logo no g20Ohne jegliche demokratische Legitimation spielen sich die G 20-Regierungen als selbsternannte Weltregierung auf.

Wir haben sie nicht eingeladen. Sie sind uns auch nicht willkommen. Doch, wo sie schon einmal da sein werden, werden auch wir da sein: Um unseren Protest deutlich zu zeigen, deutlich sichtbar werden zu lassen.
Ihre Ziele sind nicht die unsrigen. Der G 20–Gipfel ist ein Machtschauspiel. In einer Stadt im Ausnahmezustand. Mit Menschen, denen ein Staatsapparat gegenübersteht, bewaffnet bis an die Zähne.

Die 18 Teilnehmer*innen des Treffens waren sich nach einer solidarischen Diskussion einig:

Zur 23. Weltklimakonferenz vom 6. bis 18. November 2017 in Bonn muss ein international sichtbarer Protest organisiert werden, mit einem gemeinsamen Höhepunkt einer Massendemonstration am „Weltklima-Aktionstag“, Samstag den 11.11.!

Immer häufigere Extremwetterereignisse, Monsterstürme, jahrelange Dürren, Überflutungen, ungewöhnliche Hitze- und Kälte-Einbrüche usw. drangsalieren die Menschen weltweit. Auch mehr und mehr Flüchtlingsströme werden davon ausgelöst. Das Klimasystem der Erde droht lebensfeindlich umzukippen. An dieser Entwicklung haben auch 22 Weltklimakonferenzen nichts geändert! Sie sind „Veranstaltungen zur Volksberuhigung“ mit minimalen Ergebnissen.

Aber selbst die bisher schon völlig unzureichenden Klimaschutzmaßnahmen will die neue US-Regierung unter Trump komplett  zurücknehmen. Die Gelder für die staatliche Klimaforschung sind gestrichen, die Klimadaten der US-Satelliten dürfen nicht mehr veröffentlicht werden. Die Kohle-Öl-Erdgas-Industrie wird massiv gefördert – angeblich um Jobs zu „sichern“. Was für ein perverses Spiel mit den Existenzsorgen der dort Beschäftigten! Statt deren Arbeitskraft und Erfahrung einzusetzen, um die fossile Verbrennungsindustrie im Interesse der ganzen Menschheit schnellstmöglich auf 100% erneuerbare Energie umzustellen! In den USA wie auch hier in Deutschland werden Arbeitsplätze und Umweltschutz gegeneinander ausgespielt. Obwohl es die gleichen Großkonzerne sind, die Mensch und Natur rücksichtslos ausbeuten.

Am 8.7.2017 findet eine Großdemonstration gegen den G20 Gipfel in Hamburg statt. „Senat (Grüne und SPD) haben sich auf einen sehr konfrontativen Ablauf eingestellt. Die Bundeswehr hat innerhalb Hamburger Kasernen die Bekämpfung von städtischer Strukturen geübt, der Innensenator hat Parks (Stadtpark) als Aufenthaltsort von Demonstranten untersagt und die Polizeiführung setzt sich für ein Demonstrationsverbot im innerstädtischen Raum ein (blaue Zone).

Liebe Umweltfreund*innen und Klimaaktivist*innen

vom 6. bis 17. November findet in Bonn die 23. Weltklimakonferenz (COP 23) statt.
Habt ihr euch schon Gedanken gemacht, wie dort ein lautstarker Protest gegen die „Greenwasher“ in vielen Konzernvorständen, Regierungen und UN-Gremien organisiert werden kann? Auf den letzten beiden Weltklimakonferenzen in Paris und Marrakesch gab es leider nur geringe Proteste. Zur Weltklimakonferenz 2009 in Kopenhagen waren noch 200.000 auf der Straße. Dabei hat sich in der Zwischenzeit die Klimakrise dramatisch verschärft: die rapide Eisschmelze und die immer extremeren regionalen Wetterkatastrophen sprechen eine deutliche Sprache. Durch die Klimakrise, dem rücksichtslosen Raubbau an der Natur und der allseitigen globalen Umweltzerstörung steuert die Menschheit beschleunigt auf eine Umweltkatastrophe zu.
Die Umweltgewerkschaft hat sowohl in Paris als auch in Marrakesch gegen die Verschleppung wirklich radikaler Klimaschutzmaßnahmen protestiert. Wir werden alles daran setzen, dass in Bonn ein neuer Aufschwung der Klimabewegung sichtbar wird. Unsere Erfahrung zeigt, dass immer mehr Menschen sich nicht mit den Beruhigungspillen einer vermeintlichen „Anpassung an den Klimawandel“ abspeisen lassen oder gar den Leugnern einer drohenden Klimakatastrophe wie Trump & Co auf den Leim gehen. Sie alle können nach Bonn mobilisiert werden.
Dazu bedarf es allerdings eines breiteren und stärkeren Zusammenschlusses aller umweltpolitisch tätigen Kräfte als bisher. Wir wünschen uns eine Zusammenarbeit auf gleicher Augenhöhe, überparteilich und weltanschaulich off en auf antifaschistischer Grundlage.
Wir haben vorsorglich für den Weltklimatag am 11.11. den Bonner Münsterplatz für das entstehende Bündnis geblockt und eine Demonstration angemeldet.

Wir laden Euch ganz herzlich zu einem ersten Beratungstreff ein

am Sonntag, den 23. April um 11 Uhr

in Göttingen im Naturfreundehaus, Naturfreundeweg 1 (früher: Auf dem Hagen)

ein.

Als Tagesordnung dieses Treffens schlagen wir vor:
1. Diskussion des Vorschlags für die gemeinsame Organisation von Aktivitäten und Proteste in Bonn mit Schwerpunkt am Weltklimatag
2. Prinzipien der Zusammenarbeit
3. Vereinbarung über weitere Schritte, Finanzierung, Termine und Verantwortlichkeiten

Wir bitten um eine kurze Rückmeldung zur Teilnahme an dem Treff en bis 9. April 2017 an den Geschäftsführenden Vorstand: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Mit herzlichen und solidarischen Grüßen,

Mirjam Gärtner,
Vorstand der Umweltgewerkschaft

 

Berlin, 21.12.2016

20161203 010704Seit Monaten kämpfen ausgebildete junge Lehrer*innen in Marokko gegen Analphabetentum, für die Verbesserung der Bildung der Bevölkerung und für die Festeinstellung der von der Regierung versprochenen 10. 000 Lehrer und Schuladministratoren. Sie protestieren deshalb dauerhaft auf dem Jemaa El Fna-Platz in Marrakesch, wo im November die 22. Weltklimakonferenz stattfand.
Während der Weltklimakonferenz mit internationaler Aufmerksamkeit, Solidaritätsbekundungen durch unsere Delegation und vielen Besuchern traute sich die Regierung nicht, gegen die Demonstranten offen gewaltsam vorzugehen. Die Regierung versuchte das Bild eines demokratischen und umweltbewussten Staates vorzutäuschen. Unsere Delegation erlebte die jungen Lehrer*innen als von Herzen ehrliche Kämpfer mit begeisterndem Zusammenhalt.
Nach der Weltklimakonferenz zeigte der marokkanische Staat sein wahres Gesicht der Unterdrückung und Gewalt. Mit brutaler Gewalt wurde der Platz geräumt und 40 Lehrer*innen mussten mit z.T. schweren Verletzungen im Krankenhaus behandelt werden. Die Polizei zerriss die Bescheinigungen und Diplome einiger unserer Freunde*innen. 15355775nMit diesem Staatsterror soll offensichtlich das Selbstbewusstsein der jungen Protestierer zerstört werden. Marokko, also alles andere als ein „sicheres Herkunftsland“, wie die Bundesregierung behauptet.
Die Umweltgewerkschaft verurteilt diesen brutalen Übergriff und wird die Bevölkerung in Deutschland informieren und die Solidarität organisieren.

Wir wünschen den Lehrer*innen viel Erfolg, Durchhaltevermögen und die breite Unterstützung durch die marokkanische Bevölkerung.


Dezember 2016

Geschäftsführender Vorstand der Umweltgewerkschaft Deutschland