Kalt wars, aber die Stimmung sehr gut. Pavillon, Infotische, Stelltafeln, Plakate, und unser großes Banner konnten sich auf dem Geschwister-Scholl-Platz so richtig ausbreiten und der Lautsprecher erreichte auch die an der Bushaltestelle Wartenden. An der Aktion mit Beiträgen beteiligt waren neben der UG die MLPD, ein Mitglied der Linken mit einem Transparent gegen Umweltzerstörung durch das Militär, ein Aktivist von den Baumbesetzern im Altdorfer Wald. Vielen Dank an die Ortsgruppe Ravensburg-Friedrichshafen, die uns unterstützt hat und unter anderem mit einem Flohmark 17€ Spenden für die UG eingenommen hat.
Anlass der gemeinsamen Aktion war die Uno-Klimakonferenz COP29 in Baku. Die Eineitungsrede der Umweltgewerkschaft bezeichnete die letzten Konferenzen als reine Greenwashing-Projekte, wo statt Klimaschutzbeschlüssen Gas- und Ol-Deals und fragwürdige Kompensationsgeschäfte abgeschlossen werden. In der Zwischenzeit ist der Kohlendioxidausstoß weltweit permanent weiter und erreicht jetzt 422 ppm bzw. 1,54 Grad höhere Erdtemperaturen gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter. Die Profitgier der internationalen Übermonopole steuert uns immer weiter in die begonnene gobale Klimakatastrophe. Die andere Seite ist der globale Widerstand dagegen, mit dem die UG in Verbindung steht, der aber noch gestärkt werden muss.
Das Foto ging zusammen mit der Erklärung (s.u.) an die Umweltschützer im serbischen Jadartal.
Unser zweiter Redebeitrag zählte kommunale Umweltforderungen auf, für die Bereiche Wärmeerzeugung, Stromerzeugung und Verkehr. "Diese Forderungen sind sicher nicht der Weisheit letzter Schluss. Im Gegenteil, wir streben an, gemeinsam mit den Gruppen im Ulmer Klimanetz systematisch ein Forderungsprogramm zu erarbeiten und dafür auf der kommunalen Ebene gehörig Druck zu machen."
Der Sprecher der MLPD begründete seine Beteiligung am Aktionstag damit, dass die globale Umweltkatastrophe für die weltweite Arbeiterbewegung und für eine marxistische Arbeiterpartei nicht eine Frage unter vielen ist, sondern eine eine ganz maßgebliche, existenzielle, weil das Überleben der Menschheit daran hängt. Das werde ein zentrales Thema im kommenden Wahlkampf und sei untrennbar verbunden mit der Frage der faschistischen Gefahr, der Gefahr der Eskalation der Kriege im Nahen Osten und der Ukraine zu einem Weltkrieg. Sie werde heute auch Unterstützungsunterschriften für die Wahlzulassung sammeln. Sie sind optimistisch, dass sie diese undemokratische Hürde für kleine Parteien überwinden.
Der Umweltkämpfer aus dem Altdorfer Wald berichtete von der drohenden Abholzung des Waldes, nur um eine Kiesgrube zu erweitern. Er stellte den Zusammenhang her zur ökologischen Schädlichkeit der Beton- und Zementindustrie, der Versiegelung von Flächen und der nicht-nachhaltigen Bauwirtschaft. Ja, das ganze Jahr über, auch jetzt in den Wintermonaten wohnen die Baumbesetzerinnen und Besetzer auf den Bäumen. Respekt!
Alle gemeinsam verabschiedeten wir eine Solidaritätserklärung mit der Umweltbewegung im Jadar-Tal in Serbien (Siehe Kasten).
In der Nachbesprechung fiel uns auf, dass gerade jüngere Menschen Interesse zeigten und gute Gespräche mit uns führten. Ein Zeichen für einen Aufschwung von Aktivitäten? Gleichzeitig hörten wir in Gesprächen mit einigen Menschen heraus, dass die gegenwärtige politische Entwicklung ihnen richtig Angst macht und sie lähmt. Dennoch sagten sie "Gut dass es Leute wie Euch gibt, die nicht ruhig bleiben!"
Und wir dürfen nächstes Mal nicht vergessen, heißen Tee und Kaffee mitzubringen.
Liebe Umweltschützerinnen und Umweltschützer gegen den den Lithium- Bergbau im Jadar-Tal (Serbien)!
Wir hatten heute in Ulm/Donau einen Umweltkampftag und haben uns über eure Proteste im Jadartal und ganz Serbien informiert. Wir erklären uns solidarisch (Foto) mit eurem Kampf gegen den umweltzerstörenden und rücksichtslosen Abbau von Lithium durch den Bergbaukonzern Rio Tinto in eurem Tal und in weiteren 39 Minen. Wir kritisieren, dass unsere deutsche Regierung federführend dieses Projekt initiiert hat. Umweltschutz ist grenzenlos! Von der Jadar bis zur Donau - hoch die internationale Solidarität!
Umweltgewerkschaft Ulm
