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RV Mecklenburg-Vorpommern

Kontakt: Suse Hawer, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, 0176-34679232

06.11.21 Weltklimatag Lübeck

06.11.2021 Lübeck, Delegation aus MV, privat

 

06.11.2021 Internationaler Klimakampftag

Bericht aus Lübeck

 

Zum Weltklimatag wurden in Mecklenburg-Vorpommern (MV) keine Veranstaltungen bekannt. So beschlossen Mitglieder der Regionalgruppe MV der Umweltgewerkschaft (UG) die Ortsgruppe Lübeck zu unterstützen. Deren Aktionstage zu Ostsee-Themen und Einlagerung des alten AKW-Bauschutts auf Hausmülldeponien der Region, begleiten wir seit längerem. Weitere Unterstützung erhielten wir von Mitgliedern der MLPD aus MV. (siehe Foto)

Ca. 25 Menschen fanden sich am Treffpunkt ein. Montagsdemo, Courage, Umweltgewerkschaft, MLPD, Internationalistisches Bündnis, Rebell und Freunde und Unterstützer der UG. Kritisiert wurde vom Moderator, dass von mehreren örtlichen Medien, wo der Aufruf zum heutigen Aktionstag bekanntgegeben wurde, nur eines diese auch öffentlich machte. Dennoch hat die Stadt Lübeck eine Umzugsroute durch die Fußgängerzone der Lübecker Altstadt genehmigt. Dort kamen die kurzen Redebeiträge und das  „Offenen Mikrofon“, gut an. Auch das kleine Theaterstück zur Machenschaften der Subventionierung in der Automobilbranche wurde begeistert aufgenommen. Die Abschlussveranstaltung auf dem Markt fasste dann nochmals alle Themen zusammen, die heute zur Sprache gekommen waren: Energiepolitik, ÖPNV, Bergbau, Automobilbranche, Ostseeverschmutzung, Atomlobby, Greenwashing, Glasgow.

Fazit: Die kapitalistische Gesellschaftsordnung, mit ihrem Bestreben nach Maximalprofit, wird nicht in der Lage sein, die Einheit von Mensch und Natur wieder herzustellen. Das wird nur im und mit dem Sozialismus gelingen. Das Verursacherprinzip muss umfassend zu Lasten der verursachenden Konzerne greifen und darf nicht auf die Masse der Bevölkerung abgewälzt werden! Erneuerbare Energien zu 100 % und Beendigung der Kohleverstromung sofort!

Danke an die Ortsgruppe Lübeck für die Organisation, Moderation, Gestaltung des Umzuges!

Suse/ Stralsund

 

Geplantes radioaktives Endlager in der Mecklenburgischen Seeplatte?

 

Die Veranstaltung fand in Waren/ Müritz am Mittwoch den 25/08/2021 um etwa 18 Uhr statt und war trotz Corona Auflagen recht gut besucht. Eingeladen hatte der Bürgermeister. Des weiteren soll es eine Ausstellung im Müritzeum ab kommenden Mittwoch zu dem Thema geben. Die Veranstaltung soll, so der Bürgermeister, eine reine Informations -und keine Werbung für die Stadt waren Müritz sein. So wurde betont, dass man am Anfang eines 20jährigen Verfahrens steht, in dem neben der Stadt Waren/ Müritz noch 54% des gesamten Bundesgebietes geeignet sind. Allerdings gäbe es zur Suche im Bundesgebiet keine Alternative, da das Verursacher Prinzip gälte. Das heißt, wer den Müll produziert, macht ihn wieder weg. Und das sei nunmal die gesamte Bundesrepublik. Man wurde bei dieser Veranstaltung also nicht über das Endlager direkt informiert, sondern nur über das Verfahren der Endlagersuche. Sie soll in drei Schritten erfolgen, getragen im Regelfall von dem Deutschen Bundestag, dem Rat der Betroffenen Regionen und zwei Bundesbehörden. Dabei können jederzeit BürgerInnen intervenieren. Und zwar mithilfe einer Email an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!">Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder einem Telefonat unter der Nummer 030/184321-0. Oder per Post. Der erste Schritt ist, geeignete Regionen zu finden. Dabei kaprizieren sich die Bundesbehörden auf Tonmineralien oder Salzlager. Weil diese angeblich am sichersten sind (dabei weiß man nicht viel von Ton Mineralien(sic!)) Man erwartet von Ton Mineralien, dass sie auch nach einer Million Jahre noch sicher sind und über die Betriebszeit des Lagers,von etwa vierzig bis fünfzig Jahren, eine Wiederrückholbarkeit gewährleisten. Aber genau weiß man das nicht. Darauf folgt der zweite Schritt, nämlich die übertägige Untersuchung und dann im dritten Schritt ist die untertägige Untersuchung des Gebietes dran. Die gesamten Kosten für das Verfahren müssen die Energieversorgungsunternehmen tragen. Die Veranstaltung war schon amüsant auch durch Fragen der BürgerInnen, die daran keinen Zweifel ließen, dass sie sich kein Endlager für hochradioaktiven Atommüll in Waren/Müritz vorstellen können. Wir warten auf den Zwischenbericht der am 28/09/2021 veröffentlicht werden wird.

Viele Grüße von Carsten Halm/ Waren an der Müritz.

Gelsenkirchen, Rebellisches Musikfestival, 27./28.08.2021

 

Wie soll man etwas beschreiben, was man so zuvor noch nie erlebt hat?

Um die berühmten sechs Ecken herum, hatte ich die Möglichkeit, das vielbeworbene Event zu besuchen. Nicht nur einfach so, sondern als Teil davon, am Stand der Umweltgewerkschaft, im Festival-Point: Rebellion der Powerfrauen, Umweltkämpfern, Antifaschisten.

Im Niehausener Revierpark-Gelsenkirchen, alles Bergbaugebiet dort, deshalb „Reviere“, begann am Morgen des 27.08. der gemeinsame Aufbau etwas zaghaft, mit noch wenig Helfern. Doch der Bauleiter hatte den Plan im Kopf und nach und nach trudelten auch die letzten ehrenamtlichen Helfer ein. Pavillons aufstellen, Imbisswagen buchsieren auf dem schon etwas regenweichem Untergrund, Strom und Wasser anschließen, Bänke und Tische anordnen, um den Corona-Auflagen für das Festival zu entsprechen. Immer im Hintersinn, dass das Festival noch nicht hundertprozentig genehmigt war! Am Nachmittag würde das Bauamt Gelsenkirchen die Örtlichkeit inspizieren und dann erst entscheiden. Welch eine Willkür! Trotzdem war die Stimmung klasse. Regenschauer kündigten an, dass die Begehung des Platzes eine Herausforderung werden würde. Die Standorte für die Zeltplätze waren bereits abgegrenzt und füllten sich langsam.

Als die Mitglieder der Umweltgewerkschaft eintrafen, bauten wir unseren Pavillon ebenfalls auf und richteten ihn ein. Gerry aus Berlin hatte neue Transparente geschaffen, einen Koffer voll Umweltlektüre und anderer Ausstattung mit. Seine Bilder von unserem Hochwasserhilfseinsatz in Sinzig/ Remagen/ Kripp füllten schnell die Staffelei, die Olaf aus Essen vorbereitet hatte.

Als der Soundcheck auf der Bühne begann, war das OK der Stadt Gelsenkirchen wohl eingegangen. Zeit, für einen Bummel über das Gelände. Café Nordlicht, MLPD, Rebell und Rotfüchse, Solidarität International, drei Stände mit türkischen, italienischen, afrikanischen Speisen, Verlag Neuer Weg, Courage, Montagsdemo, Verein gegen die Monstertrassen, Internationalistisches Bündnis und noch einige mehr. Und ich sah schon Bandmitglieder von Nümmes, Gehörwäsche, Los Pueblos, Mister L... und Grup Yorum sollte auch auftreten.

An unserem Stand fanden sich die ersten Besucher ein. Das Interesse galt vielfach dem neuen Arbeitsheft: Wie kann ein umweltverträgliches Verkehrssystem verwirklicht werden? (von Prof. Dr. Josef Lutz) und der Bilderfolge vom Hochwasserhilfseinsatz. Diskussionen um das Versagen der Behörden dort, über die Solidarität der Menschen vor Ort und deutschlandweit. Afghanistan, Verschlechterung des umweltfaktorischen Zustandes der Meere, Wie organisiere ich mich?...vielfältige Themen wurden angesprochen.

Während des Festivals übernahmen alle Organisationen vor Ort verschiedene Aufgaben in der Security, Hilfsarbeiten beim weiteren Aufbau der Infrastruktur auf dem Platz, Hilfe beim Aufbau von Pavillons bei später erscheinenden Vereinen und denen, wo der Wind die Standfestigkeit der Aufbauten prüfte.

Durch meine Schichten in der Standbetreuung bekam ich anfangs nicht viel mit von den Gesangsbeiträgen. Doch so manche Zeile wehte der Wind herüber: “...wollen wir ihnen wirklich die Erde überlassen?...“, “...Nichts war schon immer und nichts bleibt wie es ist....“, “ und alle Mächtigen haben sich weise hinter der scheinbaren Freiheit geduckt...“...Meine Mitstreiter haben mir versprochen, dass ich das Konzert von Grup Yorum voll erleben würde.

Die Nacht verlief regnerisch. Der tagfolgende Wetterbericht stellte sich dann aber als völlig fehlgedeutet heraus und es gab sogar sonnige Abschnitte.

Der 28.08.verlief für uns dann im Zeichen der Vorstellens der Umweltgewerkschaft und seiner Arbeit, Gewinnung von neuen Mitgliedern, Aktivierung bislang nur unterstützender Mitglieder zu aktiv werdenden. Wir führten Diskussionen um die Notwendigkeit des Sich-Organisierens, um den Monopolen ernsthaft entgegentreten zu können. Jochen aus Hamburg stellte den neuen kämpferischen Rundbrief der Region Nord vor, Miri leitete die Diskussionsrunde über die Kriminalisierung von Umweltaktivisten in der BRD, Dr. Bittel führte zweimalig ein offenes Impfaufklärungsgespräch und vieles mehr. Spenden für die Hochwasserhilfe wurden gesammelt.

Fazit: rund 300 Euro aus dem Verkauf von Lektüre und Arbeitsmittel, 25 Euro Flutunterstützung, neun neue Mitglieder gewonnen, viele Interessierte, die sich Informationsmaterial mit nach Hause nahmen.

Das Festival hatte einen Song-Kontext mit dem Thema: Gib Antikommunismus keine Chance! und neun Bands und Einzelsolisten von 18 bis 68 Jahren, nahmen daran Teil.

Los Pueblos gewann, durch Beifallmessung des Publikums, den begehrten Preis für eine Studio-Aufnahme seines Songs. Verlierer gab es jedoch keine!

Und dann war es endlich soweit, das Abendkonzert begann. Was für ein Feuerwerk an kritischer, rebellischer, monopol- und kapitalismusanklagender, lebensbejahender Musik. Heiße und getragene Rhythmen. Verharrend, sich wiegend oder tanzend....fast immer mitsingendes Publikum. Und kurz vor dem Auftritt Grup Yorum dann auch sieben Streifenwagen rund um das Gelände zur Auflösung des Festivals, falls die beiden auf dem Gelände befindlichen türkischstämmigen Mitarbeiter des Ordnungsamtes Gelsenkirchen feststellen sollten, dass Grup Yorum „verbotene“ Lieder singen würde. Welche Zensur! Herr Stefan Engel, einer der Schirmherren der Veranstaltung, riet den Mitarbeitern des Ordnungsamtes, sich doch die „Kassetten“ der Gruppe zu kaufen, dann könnten sie daheim oder auf Arbeit die Texte übersetzen, ohne sich auf das Festival bemühen zu müssen....Doch alles verlief ohne weitere Störung.

Durch einen Stromausfall war es zeitlich bedingt nach hinten raus eng geworden. Als dann die Polizei darauf beharrte, die genehmigte Zeit des Festivals einzuhalten, Mitternacht, lachten die Mitglieder von Gehörwäsche nur, schnappte sich Gitarre und das Rhytmusgerät und gingen vor die Bühne hinunter ins Publikum, um dort live mit ihnen zu singen....viel leiser war das wirklich nicht und die meisten kannten ihre Lieder, was für ein gemischter geeinter Chor. Danke für dieses Erlebnis! Traut euch! Kommt selber zum nächsten Rebellischen Musikfestival 2022! Traut euch! Organisiert euch! Fünf Finger kann man brechen, doch nicht, wenn fünf Finger bilden eine Faust!

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Suse / Stralsund 

 

Die Abholzung des Andershofer Wäldchens und die Begleitumstände dazu:

 Ein Investor macht Kleinholz

... und die Stadtverwaltung hilft ihm dabei mit "grünen" Argumenten

 Wer hätte nicht die Debatte um den Verkauf des Andershofer Wäldchens mitbekommen? Zwar steht das Wäldchen noch, aber es ist wohl ohne Wenn und Aber dem Untergang geweiht. Dann kreischen die Sägen, Holz splittert, Baumstämme fallen krachend zu Boden. Hier macht ein Investor Kleinholz - und füllt sich die Taschen.

 Ein modernes Sittengemälde

Fred Muhsal heißt er, hat schon viele schöne Stellen mit Beton verziert und wird hinsichtlich der Rodung des Andershofer Wäldchens freundlich unterstützt von Stralsunds Oberbürgermeister Dr. Alexander Badrow (CDU) und M-V's Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Till Backhaus (SPD). Unter anderem soll ein Supermarkt mit Parkplatz entstehen. Eine interessante Arabeske auf diesem modernen Sittengemälde ist die Tatsache, dass die Frau von Oberbürgermeister Dr. Badrow mit dem Investor Muhsal geschäftlich verbandelt ist und auf dem abgeholzten Gelände ein Seniorenheim bauen möchte - als habe Stralsund nicht bereits genug davon. Die LINKE stimmte in der Bürgerschaft gegen das Projekt, doch das Kapital brach sich Bahn.

 "Eingriffsausgleichsregelung"

Wie schön ist es da, mit Förster Cornell Kuithan vom Forstamt Rügen im Jeep über die Plattenwege der Insel Ummanz zu brausen und sich an der dortigen Natur zu erfreuen. Förster Kuithan erzählt, dass die Hansestadt Stralsund hier auf Ummanz ihre Ausgleichsflächen betreibt, die er jahrelang betreut hat. Maßnahmen wie die Abholzung des Andershofer Wäldchens sind nämlich an Ersatzpflanzungen gebunden. Das Verfahren nennt sich "Eingriffsausgleichsregelung" und ist, wie der sperrige Name vermuten lässt, ein komplizierter Prozess, der trotzdem seine Hintertürchen kennt. Schon lange bevor die Rede davon war, das Andershofer Wäldchen zu versilbern, hat die Stadtverwaltung mit Ausgleichspflanzungen auf Ummanz begonnen, um im Falle eines Falles entsprechende Umweltpunkte vorweisen zu können. Diese Ausgleichspflanzungen sind so großzügig dimensioniert, dass sie noch für weitere Rodungen auf Stadtgebiet herhalten können. Man plant das, was man "Stadtentwicklung" nennt, von langer Hand im Voraus. Ob die Stadt von dieser Art "Entwicklung" lebenswerter wird, darf hinterfragt werden.

 Feigenblättchen

Auf der Fahrt mit Förster Kuithan sieht man die Setzlinge. Hier wachsen sozusagen die Feigenblättchen für die "Stadtentwicklung". Teils stehen da Erlen von Armesdicke auf einer Moorfläche, teils ragen daumesdicke Bäumchen weithin aus dem Grasland (Bild 1), von dem Förster Kuithan sagt, es sei früher biologisch tot gewesen wie ein Golfrasen oder eine Mais-Monokultur.

 Also alles in Butter? Nein, gar nichts in Butter, meint Finn Viehberg vom NABU. Zwar werden bei Aufforstungen neue Bäumchen üblicherweise im Abstand von ca. einem Meter gepflanzt (Bild 2), so auch auf Ummanz.  Später brauchen die gewachsenen Bäume jedoch mindestens zehn Meter Abstand, was bedeutet, dass etwa 90% der Setzlinge dieses Alter durch Ausholzen, Absterben oder Wildverbiss nicht erreichen werden. Trotzdem prahlt die Stadt mit einer hohen Zahl von Stecklingen.

 Für großflächige Waldmehrung ungeeignet

Eine ältere "Waldmehrungskarte" des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie gibt dem Osten der Insel Ummanz das Prädikat "für großflächige Waldmehrung ungeeignet". Genau dort befinden sich aber die Stralsunder Ausgleichsflächen!

 Und genau dort befinden sich ausgedehnte Moore, die durch "Meliorationsmaßnahmen" der DDR entwässert wurden. Georg Nikelski von der Ostseestiftung hält eine Aufforstung auf entwässerten Moorflächen für massiv klimaschädlich, denn trocken gelegte Moore gasen CO2 aus. Wenn man sie mit Bäumen bepflanzt, geht durch den Wasserbedarf noch mehr Feuchtigkeit verloren, so dass sich der Ausstoß von Klimagasen erhöht. Hinter den Stralsunder Anpflanzungen erscheint demnach ein weiteres, dickes Fragezeichen. Man hat zwar neuerdings Maßnahmen zur Wiederbefeuchtung eingeleitet. Manche Meliorationsgräben wurden zugeschüttet, ein anderer durch eine Steinschwelle aufgestaut (Bild 3), um den Wasserabfluss zu bremsen. Angesichts des Klimawandels ist es aber fraglich, ob das ausreicht.

 Viele offene Fragen

Bei den Umweltverbänden bestehen ernsthafte Zweifel daran. Man befürwortet daher einen Durchstich des Hauptdeiches, um die fraglichen Flächen bei Hochwasser gezielt überfluten zu lassen. Das Umweltministerium denkt in die gleiche Richtung. Stralsunds Ausgleichspflanzungen auf solchen Flächen wären verloren, und mit ihnen die Steuergelder, die dafür aufgebracht wurden - genauso wie die schönen Märchen vom verlustfreien Abholzen des Andershofer Wäldchens.

 Es wäre im Einzelnen also zu klären

 

- warum die Stadt mit hohen Zahlen von Stecklingen prahlt, obwohl klar ist, dass die meisten

  von ihnen nicht alt werden

- warum auf die Aussagen der "Waldmehrungskarte" des Landesamtes für Umwelt,

  Naturschutz und Geologie bei der Bepflanzung keine Rücksicht genommen wurde

- welcher Anteil der Ausgleichsflächen auf trocken gelegten Moorflächen vorgenommen

  wurde und in welchem Befeuchtungszustand sich diese jetzt befinden

- welcher Anteil der Ausgleichsflächen bei Deichöffnung von einer Überflutung betroffen

  wäre, z. B. weil er unter dem Meeresspiegel liegt.

 Steuergelder in den Sand gesetzt?

Schon jetzt kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass namhafte Beträge an Steuergeldern in den Sand gesetzt wurden. Sicher ist das nicht Förster Kuithans Schuld, der keine Entscheidungsbefugnis hatte. Doch selbst wenn diese Ausgleichspflanzungen die wahre ökologische Wonne wären: Was nützen die schönsten Bäume auf einer fernen Insel, wenn in der Stadt immer weniger davon stehen? In der Stadt, wo sie doch als grüne Lunge und Erholungsraum am dringendsten gebraucht werden? Aber wenn ein Herr Muhsal bauen will, stehen alle stramm und finden hilfreiche Argumente.

 Ein interessantes Narrativ

Um diesem Filz von Vetternwirtschaft die Krone aufzusetzen, hält sich hartnäckig ein Narrativ, dessen Wahrheitsgehalt keiner beweisen kann, das aber wunderbar in diese politische Landschaft passt: Die Hansestadt Stralsund besitzt auch im Nordwesten von Ummanz ein größeres Areal, und das könnte sie mit stattlichem Gewinn - vielleicht wieder unter Beteiligung eines rührigen Investors - in ein schickes Touristik-Ressort umwandeln. Da war es doch clever, die üppig dimensionierten Ausgleichspflanzungen im Osten der Insel anzulegen, denn sie könnten diesen Plänen für den Nordwesten sonst eines Tages im Wege stehen.

 All das wird mit Umweltargumenten schöngeredet. "Greenwashing" nennt man das auf Neudeutsch, wobei das noch zu harmlos klingt. Dass man den Bürgern blauen - besser gesagt: grünen Dunst vormacht, ist ärgerlich.

 

Klaus Kleinmann/ Stralsund/ Linke Brise

PS: Ich war mit Klaus unterwegs für diese Recherche und bestätige seine Aussagen. Der Raub an Lebensraum von Pflanzen und Tieren ist Raubbau an Lebensraum an uns selbst. Es gibt in Stralsund gute Ideen für Stadtbegrünung und Flächenumnutzungen. Doch die benötigen zur Umsetzung Zeit und Geld und sind auch langfristig nicht profitträchtig, sondern zeit- und kostenintensiv.... und nachhaltig. 

Suse/ Stralsund

 

1. Subbotnik 2021

Nach den Pandemie-Einschränkungen und ihren nun teilweise Aufhebungen, fand am Wochenende 05./ 06.06.2021 der erste Subbotnik 2021 im "Ferienpark Plauer See" bei Alt Schwein statt. Unter Beachtung der weiterhin geltenden "Corona-Regeln" fanden sich 16 Freunde und Mitstreiter bereit, die notwendigen vorbereitenden Arbeiten zur geplanten Ferienparköffnung durchzuführen. Dass hieß, nach Umstellung des neuen Computer-Systems, PC-Arbeit für die Hotelleitung, Anleitung und Hilfe für den neu eingestellten Koch, Fensterreinigung in der gesamten Hotelanlage, Reinigung der neuen Dienstwohnung vor Einzug des Kochs, Badrenovierung in dieser Wohnung, sowie Kontrolle und Reparatur der Elektronik derselben, Heckenschnitt in der Außenanlage und Reparatur der Terrassentreppen und des Bücherschrankes. Der Gedanke des Subbotniks, gemeinsam arbeiten, gemeinsam lernen um gemeinsam jemand anderem zu helfen, zog sich durch das Wochenende. So wurden insgesamt ca.200 Arbeitsstunden geleistet. Samstagabend durften wir Ersthörer des neuen Referatsabends unserer Freundin Renate sein. Antifaschistischer Widerstand in der Literatur. Literatur als Waffe der Kunst. Auch von unserem politischen Gegenüber massiv genutzt. Deshalb um so wichtiger, Zeitzeugen und Erinnerungen, ob nun als Roman, Biografie oder anderer Literaturform nicht verstummen zu lassen und sie den Bestrebungen der Geschichtsverfälschung und gedanklicher Manipulation entgegenzustellen. 

Danke an die Subbotnik- und Ferienparkleitung für das gelungene Subbotnik-Wochenende.

Literatur Abend

Foto: S. Hawer/ Stralsund

Stralsund braucht die Werft!

Unter diesem Motto fand heute der Pressetermin der norddeutschen Werften statt. Die IG Metall hatte dazu aufgerufen. Die örtliche Presse erschien, sowie Vertreter der Links-Partei, der MLPD, der SPD und der Umweltgewerkschaft.

Anlass ist die heutige 12. Nationale Maritime Konferenz in Rostock/ Warnemünde. Im Vorfeld erklärte der Bezirksleiter IG Metall Küste dazu: "Alle sind gefordert, um den Schiffbau in Deutschland zu erhalten. Der Klimaschutz ist eine Chance. Moderne, emissionsarme Technologien können für Arbeit sorgen, wenn Unternehmen und Politik die Weichen richtig stellen. Den Arbeitgebern muss klar sein: Wer Tarifverträge angreift oder Stammarbeitsplätze gegen billigere Werkverträge austauschen will, wird auf unseren Widerstand stoßen."

Stellvertretend für die IG Metall vor Ort sprach u.a. Frank Prenzlau. Die Auszubildenden benötigen sichere Tarifverträge, es gibt Alternativen zum klassischen Schiffbau. Diese Chance für Werften und Zulieferer muss ergriffen werden. 2021 stehen weitere 5600 Arbeitsplätze auf dem Spiel. 

Die Partei Die Linke, vertreten u.a. durch Frau Kassner und Frau Winkel, versprachen unterstützende Forderungen in den entsprechenden politischen Gremien. Die Schilderung der Situation in den Familien der Werftarbeiter erhielt Zustimmung aus den Reihen der Arbeiter. Besonders die Auszubildenden stehen vor einer ungewissen Zukunft.

Herr Schulze, MLPD, erinnerte an die Zeit um 1990, als die gemeinsame Kampfkraft der Werftarbeiter und die Solidarität der Bewohner Stralsunds am Ende sogar einen Minister zwangen, seinen Posten zu räumen.

Der Kampf geht weiter! Es betrifft nicht nur die Arbeiter, sondern auch deren Familien, die Zulieferer, eine ganze Region!

 

 

10.05.2021 Pressetermin Werft HST

Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus,

08.Mai 2021 Stralsund

Dank den Soldaten der Roten Armee, der Armeen der Alliierten der USA, Frankreich, Großbritannien, den Partisanen aller Länder, den Menschen, die mit kleinen und großen Taten dazu beitrugen, den Hitlerfaschismus zu besiegen. Stellvertretend für die Millionen von Menschen, die starben, verletzt wurden an Körper und Geist, die verhungerten....ehrten wir heute in Stralsund die sowjetischen Soldaten, die hier in Stralsund im Lazarett verstarben. Grußworte aus Kaliningrad, des Oberbürgermeisters und der russischen Gemeinde Stralsunds, sowie der Links-Partei erinnerten, mahnten und bekundeten die Völkerfreundschaft. Das NATO-Manöver Defender 21 vor der Grenze Russlands ist KEIN Garant des Friedens, kein Vermächtnis aus den Lehren des II.Weltkrieges. Das Gedicht E.Weinerts über die SCHULD des deutschen Volkes, gemahnt die Menschen nicht wegzusehen, aktiv zu werden gegen die Kriegstreiber, denn wenn sie es nicht tun, werden sie schuldig sein!!!

08.05.2021

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