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Kontakt: Christian Zajonc, Fischerstrasse 52, 45899 Gelsenkirchen, Tel.: 0209/93 96 91 94, e-mail: umweltgewerkschaft-ge<at>gmx.de

Vorbereitungsgruppe für Demonstration und Protestversammlung gegen die Politik der verbrannten Erde der RAG mit festlicher Enthüllung des Denkmals für den großen Bergarbeiterstreik 1997 und Eröffnung der Vorbereitung der 3. IMC am 03.04.2021 in Gelsenkirchen

an die Träger und Unterstützer der Veranstaltung
an die befreundeten Organisationen und Bewegungen der kämpferischen Bergarbeiterbewegung

Infobrief zur Vorbereitung der Veranstaltung der kämpferischen Bergarbeiterbewegung am 03.04.2021

Liebe Mitstreiter und Freunde,

die überparteiliche Bergarbeiterbewegung Kumpel für AUF hat beschlossen, an Ostersamstag 03.04.2021 in Gelsenkirchen anlässlich des 24.Jahrestages des großen Bergarbeiterstreiks 1997 eine Veranstaltung gegen die Politik der verbrannten Erde der RAG, für die Zukunft der Jugend durchzuführen und dies mit der festlichen Enthüllung eines Denkmals für diesen Streik zu verbinden. Während dieser Streik in fast allen Veranstaltungen des bürgerlichen Abgesang verschwiegen und unter den Teppich gekehrt wurde, haben wir mit der großen Revue am 2018 das Bewusstsein über seine gesellschaftliche Bedeutung, seine Träger und Unterstützer, was und wie dieser erreicht wurde wieder ans Tageslicht geholt, und wollen dies auch weiterhin wach halten.

Auf der Zentraldeponie Emscherbruch zwischen Gelsenkirchen und Herne sollen bis zu 4,6 Millionen Kubikmeter zusätzliche Abfallmengen deponiert werden, darunter gefährlicher Müll. Dagegen wehren sich Bürger seit langem. Nun hat die Bezirksregierung in Münster Anfang Januar schon "Vorarbeiten" genehmigt, obwohl das Prüf- und Genehmigungsverfahren noch gar nicht abgeschlossen ist. Schon am nächsten Tag hat der Betreiber AGR begonnen, Bäume zu fällen und Baumaßnahmen in Angriff zu nehmen.

Die Umweltgewerkschaft unterstützt die Bürgerinitiative "Uns stinkt's" gegen die Deponie und hat ihren Protest in zwei Leserbriefen an die örtliche WAZ zum Ausdruck gebracht, die wir nachfolgend dokumentieren. (Beide wurden ungekürzt veröffentlicht und sind so gleichzeitig öffentliche Bekanntmachung der Umweltgewerkschaft.)

09. Januar 2021: Grünes Licht für Zentraldeponie

Ich finde es empörend, dass die Bezirksregierung noch vor einer Plangenehmigung bereits die Vorarbeiten für eine Erweiterung der Deponie zulässt: da können schon mal 30.000 qm Wädchen abgeholzt werden! Die Sorgen der Anwohner und die Umweltbelange, die Tatsache, dass Gelsenkirchen und Herne mit an der Spitze der Krebsrate in NRW stehen, woran auch die Zentraldeponie 50 Jahre lang ihren Anteil hatte, das alles zählt nicht! Als Vertreter der Umweltgewerkschaft hatte ich an beiden Erörterungsterminen teilgenommen und gesehen, dass es der AGR nur um zu erwartende Gewinne geht und ihre Begründung eines "drohenden Müllentsorgungsnotstandes für die Region ohne eine Deponieerweiterung" absurd ist. Die Bürgerinitiative "Uns stinkts" konnte dies eindeutig widerlegen, ebenso Gutachter des LANUV. Hinzu kommt, dass gesellschaftlich künftig viel stärker auf Müllreduzierung, Müllvermeidung und umweltgerechtes Recycling gesetzt werden müsste als auf Deponieerweitung. Ich hoffe, dass die Stadträte von Gelsenkirchen und Herne bei ihrer ablehnenden Haltung bleiben und gegen die AGR und die Bezirksregierung auch tätig werden. Die Bürgerinitiative wird an ihrem Protest festhalten und rechtliche Schritte einleiten.

11. Februar 2021: Ökologische Zeitbombe

Genug Deponie! Aber die Bezirksregierung denkt anders: wo die Menschen 50 Jahre lang Deponiegifte ertragen und mit ihrer Gesundheit bitter bezahlt haben, sollen sie das für weitere 10 Jahre tun! Alle umstrittenen Deponieerweiterungen bedeuten gleichzeitig immer auch eine Laufzeitverlängerung. Seit Beginn der Deponie ist sie von heftigen Anwohnerprotesten begleitet, schon die ev. Kirche hatte in den 80er Jahren Geld gesammelt für eine Klage. Als Sprecher der Umweltgewerkschaft möchte ich mich entschieden für eine schnelle Schließung aussprechen. Diese Deponie ist eine ökologische Zeitbombe, mit einer Grundwassergefährdung nicht zuletzt durch eingelagerte giftige Raffinerierückstände, mit Methangasemissionen, die übrigens auch zur Klimawerwärmung beitragen, gelegen in einem Bergsenkungsgebiet. Und was macht die SPD? Statt weiter an einer Deponieablehnung festzuhalten, schlägt sie nach Deponieende, vielleicht 2030, auf dem Gelände eine Sommerrodelbahn und eine Kletteranlage vor. Warum nicht gleich eine Kurklinik für Krebspatienten?

Liebe Bergleute und Unterstützer, liebe Umweltschützer,

ich möchte euch die solidarischen Grüsse von der Umweltgewerkschaft überbringen. Wir beglückwünschen euch auch für eure Erfolge vor Gericht.

Gerade der gemeinsame Kampf um die Arbeitsplätze, gegen Deputatklau, um Mietsachen und für den Umweltschutz macht die Sache so wirkungsvoll und bringt Herrn Schrimpf auf die Palme. Ein Stopp der Zechenflutung bei der RAG braucht Arbeitsplätze, Umweltschutz schafft Arbeitsplätze. Wir brauchen Arbeit und Umweltschutz!

Mit der Flutung der Zechen gefährdet die RAG mutwillig die Gesundheit des ganzen Ruhrgebiets und darüber hinaus. Es entsteht die große Gefahr einer regionalen Grundwasservergiftung. Außerdem hat die Flutung vielseitige Folgen, die noch gar nicht alle abschätzbar sind: so kam es im Bereich Hamm und Bergkamen vor kurzem zu einem Beben der Erde. Übrigens: auch unter der Zentraldeponie Emscherbruch gibt es verfüllte Schächte. Die Uni Bochum spricht von nachweislichen Erdbeben durch Zechenflutung wegen des höheren Drucks auf das Gestein und einem Problem mit der Aufschüttung der Deponie.

Die Umweltgewerkschaft Gelsenkirchen - Bottrop - Gladbeck stellt sich vor. Zu unseren örtlichen Betätigungsfeldern haben wir einen kleinen Flyer gemacht; ihr findet ihn hier:

Liebe Leserin, lieber Leser,

CORRECTIV steht für konstruktiven Journalismus. Doch was bedeutet das eigentlich? Wir wollen nicht nur Probleme benennen, sondern auch Lösungen diskutieren, Menschen einbeziehen und Gesprächsräume schaffen. Wir denken, das wird dies angesichts der Klimakrise dringend brauchen. Wir öffnen Redaktionsräume, machen Recherchen zugänglich und beziehen Bürgerinnen und Bürger, Wissenschaftlerinnen und Stadtvertretet ganz konkret und vor Ort in unsere Recherchen ein.

Am 14.11. fand in Bergkamen bei schönstem Wetter eine eindrucksvolle Kundgebung mit Demonstration von etwa 150 Bergleuten, Freunden und Familien gemeinsam mit Umweltschützern statt. Bewusst war der weltweite Umwelt- und Klimaaktionstag gewählt worden. Heftig kritisiert wurde die "Politik der verbrannten Erde" der Ruhrkohle AG: die Schließung des Bergbaus und die Entlassung der Bergleute, der Deputatklau (Deputat ist fester Lohnbestandteil der Kumpels, den man auch als Rentner erhalten muss), und der Plan, die stillgelegten Zechen zu fluten. Ein Anstieg des Grubenwassers würde die große Gefahr einer regionalen Umweltkatastrophe bedeuten, da jede Menge hochgiftiges PCB und eingelagerter Giftmüll unter Tage verblieben sind. Die Demonstration durch Wohngebiete wurde von vielen Anwohnern freudig begrüsst. Auch die Umweltgewerkschaft hat sich aktiv beteiligt. Nachfolgend dokumentieren wir unseren Redebeitrag bei der Auftaktkundgebung:

20 G 44g klein Bergkamen 14.11.20 

Liebe Bergleute, Arbeiter und Umweltschützer,

ich spreche für die Umweltgewerkschaft Gelsenkirchen-Bottrop-Gladbeck. Ich freue mich sehr über die gemeinsame Aktion! Für eine lebenswerte Zukunft der Jugend! Heute ist ja auch der weltweite Umwelt- und Klimaaktionstag. Wir erleben eine dramatische Entwicklung zu einer globalen Umweltkatastrophe durch die rücksichtslose Ausbeutung der Natur. Die ganzen unverbindlichen Erklärungen bei 25 Weltklimakonferenzen sind komplett gescheitert. Dürre, Überschwemmungen, Waldbrände, Hunger: für Millionen Menschen ist die verschärfte Umweltkrise bereits zu einer Existenzkrise geworden.

Seit Jahren leistet die Bürgerinitiative unermüdlich und hartnäckig Widerstand gegen die Sondermüllverbrennungsanlage der Firma Suez (ein Weltkonzern) und legt sich sachkundig mit der Bezirksregierung Arnsberg an, weil diese als zuständige Behörde bisher alles abnickt. Die Umweltgewerkschaft Gelsenkirchen gratuliert herzlich und freut sich gemeinsam mit der Bürgerinitiative über den Erfolg. Denn leider hat die Emscher-Lippe Region in der NRW-Statistik einen traurigen Spitzenwert an Krebserkrankungen und auch an Krebssterblichkeit. Es ist davon auszugehen, dass auch die Anlage der Fa Suez mit ihren Umwelt schädlichen Emissionen einen erheblichen Anteil daran hat. Wer kämpft, kann gewinnen!

Die Bürgerinitiative Dicke Luft Herne schreibt:

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