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Kontakt: Christian Zajonc, Fischerstrasse 52, 45899 Gelsenkirchen, Tel.: 0209/93 96 91 94, e-mail: umweltgewerkschaft-ge<at>gmx.de

Liebe Bergleute und Unterstützer, liebe Umweltschützer,

ich möchte euch die solidarischen Grüsse von der Umweltgewerkschaft überbringen. Wir beglückwünschen euch auch für eure Erfolge vor Gericht.

Gerade der gemeinsame Kampf um die Arbeitsplätze, gegen Deputatklau, um Mietsachen und für den Umweltschutz macht die Sache so wirkungsvoll und bringt Herrn Schrimpf auf die Palme. Ein Stopp der Zechenflutung bei der RAG braucht Arbeitsplätze, Umweltschutz schafft Arbeitsplätze. Wir brauchen Arbeit und Umweltschutz!

Mit der Flutung der Zechen gefährdet die RAG mutwillig die Gesundheit des ganzen Ruhrgebiets und darüber hinaus. Es entsteht die große Gefahr einer regionalen Grundwasservergiftung. Außerdem hat die Flutung vielseitige Folgen, die noch gar nicht alle abschätzbar sind: so kam es im Bereich Hamm und Bergkamen vor kurzem zu einem Beben der Erde. Übrigens: auch unter der Zentraldeponie Emscherbruch gibt es verfüllte Schächte. Die Uni Bochum spricht von nachweislichen Erdbeben durch Zechenflutung wegen des höheren Drucks auf das Gestein und einem Problem mit der Aufschüttung der Deponie.

Die Umweltgewerkschaft Gelsenkirchen - Bottrop - Gladbeck stellt sich vor. Zu unseren örtlichen Betätigungsfeldern haben wir einen kleinen Flyer gemacht; ihr findet ihn hier:

Liebe Leserin, lieber Leser,

CORRECTIV steht für konstruktiven Journalismus. Doch was bedeutet das eigentlich? Wir wollen nicht nur Probleme benennen, sondern auch Lösungen diskutieren, Menschen einbeziehen und Gesprächsräume schaffen. Wir denken, das wird dies angesichts der Klimakrise dringend brauchen. Wir öffnen Redaktionsräume, machen Recherchen zugänglich und beziehen Bürgerinnen und Bürger, Wissenschaftlerinnen und Stadtvertretet ganz konkret und vor Ort in unsere Recherchen ein.

Am 14.11. fand in Bergkamen bei schönstem Wetter eine eindrucksvolle Kundgebung mit Demonstration von etwa 150 Bergleuten, Freunden und Familien gemeinsam mit Umweltschützern statt. Bewusst war der weltweite Umwelt- und Klimaaktionstag gewählt worden. Heftig kritisiert wurde die "Politik der verbrannten Erde" der Ruhrkohle AG: die Schließung des Bergbaus und die Entlassung der Bergleute, der Deputatklau (Deputat ist fester Lohnbestandteil der Kumpels, den man auch als Rentner erhalten muss), und der Plan, die stillgelegten Zechen zu fluten. Ein Anstieg des Grubenwassers würde die große Gefahr einer regionalen Umweltkatastrophe bedeuten, da jede Menge hochgiftiges PCB und eingelagerter Giftmüll unter Tage verblieben sind. Die Demonstration durch Wohngebiete wurde von vielen Anwohnern freudig begrüsst. Auch die Umweltgewerkschaft hat sich aktiv beteiligt. Nachfolgend dokumentieren wir unseren Redebeitrag bei der Auftaktkundgebung:

20 G 44g klein Bergkamen 14.11.20 

Liebe Bergleute, Arbeiter und Umweltschützer,

ich spreche für die Umweltgewerkschaft Gelsenkirchen-Bottrop-Gladbeck. Ich freue mich sehr über die gemeinsame Aktion! Für eine lebenswerte Zukunft der Jugend! Heute ist ja auch der weltweite Umwelt- und Klimaaktionstag. Wir erleben eine dramatische Entwicklung zu einer globalen Umweltkatastrophe durch die rücksichtslose Ausbeutung der Natur. Die ganzen unverbindlichen Erklärungen bei 25 Weltklimakonferenzen sind komplett gescheitert. Dürre, Überschwemmungen, Waldbrände, Hunger: für Millionen Menschen ist die verschärfte Umweltkrise bereits zu einer Existenzkrise geworden.

Seit Jahren leistet die Bürgerinitiative unermüdlich und hartnäckig Widerstand gegen die Sondermüllverbrennungsanlage der Firma Suez (ein Weltkonzern) und legt sich sachkundig mit der Bezirksregierung Arnsberg an, weil diese als zuständige Behörde bisher alles abnickt. Die Umweltgewerkschaft Gelsenkirchen gratuliert herzlich und freut sich gemeinsam mit der Bürgerinitiative über den Erfolg. Denn leider hat die Emscher-Lippe Region in der NRW-Statistik einen traurigen Spitzenwert an Krebserkrankungen und auch an Krebssterblichkeit. Es ist davon auszugehen, dass auch die Anlage der Fa Suez mit ihren Umwelt schädlichen Emissionen einen erheblichen Anteil daran hat. Wer kämpft, kann gewinnen!

Die Bürgerinitiative Dicke Luft Herne schreibt:

Wir beteiligen uns an der ruhrgebietsweiten Kundgebung / Demonstration in Bergkamen.

Beginn ist um 11 Uhr auf dem Platz der Städtepartnerschaft, vor dem Rathaus in Bergkamen.

Wir treffen uns in Gelsenkirchen um 9 Uhr 30 zur gemeinsamen Abfahrt (mit Pkw, geht leider nicht anders) auf dem Parkplatz Horster Mitte, GE-Horst, Schmalhorststraße 1 (gegenüber Schloss Horst).

Die Aktion in Buer, an der wir uns beteiligten, hatte ca. 25 ständige Teilnehmer und wurde von einer Reihe Passanten interessiert verfolgt.

Etwas Besonderes daran war, dass auch Menschen vom Freundeskreis Flüchtlingssolidarität da waren. Sie führten unter anderem aus, wie die drohende globale Umweltkatastrophe täglich neue Fluchtursachen schafft. Ein Bergmann wies darauf hin, dass auch im Ruhrgebiet mit der weiteren Flutung von Zechen eine regionale Trinkwasser-Katastrophe provoziert wird und wir so eines Tages auch zu Umweltflüchtlingen werden können.

Dass es – verglichen mit anderen Städten – recht wenig Teilnehmer waren, liegt hauptsächlich an der Ausgrenzung aus antikommunistischen Motiven, die in der Gelsenkirchener FFF-Bewegung von Anfang an gezielt betrieben wurde gegen den Jugendverband Rebell als Initiator und auch gegen alle Organisationen, die wie die Umweltgewerkschaft überparteilich sind und Kommunisten nicht ausschließen. Seither gibt es hier jeweils zwei getrennte Aktionen von zwei verschiedenen Gruppen, die beide durch die Spaltung geschwächt wurden.

Schlussfolgerung kann nur sein, Menschen zu organisieren und die Bewegung neu aufzubauen und sich dazu auch mit dem schädlichen Antikommunismus auseinanderzusetzen.

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