Zu einer solchen "Sponge-City" entwickelt sich Kopenhagen. "2011 verloren viele Menschen nach einer Überschwemmungskatastrope ihr Hab und Gut. Die Stadtverwaltung reagierte vorausblickend. Ein ganzer Park wurde tiefergelegt und kann große Niederschlagsmengen aufnehmen. Bis zu 23 Millionen Liter Regenwasser ganzer Stadtviertel werden in unterirdischen Bassins aufgefangen und allmählich für Bewässerung und Straßenreinigung verwendet. Durch die begonnene globale Umweltkatastrophe sind Extremwetterlagen und perspektivisch Trinkwasserknappheit zu erwarten. Bund, Länder und Kommunen auch in Deutschland müssen sich darauf einstellen und die Daseinsvorsorge der nächsten Generationen ernstnehmen! Denn bestimmte Bereiche der Umweltkatastrope sind bereits irreversibel eingeleitet. Dort wo es noch nicht so weit ist, muss der Kampf intensiviert werden, nicht noch mehr Treibhausgase in die Atmosphäre abzugeben bzw. ihr sogar zu entziehen.
Also ist Wassermanagement das Gebot der Stunde! DieTatsache ist dabei unterbelichtet, dass die profitorientierte Wirtschaft drei Viertel des gesamten Wasservorkommens verbraucht. Uwe Ritzer, "Zwischen Dürre und Flut" recherchierte, dass viele Firmen über eigene Brunnen verfügen. Sie holen das Allgemeingut Wasser aus dem Boden und verwenden es kostenlos. Das gilt auch für Landwirte, sie bekommen ein Kontingent Wasser zugewiesen, aber aus Personalmangel wird das kaum kontrolliert.


Der Konzern RWE ist zusammen mit der LEAG (Braunkohle-Tageabbau in der Lausitz) mit jeweils 500 Millionen Kubikmetern jährlich Spitzenreiter. Das ist jeweils so viel wie eine 10 Millionenstadt braucht. Oder die Wasserpolitik von Tesla in Grünheide.
Von Bund, Ländern und Kommunen müssen wir fordern dass die Wasserreserven als Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge nachhaltig gemanagt werden.
In Ulm versorgt sich die Brauerei Gold Ochsen über einen "eigenen" Brunnen. Für 1 Liter Bier sind 3 bis 4 Liter Wasser (inklusive Maschinen) nötig. Bei ihrem Jahresumsatz sind das 210 Millionen Liter Grundwasser. Das entspricht dem (individuellen) Bedarf 4500 Einwohnern. Der 234 m tiefe Brunnen ist artesisch (unter Druck stehend) und hat eine sehr langsame Neubildung (Jahrzehnte bis Jahrtausend). Gibt es ein hydrogeologisches Gutachten? Gibt es ein Monitoringprogramm? Das bleibt ein Geheimnis des Regierungspräsidiums...
In Ulm ist das Thema Wassermanagement noch sehr unterentwickelt. Sowohl seitens der Stadt wie auch der Einwohnerschaft, mit Ausnahme der Klimaliste Ulm in ihrem Kommunalwahlprogramm. Das wollen wir ändern.
Wie ein Schwamm müssen die Oberflächen unserer Stadt große Wasser aufnehmen und langsam sinnvoll abgeben können. Es kann nicht sein, dass nach Extremniederschlägen alles über die Kanalisation der Donau zugeführt wird und dann in Trockenperioden Wasser gespart werden muss. Wir rufen dazu auf, Ideen zu entwickeln und auch Forderungen an die Behörden zu stellen.
Beispiele bisher sind:
Alle nicht unbedingt erforderlichen Beton- und Asphaltoberflächen entsiegeln! Regen muss aufgefangen und sinnvoll verwendet werden (Grünanlagenbewässerung, Stadtreinigung ...)! Dachbegrünung / Solargründächer fördern (10 cm Erde reichen für pflegeleiche, wasserspeicherne Dickblattgewächse) Regenwassermanagement fürgeplante Wohnanlagen! Umstellung auf resistentere Bäume wie Silberlinen, Platanen und neue Ahornsorten.
Förderung einer Urban-Gardening-Bewegung. Neupflanzung von Hunderten neuer Bäume in der Stadt mit größeren Baumgruben!
Die Vorschläge könnten in einer Grünen Charta für Ulm als Programm und Selbstverpflichtung zusammengefasst werden.
Nächstes offenes Treffen: Mo 7.7. 18 Uhr draußen am Cafe Einstein (Kornhausplatz) oder bei schlechtem Wetter in einer Sitzecke in der Volkshochschule.