liste ein.
Unser eigener RMF- Flyer Nachdruck mit dem Schnippeldisko- Beitrag der UG wurde nicht rechtzeitig geliefert und konnte nicht eingesetzt werden. Der Flyer (500St) wurde die Woche drauf in Kneipen, an einem Studentenwohnheim und an einem Schulzentrum verbreitet.
Es gab wie immer eine Auftaktkundgebung vom "Bündnis gegen Rechts", dann die Demo durch die Stadt mit anschließender Hauptkundgebung mit DGB- Gastredner sowie Grußadressen OB etc. Über die Reden kann nicht viel berichtet werde, weil wir meistens anderweitig beschäftigt waren. Außer: Bei der Auftaktkundgebung sprach eine Vertreterin von Migrantenorganisationen und kritisierte relativ scharf die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung.  Die Rede wurde in der Südwestpresse ignoriert.
Demonstration: Wir trugen das Transparent " Kreislaufwirtschaft statt Wegwerfproduktion  und Förderung der Müllvermeidung. Keine Giftmülleinlagerung unter Tage". - Eine Reaktion zeigte positive Überraschung, dass Umwelt am 1. Mai zum Thema gemacht wurde.
Die Teilnehmerzahl war ca. wie in den vergangenen Jahren. In Ulm hauptsächlich geprägt von Migrantenorganisationen, diesmal verstärkt "Partizan". Dieses Jahr neu war eine Gruppe Kollegen vom von Schließung bedrohten Daimler- Forschungsinstitut mit eigenen Plakaten dabei. Einige Junge von DGB- Jugend, Jusos und DIDF.
Axel Korn, Ulm

Die Ortsgruppe Braunschweig:
Wir haben auf dem 1. Mai-Fest wie geplant einen Stand zusammen mit Courage ( Frauenverband) durchgeführt. Insgesamt ist organisatorisch alles gut gelaufen. Wir hatten mit einem Problem zu kämpfen: es war zeitweise etwas stürmisch (es traten plötzlich starke Böen auf), sodass wir uns dazu entschlossen, das Pavillon nicht aufzubauen. Dadurch konnten wir unsere selbsterstellten Fotokarten mit UG-Logo und UG-Statements, die wir für unsere Finanzierung verkaufen wollten, nicht gut platzieren. Es war geplant, sie mit Wäscheklammern nebeneinander oben am Pavillon zu befestigen, dass sie jedem Vorbeigehenden auffallen würden.
Das Brennstoffzellenauto war wie erwartet der Blickfang, der uns zum Einstieg in Gespräche mit Interessierten verhalf. Dabei konnten wir einige Broschüren verkaufen und etliche Grundsatzprogramme verteilen. Außerdem konnten wir 25 Unterschriften für die Unterschriften-Aktion von Kumpel für AUF sammeln. Es war ein guter Einsatz mit wichtigen Erfahrungen, die wir bei unserer weiteren Arbeit nutzen und ausbauen sollten. Ich möchte allen Beteiligten und Helfern für Ihre phantasievolle und engagierte Unterstützung und Mitarbeit danken - es hat wirklich Spaß gemacht!
Viele Grüße Norbert vom Ortsvorstand

Die Ortsgruppe Göttingen hat mündlich berichtet, dass Mohan Ramaswamy auf der Kundgebung des DGB eine Rede gehalten hat und der Auftritt ansonsten auch sehr gut gelaufen ist.

 

Liebe Freundinnen und Freunde,
Vielen Dank für alle Berichte und besonders Respekt vor eurer teils sehr streitbarer Debatte mit dem DGB über unserer Teilnahme.
Eine Anmerkung zur Korrespondenz aus Böblingen: Es ist gut, die UG zu verteidigen, doch es gäbe uns auch, wenn der DGB das Thema Klimaschutz annehmen würde. Wir haben uns nicht aus der Kritik am DGB entwickelt, sondern als Ergänzung und Erweiterung des Kampfes der Arbeiterbewegung. Wir haben viele Schnittstellen mit den Industriegewerkschaften, aber die Rettung der Umwelt kann selbst die ökologischste Industriegewerkschaft nicht lösen. Dazu braucht es den Zusammenschluss der Arbeiter mit der Bevölkerung, und eine Organisation, die die Umweltkämpfe bündelt und zu neuer Schlagkraft bundesweit entwickelt. In unserem Grundsatzprogramm heißt es dazu: „Die Zusammenarbeit der UG mit den traditionellen Gewerkschaften entspricht der Einsicht, dass die Lösung der sozialen Probleme heute nur noch in Einheit mit der Lösung der ökologischen Probleme möglich ist.“ Es gibt teils von den DGB Funktionären und auch einigen Kollegen eine begrenzten Sicht, wie sich ein Arbeiter heutzutage politisch betätigen sollte. Warum sollte denn die Industriegewerkschaft alleine die politische Heimat aller Kolleginnen und Kollegen sein? Warum ist es Spaltung, wenn die Kollegen sich in den DGB Gewerkschaften und in der UG organisieren können, und damit ihren Horizont erweitern und Umweltkämpfer werden? Dass das soweit geht, dass der DGB entscheidet, wer am 1. Mai auftreten darf, ist ein Schlag ins Gesicht der Arbeitertradition des 1. Mai. Diese Tradition ist klar auf antifaschistischer Grundlage. Vielerorts hat der DGB sich zu Recht gewehrt gegen die Anmaßung der AFD Vertreter, auf dem 1. Mai aufzutreten. Diesen Kampf werden wir immer tatkräftig unterstützen.
In dem Sinne schließe ich mit der 1. Forderung unseres Grundsatzprogramms, in der unser gemeinsames Anliegen mit allen Gewerkschaftsmitgliedern am besten zum Ausdruck kommt: „Umweltgerechte und gesundheitsschonende Produktions, - Lebens- und Arbeitsbedingungen! Wir brauchen Arbeitsplätze, soziale Rechte, Gesundheits- und Umweltschutz!“.

Viele Grüße
Mirjam vom Bundesvorstand