Anti-Atom-Aktionshinweis für nächstes Wochenende:
Wer sich engagieren will für einen Atomkraft-freien Welt, der kann dies auch mit der Umweltgewerkschaft tun: Am kommenden Wochenende (18.+19. Februar) findet eine Bündnis-Aktion gegen Urantransporte statt. (urantransport.de/aktuelles/). Mehr dazu befindet sich am Ende des Artikels

Beunruhigende Meldungen gingen seit dem 09. Februar diesen Jahres durch die Medien. Die Überschrift “Explosion in französischem Atomkraftwerk“ ließ viele zusammenzucken. Es sei keine radioaktive Strahlung aus dem AKW Flamanville im Norden Frankreichs ausgetreten, hieß es.

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Doch bei schon so mancher Reaktorkatastrophe wurden die Ausmaße zunächst klein gekocht, bevor tatsächliche Geschehnisse durchsickerten. Erst im März 2016 wurde z.B. bekannt, dass der Störfall vom Frühling 2014 im französischen AKW Fessenheim gravierend war und bewusst heruntergespielt wurde. Wer sich dessen bewusst ist, kam auch diesmal nicht umhin, die Windrichtung zu recherchieren, in der eine mögliche Strahlung nach der Explosion geweht wäre.

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Grußadresse der Umweltgewerkschaft an die 2. internationale Bergarbeiterkonferenz von 2. bis 5. Februar 2017 in Indien

Liebe Bergarbeiter aus aller Welt, liebe Konferenzteilnehmer!

Aus dem fernen Deutschland grüßt euch der Bundesvorstand der Umweltgewerkschaft ganz herzlich! Im Mittelpunkt eurer Konferenz soll die Beschlussfassung eines Kampfprogramms der internationalen Bergarbeiterbewegung stehen.
Wir waren begeistert, als wir im Entwurf dieses Kampfprogramms einen ausführlichen Abschnitt zum Schutz der Natur vor der Profitgier der Konzerne gefunden haben!

Um die Erde vor dem Kollaps zu retten, braucht es drastische Sofortmaßnahmen für den Klimaschutz. Unter anderem ist es erforderlich, sofort die Braunkohleverbrennung zu beenden.
Deshalb fordert die Umweltgewerkschaft: Stopp dem Braunkohletagebau! Ersatzarbeitsplätze auf Kosten der Konzernprofite!
Für diese Richtung steht der am 24. September 2016 von über 50 Umweltverbänden und Bürgerinitiativen verabschiedete „Erkelenzer Appell“. Er fordert „Klima retten – Braunkohle stoppen – Zukunft gestalten“ (www.zukunft-statt-braunkohle.de). Er orientiert auf Umstellung auf 100 Prozent erneuerbare Energie und fordert Ersatzarbeitsplätze. Deshalb unterstützten wir diesen Appell. Eine Schwäche ist, dass er die Frage des notwendigen Massenwiderstandes gering schätzt.

Bürgerbewegung beim 13. Waldfest in Truckenthal im Thüringer Wald

Eine hässliche 380-kV Stromtrasse ragt mit einem riesigen Mast über das Tal. Unten im Tal ist die Gesprächsrunde vor den Transparent: „Wir brauchen keine Verstrahlung in Thüringen“. „Dabei braucht man die neue Trasse gar nicht. Die Energiekonzerne hätten den Strom auch über die bestehenden Netze nach Bayern bringen können. Diese Stromtrasse wird gebaut, weil die Baukonzerne daran verdienen und die Energiekonzerne den Strom auf billige Art mit viel Profit verkaufen wollen,“ sagte Jochen Schaaf von der Bürgerbewegung und weckte mit seiner Einleitung eine sehr lebhafte Diskussion unter den etwa 30 Teilnehmern. Das Konzept der neuen Stromtrassen steht im Widerspruch zu den Zielen der Energiewende und zerstört große Waldflächen. Um sich gegen die Energiekonzerne mit ihren Übertragungsnetzbetreibern durchzusetzen, reichen gute Argumente und viele Bürgerinitiativen heute nicht mehr. Auch eine einseitige Orientierung auf den Rechtsweg weckt eher Ohnmachtsgefühle und führt so zur Schwächung der Bewegung und nicht zur Stärkung. Das sind auch die Erfahrungen im Kampf gegen Stuttgart 21. Viele zogen als Bilanz: Der Widerstand ist noch zu zersplittert. Das muss sich ändern! Wir brauchen eine starke Organisation.

Uneins waren wir in der Frage: brauchen wir generell keine Stromtrassen mehr oder gilt dies nur für die gerade geplanten Trassen. Wir dürfen auch nicht nur gegen Stromtrassen für fossile Energien kämpfen, sondern brauchen auch ein positives Programm, wie es in der Broschüre der Bürgerbewegung: „Wie kann die Versorgung mit elektrischer Energie zu 100% aus regenerativen Quellen erfolgen?“ ausgeführt wird.

Einig waren wir uns wieder, dass wir eine starke, überparteiliche und kämpferische Umweltgewerkschaft brauchen.

Keine 380-kV Trasse durch den Thüringer Wald! Dafür sukzessives und dann vollständiges Ersetzen fossiler Brennstoffe durch regenerative Energien! Energiegewinnung vor allem aus Sonne, Wind, Wasser und Bioabfällen!
Senkung der Treibhausgas-Emissionen um 70 bis 90 Prozent bis zum Jahr 2030 und klarer Kurs auf Absenkung des CO2-Gehalts in der Luft auf 350 ppm!

Wir werden die Stromtrasse nie akzeptieren!

Die als Südwestkuppelleitung oder „Thüringer Strombrücke“ bekannte Trasse von Sachsen-Anhalt nach Bayern soll die Stromversorgung in Nordbayern sichern, wo vor kurzem das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld vom Netz ging. Minister Gabriel verspricht nach ihrer Fertigstellung eine deutliche Entlastung des Stromnetzes. So die Thüringer Allgemeine vom 22.1.2015. Mit dem Argument „Versorgungssicherheit“ wird gegen die vielen Bürgerinitiativen, die gegen die Stromtrasse sind, argumentiert.

Den Gegnern des geplanten AKWs in Whyl (1975) hielt der damalige CDU- Ministerpräsident von Baden-Württemberg Hans Karl Filbinger entgegen, dass, wenn das AKW nicht gebaut würde „noch vor 1980 die Lichter“ ausgehen werden. Bekanntermaßen ist das nicht passiert. Auch als nach der AKW-Katastrophe von Fukushima sämtliche deutschen Atomkraftwerke abgeschaltet wurden, gingen die Lichter nicht aus. Politiker und Betreiber schüren immer solche Ängste.

Inzwischen wurde bekannt, dass mit der Stromtrasse Strom aus den sächsischen Braunkohlewerken nach Bayern transportiert werden soll. Wir brauchen und wollen jedoch keine Braunkohleverstromung. Sie ist die dreckigste Art Strom zu erzeugen und gehört deswegen verboten.

Die Windkraftanlagen im Norden können auch über die bestehenden Leitungen ihren Strom abgeben. Dafür sind keine neuen Stromtrassen notwendig.

Das Konzept neuer Stromtrassen steht klar im Widerspruch zu den ursprünglichen Zielen der Energiewende: Reduzierung von Kohlestrom und schnellstmöglicher Ausbau der Erneuerbaren Energien. Der „geplante Netzausbau sei völlig überdimensioniert“, so Prof. Lorenz Jarass von der Fachhochschule Wiesbaden. „Wer den Bau dieser neuen Leitung fordert, der gefährdet die Energiewende.“ (ebenfalls Prof. Lorenz Jarass) (1)

Bürgerinitiativen und Gegner der Pläne bezweifeln zu Recht die Notwendigkeit der Leitung. Sie weisen auf die   Zerstörung größerer Waldflächen hin. Auch die möglichen gesundheitlichen Folgen der Stromtrasse beschäftigen die Betroffenen. Dazu kommen die negativen Auswirkungen für die Landschaft und den Tourismus. Wegen des „überdimensionierten Netzausbaus für Stromhandel und Stromexport“ (2), darf der Mensch und der Thüringer Wald nicht geschädigt werden.

Neun Jahre lang haben wir Widerstand geleistet. Bürgerinitiativen wurden gegründet, jährliche Ostermärsche und Protestkundgebungen organisiert. Ein alternativer Energiegipfel wurde durchgeführt, viel Aufklärungsarbeit geleistet, auch Gutachten und Gerichtsverfahren. Selbst Thüringer Landräte haben voriges Jahr ein Moratorium gefordert.

Linkspartei und Grüne, die vor der Landtagswahl noch gegen diese Stromtrasse waren, haben jetzt in der Landesregierung ihren Widerstand aufgegeben. Nach der Wahl ist eben nicht vor der Wahl.

Die Hoffnung auf die Einsicht wegen besserer Argumente durch den Netzbetreiber (50 Hertz), Energiemultis, Landesregierung und Bundesverwaltungsgericht hat den Bau nicht verhindern können. Die Trassengegner wollen den Thüringer Wald schützen und hatten die besseren Argumente. Doch die Energiekonzerne haben die Macht, um ihre Profitinteressen durchzusetzen.

„Wir haben die 380-KV-Trasse nicht verhindern können, aber den Kampf zur Rettung unserer Mutter Erde, für die Einheit von Mensch und Natur, haben wir längst nicht verloren.“ So das Fazit einer der vielen Bürgerinitiativen. Und sie fahren fort: „Mit ihrer rücksichtslosen Politik, den mutwilligen zerstörerischen Eingriffen in unseren Thüringer Wald, mit der bewussten Inkaufnahme steigende Krebserkrankungen durch die elektromagnetischen Felder haben sie uns gelehrt, dass wir andere Saiten aufziehen müssen.“ (3) Der Aufbau einer Ortsgruppe der Umweltgewerkschaft ist eine erste wichtige Schlussfolgerung für uns.

Regionalgruppe Schalkau / Truckenthal

(1) Zitiert nach Volkhard Paczulla / 11.04.14 / OTZ Ostthüringer Zeitung
(2) Dr. Josef Lutz: Wie kann die Versorgung mit elektrischer Energie zu 100% aus regenerativen Quellen erfolgen? , 2.Auflage 2013, Broschüre der Bürgerbewegung

„Hitze belastet die Stromnetze“, „Solarstrom ist schuld und treibt die Kosten in die Höhe“: So die Schlagzeilen. Solarstrom „verstopfe“ die Stromleitungen hieß es da unter anderem. Den Verbraucher werde es teuer kommen, denn zahlreiche netzstabilisierende Eingriffe seien nötig wegen eines „immensen Anstiegs an Sonnenstrom“. In der Tat wird im Sommer mehr Solarstrom produziert. So führte die hohe Produktion von Sonnenstrom aus Photovoltaik-Anlagen im Norden Deutschlands dazu, dass in Nordostdeutschland teilweise die Stromproduktion konventioneller Kraftwerke drastisch verringert wurde.

Bei Hitze gibt es jedoch nicht mehr Photovoltaik-Strom, sondern im Gegenteil etwas weniger. Die Hitze gefährdet jedoch die Kühlung konventioneller Atom- und Kohlekraftwerke. So musste das AKW-Brokdorf gedrosselt werden und das AKW-Grohnde stand im Juli kurz vor der Notabschaltung mangels Kühlwasser.

Hohe Kosten für Verbraucher? Ja – aber nicht etwa, weil der aktuelle Fördersatz für große Solarstromanlagen mit rund 8,5 Cent pro Kilowattstunde so teuer wäre. Die Energiekonzerne bekommen viel Geld für ihre Kraftwerke – ob sie laufen oder nicht. Die Betreiber werden entschädigt und die Verbraucher müssen es über die Stromrechnung bezahlen.

Sukzessives und dann vollständiges Ersetzen fossiler Brennstoffe durch regenerative Energien!
Energiegewinnung vor allem aus Sonne, Wind, Wasser und Bioabfällen! Senkung der Treibhausgas-Emissionen um 70 bis 90 Prozent bis zum Jahr 2030 und klarer Kurs auf Absenkung des CO2-Gehalts in der Luft auf 350 ppm!