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WKAT2021 Berlin02 klein

Allein 12 Redebeiträge spiegelten die vielseitige Kundgebung zum Weltklima-Aktionstag in Berlin wider. Auch musikalische Beiträge mit Bezug zur Umwelt- und Arbeiterbewegung durften nicht fehlen. Rund 50 feste und weitere etwa 100 zeitweilige Besucher*innen bzw Passanten die stehenblieben – alles in allem war es eine interessante, in vielen Beiträgen betont kapitalismuskritische „Aktion“ unmittelbar gegenüber vom Kohlekraftwerk Moabit. Darauf bezog sich auch die konkrete Forderung der Umweltgewerkschaft nach Stopp der Kohleverbrennung, Umbau auf 100% erneuerbare Strom- und Wärmeversorgung sowie zusätzlich Aufbau einer Kryorecycling-Anlage bei Erhalt und Ausbau aller Arbeits- und Ausbildungsplätze (siehe Plakat-Foto und Unterschriftensammlung dazu).

WKAT2021 Berlin03 klein

Insgesamt spannte sich der Bogen der Berichte über praktische Jugend-Umweltbildung in der DDR, Erfahrungen beim Fluthilfe-Einsatz der Umweltgewerkschaft im Ahr- und Erfttal, Erlebnisse bei den ersten Anti-AKW-Platzbesetzungen in den 1970er Jahren in Whyl, Solidarität mit einem im Betrieb angegriffenen Mitglied der UG, Kritik der Greenwashingpolitik der Konzerne Vattenfall und Siemens/Siemens-Energy sowie insbesondere ihrem Versuch Atomkraftwerke als vermeintliche Klimaschutzanlagen zu verkaufen, bis zu Schilderungen realer umweltpolitischer Pioniertaten in früheren sozialistischen Staaten, der Forderung nach „echter Revolution statt illusionärer Transformation“ und der Kritik an der Ideologie des Antikommunismus - der eben diese Auseinandersetzung über eine befreite Gesellschaft von vornherein unterbinden will.

Höhepunkt der Kundgebung war zweifellos die Live-Schaltung zur UG-Delegation auf der heutigen Protestdemo zur COP26 in Glasgow! Großer Beifall brandete zur Verabschiedung des Telefon-Liveberichterstatters auf, verbunden mit kämpferischen Grüßen an die ganze Delegation und Demonstration gegen das „Greenwashing-Festival“ (Greta Thunberg) der 26.Weltklimakonferenz.

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UG auf FFF Klimastreiktag 24.9.21 Berlin02

Mit Händen zu greifen war die Kritik am Kapitalismus - verbunden mit der Hoffnung, dass eine neue Bundesregierung endlich die ganze menschheitsbedrohende Dramatik der Klimakrise begreift!

UG auf FFF Klimastreiktag 24.9.21 Berlin05

Wir diskutierten mit vielen, dass es nach 25 Weltklimakonferenzen und x-tausend Forschungsberichten längst nicht mehr ums "Begreifen" geht - die Regierungsparteien wissen durchaus, was sie tun, wenn sie die Erneuerbaren Energien ausbremsen oder das Kohlekraftwerk Datteln-IV ans Netz gehen lassen...

UG auf FFF Klimastreiktag 24.9.21 Berlin03

....und genauso wissen es die Strippenzieher in den Vorstandsetagen der Konzerne und Banken! Deren Profitgier und Greenwashing wurde auf vielen Transparenten und Schildern angeprangert.

UG auf FFF Klimastreiktag 24.9.21 Berlin04

Nach wie vor noch eine Ausnahme auf FFF-Demos: Industriebelegschaftsgruppen und Gewerkschaften. Hier ziehen Siemens-Energy-Kollegen die Verbindung von Arbeitsplatzvernichtung und Umweltzerstörung. Am Transparent-Text wurde von verschiedenen jungen Arbeitern "gefeilt und geschliffen" bis alle einverstanden waren.  Sie wollen die FFF-Jugend auf einen gemeinsamen Kampf gegen die Umweltverbrecher orientieren. Das stieß bei vielen Demonstranten zuerst auf etwas ungläubiges Erstaunen - und dann auf begeisterte Zustimmung!

UG auf FFF Klimastreiktag 24.9.21 Berlin01Unser Umweltgewerkschafts-Magazin "perspektive" hat viele Leute interessiert. (Da die neue Ausgabe erst im Oktober erscheint, haben wir an die 200 Restexemplare der Ausgabe 2020 kostenlos weitergegeben und dafür nach Spenden gefragt.) Mehrere Kontaktwünsche landeten auf unseren Listen - und ein Mitgliedswunsch. Bei Kaffee und Kuchen haben wir danach den anstrengenden und tollen Tag gemeinsam ausklingen lassen...

Berlin, 2.8. 2021
An die Mitglieder und Freunde der Umweltgewerkschaft
An die interessierte Öffentlichkeit und die Medien


Bundeskongress der Umweltgewerkschaft erfolgreich abgeschlossen
Aufbruchstimmung und praktische Solidarität mit den Flutopfern

Der neu gewählte Bundesvorstand teilt mit:
Der 2.Bundeskongress der Umweltgewerkschaft tagte am 31.7. und 1.8. 2021
in Berlin mit 71 Delegierten und Gästen. 30 Ortsgruppen aus dem ganzen
Bundesgebiet waren vertreten.


Die dramatische Flutkatastrophe Mitte Juli vor allem in Deutschland und
Belgien mit über 200 Toten und Vermissten stand im Mittelpunkt der Beratun-
gen des ersten Tages. Der Kongress sprach seine volle Solidarität gegen-
über den betroffenen Menschen aus und beschloss – anknüpfend an die
schon geleisteten spontanen Hilfseinsätzen unserer in der Nähe wohnenden
Mitglieder - ab der übernächsten Woche mehrtägige Hilfseinsätze zu organi-
sieren, überall Spenden zu sammeln und dabei auch aufzuklären:
Dies war eine Katastrophe mit Ansage! Sie hatte ihre allgemeinen Wurzeln
in der globalen Umwelt- und Klimakrise, die auf Grundlage der kapitalisti-
schen Profitwirtschaft entstanden ist. Und sie hatte ihre konkreten Ursachen
im völligen Versagen von Regierungen und Behörden und ihrer Ignoranz
gegenüber den frühzeitigen Warnungen der Wetterdienste!


Die Antwort auf die immer spürbarer heraufziehende globale Umweltkatastro-
phe muss lauten: Stärkt die Umweltgewerkschaft, und organisiert insbe-
sondere die Jugend! Die Umweltbewegung muss eine gesellschaftsverän-
dernde Kraft werden, wenn die Menschheit eine Zukunft haben soll!

Der Kongress positionierte sich in diesem Zusammenhang souverän ge-
gen antikommunistische Verleumdungen, die Umweltgewerkschaft wäre
nicht überparteilich, weil sie auch revolutionär eingestellte Mitglieder in ihren
Reihen hat und mit deren Organisationen zusammenarbeitet. Er bekräftigte
demgegenüber das Gründungs-Motto der Umweltgewerkschaft:
„Von Religion bis Revolution - gemeinsam die Erde vor dem Kollaps retten!“
Es sind nur die Umweltverbrecher in Konzernen, Banken und Regierungen,
die von der Spaltung der Umweltbewegung profitieren - das lassen wir nicht
zu! Für eine befreite Gesellschaft, in der die Einheit von Mensch und Natur
im Mittelpunkt steht!


Dieser sehr produktive und schöpferische erste Kongresstag fand seinen
selbstbewussten Abschluss in einer Kundgebung vor dem Berliner Haupt-
bahnhof, mit anschließendem gemütlichen Zusammensein im Biergarten des
Tagungssaals. Dort wurden auch ausscheidende Aktive aus dem Bundesvor-
stand geehrt. 500€ an Einzelspenden für das Fluthilfe-Spendenkonto der
Umweltgewerkschaft kamen an diesem Tag zusammen.


Der zweite Kongresstag war bestimmt durch die Neuwahl des Bundesvor-
stands, der Kassenprüfung und der Schiedskommission. Die sowohl ernst-
hafte als auch begeisternde Kongressatmosphäre ermutigte noch vor Ort
weitere Teilnehmer*innen zur Kandidatur. Der neue 13-köpfige Bundesvor-
stand repräsentiert die Umweltgewerkschaft aus Ost und West, Nord und
Süd. Er besticht durch seine „Mischung“ aus älteren und jüngeren, erfahrenen
und neuen Kräften. 54% sind weiblich. Alle arbeiten ehrenamtlich. Wie bisher
verkörpern Industrie-Beschäftigte und Umwelt-Aktive aus anderen Bereichen
der Gesellschaft auch personell unser Markenzeichen: die enge Verbindung
von Arbeiter- und Umweltbewegung.
Mehrere Besucher*innen des Kongress-Rahmenprogramms entschieden sich
noch vor Ort zur Mitgliedschaft in der Umweltgewerkschaft - herzlich willkom-
men! Der neue Bundesvorstand wird sich demnächst konstituieren und zeit-
nah die Dokumente und Resolutionen des Kongresses veröffentlichen.

 

Protest gegen radioaktive Verseuchung Pazifik Berlin 8.6.21 01

Etwa 150 bis 200 Menschen fanden sich im Berliner Aktionsbündnis "Kein radioaktiver Pazifik!" zusammen zu einer Protestkundgebung vor dem Brandenburger Tor am Welttag der Ozeane (jedes Jahr 8.Juni). Über 1 Million Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser will der Atomkonzern TEPCO aus der Fukushima-Atomruine in den den nächsten Jahren in den Pazifik leiten! In vielen Beiträgen wurde das Märchen von der angeblichen "Verdünnung" der Radioaktivität durch den Pazifik widerlegt. Erst wird es verdünnt... und dann reichert es sich in der maritimen Nahrungskette wieder an bis es über Fischfang schließlich den Menschen erreicht. Außerdem völlig unberücksichtigt bleiben die vielfachen Wechselwirkungen mit anderen Umweltbelastungen, dem Mikroplastik im Blut, dem Glyphosat im Körper, dem hochgiftigen PCB im Fettgewebe, und so weiter und so fort...

Umweltgewerkschaft Berlin, 2. Mai 2021

Endlich wieder gemeinsam auf die Straße!

Über 20 Demos waren zum 1. Mai in Berlin angemeldet!  Der DGB jedoch hatte eine zentrale Mai-Demonstration "coronabedingt" erneut abgesagt und sich auf eine kleine symbolische Funktionärs-Kundgebung am Brandenburger Tor beschränkt. Zehntausende demonstrierten trotzdem in der ganzen Stadt, traditionell zu Fuß oder mit Fahrrad-Korsos. Mundschutz war für die Allermeisten selbstverständlich, und der Abstand war auch nicht geringer als tagtäglich auf der Arbeit. Gesundheitsschutz UND Demonstrationsrecht lässt sich gut vereinbaren, das hatten wir schon im Vorjahr bewiesen.

Unsere Ortsgruppe beteiligte sich an der Demonstration von einem Bündnis linker Organisationen und aktiven Gewerkschaftern, zusammen mit dem Internationalistischen Bündnis, Migrantenorganisationen, Mieterinitiativen, Frauengruppen und vielen Betriebskollegen. Start: DGB-Haus. Ziel: ein großes Krankenhaus in Kreuzberg, als Zeichen der Solidarität mit den Beschäftigten im Gesundheitswesen. Die Zahl der Teilnehmer wuchs und wuchs, von erwarteten 500 auf über 2000. Die Stimmung: so kämpferisch wie schon lange nicht mehr. Und es wurde klar, dass die derzeitige Situation für viele über die Schmerzgrenze geht, ob es die Pflegekräfte sind, die Taxifahrer, die Siemens-Kollegen...

Unsere 1. Mai-Aufrufe waren bald verteilt. Es wird immer offensichtlicher, wie die sozialen Fragen mit den ökologischen zusammen hängen und dass unser Profil einzigartig ist.

Wir sind gespannt, ob sich aus den tiefgehenden Diskussionen und großer Einheit in zentralen Fragen auch Mitgliedswünsche entwickeln.

UG Berlin 1Mai2021 klein01

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