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06.11.21 Weltklimatag Lübeck

06.11.2021 Lübeck, Delegation aus MV, privat

 

06.11.2021 Internationaler Klimakampftag

Bericht aus Lübeck

 

Zum Weltklimatag wurden in Mecklenburg-Vorpommern (MV) keine Veranstaltungen bekannt. So beschlossen Mitglieder der Regionalgruppe MV der Umweltgewerkschaft (UG) die Ortsgruppe Lübeck zu unterstützen. Deren Aktionstage zu Ostsee-Themen und Einlagerung des alten AKW-Bauschutts auf Hausmülldeponien der Region, begleiten wir seit längerem. Weitere Unterstützung erhielten wir von Mitgliedern der MLPD aus MV. (siehe Foto)

Ca. 25 Menschen fanden sich am Treffpunkt ein. Montagsdemo, Courage, Umweltgewerkschaft, MLPD, Internationalistisches Bündnis, Rebell und Freunde und Unterstützer der UG. Kritisiert wurde vom Moderator, dass von mehreren örtlichen Medien, wo der Aufruf zum heutigen Aktionstag bekanntgegeben wurde, nur eines diese auch öffentlich machte. Dennoch hat die Stadt Lübeck eine Umzugsroute durch die Fußgängerzone der Lübecker Altstadt genehmigt. Dort kamen die kurzen Redebeiträge und das  „Offenen Mikrofon“, gut an. Auch das kleine Theaterstück zur Machenschaften der Subventionierung in der Automobilbranche wurde begeistert aufgenommen. Die Abschlussveranstaltung auf dem Markt fasste dann nochmals alle Themen zusammen, die heute zur Sprache gekommen waren: Energiepolitik, ÖPNV, Bergbau, Automobilbranche, Ostseeverschmutzung, Atomlobby, Greenwashing, Glasgow.

Fazit: Die kapitalistische Gesellschaftsordnung, mit ihrem Bestreben nach Maximalprofit, wird nicht in der Lage sein, die Einheit von Mensch und Natur wieder herzustellen. Das wird nur im und mit dem Sozialismus gelingen. Das Verursacherprinzip muss umfassend zu Lasten der verursachenden Konzerne greifen und darf nicht auf die Masse der Bevölkerung abgewälzt werden! Erneuerbare Energien zu 100 % und Beendigung der Kohleverstromung sofort!

Danke an die Ortsgruppe Lübeck für die Organisation, Moderation, Gestaltung des Umzuges!

Suse/ Stralsund

 

Bericht zum 01.05.2021

Am 01.05.2021 gab es in Lübeck eine kämpferische und kulturvolle Kundgebung, die vom Internationalistischen Bündnis veranstaltet wurde.

Es nahmen verschiedene Organisationen teil. Der Jugendverband Rebell, der Frauenverband Courage, die MLPD und die Umweltgewerkschaft.

Jede Organisation war mit einem Beitrag vertreten.

Die Umweltgewerkschaft hatte das Thema "Umweltschutz und Schaffung von Arbeitsplätzen sind möglich".

Radikaler Umweltschutz würde Millionen von Arbeitsplätzen schaffen. Aber keine Maximalprofite. Daran haben die Konzerne keinerlei interesse - aber der Rest der Menschheit.

Wir brauchen eine befreite Gesellschaft jenseits der kapitalistischen Profitwirtschaft.

Bei der Veranstaltung waren 40 interessierte Zuhörer anwesend.

 

Die Bürgerinitiative BAESH vom Deponie-Standort Harrislee solidarisiert sich mit den Bürgerinnen und Bürgern Lübecks und den Menschen, die sich vor Ort gegen die Zwangszuweisung von radioaktiven Abfällen auf der Deponie Niemark einsetzen.

Gemeinsam streiten wir alle für gesundheits- und umweltverträgliche Alternativen zur 'Entsorgung' von radioaktiven Abfällen über die Abfallwirtschaft - nicht nur in Schleswig-Holstein, sondern bundesweit.

Wer wirklich Verantwortung für die strahlenden Hinterlassenschaften der Atomindustrie übernehmen will, sucht nicht den billigsten Weg, sondern den sichersten. Radioaktiver Müll gehört nicht in die Abfalltonne! 

Es ist nicht hinnehmbar, dass der Bevölkerung unter Anwendung von Zwangsmaßnahmen eine Erhöhung der Strahlenbelastung zugemutet wird, nur um den Atomkonzernen einen billigen Abriss zu bescheren. Es ist nicht hinnehmbar, dass nachkommende Generationen unkalkulierbare Risiken zugemutet werden sollen, die nicht rückgängig gemacht werden können. Es ist nicht hinnehmbar, das die Politik Vorsorge- und Verursacherprinzip abschafft und durch ihr Handeln gegen das Minimierungsgebot im Strahlenschutzgesetz verstößt.

Dort heißt es im Paragraphen 8, Absatz 2:

Wer eine Tätigkeit plant, ausübt oder ausüben lässt, ist verpflichtet, jede Exposition oder Kontamination von Mensch und Umwelt auch unterhalb der Grenzwerte so gering wie möglich zu halten.

Die Landesregierung sollte das ernst nehmen und endlich Verantwortung übernehmen. Ihr aktuelles Handeln ist das Gegenteil davon. Sie macht sich zum Handlanger der Atomwirtschaft.

Grüsse von der Flensburger Förde an die Lübecker Bucht.

Ein Beitrag von Prof. Dr. Rolf Bertram

  1. Vorab ein paar Fakten, die bei amtlichen Experten unzureichend bekannt sind oder zurückgehalten werden:

- Jede 'Freisetzung' von Radioaktivität beeinträchtigt die biologische Vielfalt und führt zu einem nicht kalkulierbaren Risiko für alle Zeiten.

- Die in den Verordnungen gewählten DOSISKOEFFIZIENTEN sind nur ein grobes Maß der tatsächlichen FOLGEWIRKUNGEN.

- Die amtlichen Grenz- und Richtwerte (z. B. Grenzwerte) beruhen auf unrealistischen Annahmen (keine dieser Annahmen berücksichtigen die tatsächliche Situation, z. B. nicht messbare Organ- und Teilkörperdosis, Einfluss auf teilungsfähige Zellen (Basalzellen).

  1. Eine Unterscheidung der Dosen auf den Organismus durch Inhalation, Ingestion, und Permeation ist bei unterschiedlicher räumlicher und zeitlicher Zufuhr der Aktivität völlig unzureichend. Eine Kontamination einzelner Personen ist nur über aufwendige wiederholte Inkorporationsmessungen durch Blut und Ausscheidung abschätzbar. Die effektive Kontamination - also die spezifische Kontamination - eines Körperteils oder eines Organteils (gemessen etwa in mSv) ist nicht möglich. Die bisher vorliegenden Rechenmodelle sind nur für große Kohorten, aber nicht für den Einzelfall verwendbar.

Die Verwendung der Begriffe 'schwachaktiv', 'mittelaktiv', 'hochaktiv' sind irreführend, genauso wie der Begriff 'Grenzwert'. Sie dienen der juristischen und politischen Rechtfertigung, wissenschaftlich sind sie nichtssagend und zur Einschätzung von Strahlenschäden unbrauchbar.

  1. Nun zur 'Freimesserei'

Es ist nicht möglich, durch chemische oder technische Verfahren freigesetzte Radioaktivität zu vermindern oder zu vernichten. Durch den Abriss findet eine nicht vertretbare Zunahme der Umweltradioaktivität statt. Denn durch das anfallende zerkleinerte, gereinigte und geschredderte Stückgut und die damit verursachte Oberflächenvergrößerung wird die eingeschlossene Radioaktivität verstärkt freigesetzt und findet sich wieder im Spülwasser, im Schleifstaub und in den abgelagerten Bruchstücken.

P1030006 2 UG Mitglieder beim Vortrag HL 6 2 21Über 80 Lübecker*innen trotzten am Nachmittag des 6. Februar Corona und der Kälte und protestierten auf dem Markt gegen die Zwangsverordnung des Kieler Umweltministers Albrecht. Im Dienste von Energiekonzernen will er 18.000t Abrissmüll aus Brunsbüttel auf den Hausmülldeponien Niemark und Johannistal billig entsorgen lassen.
Die Umweltgewerkschaftsgruppe Lübeck hatte zu der Protestkundgebung aufgerufen. Zwei Vertreterinnen wiesen zu Beginn nach, dass der sogenannte „Bauschutt“ Radioaktivität enthält. Zusätzlich zur ohnehin vorhandenen radioaktiven Strahlung in unserer Umwelt gefährdet er unsere Gesundheit und erhöht das Krebsrisiko. Die Einlagerung auf Hausmülldeponien bezeichnet Albrecht als „alternativlos“. Dabei werden sichere Alternativen wie der Einschluss vor Ort, die der BUND und die „internationalen Ärzte gegen den Atomkrieg“ (IPPNW) entwickelten, einfach vom Tisch gewischt.

Protestresolution der Kundgebung der Umweltgewerkschaft gegen Atommüll am 6.2.21 in Lübeck

Die 80 Teilnehmer*innen auf der Kundgebung am 6.2.21 auf dem Lübecker Marktplatz protestieren entschieden gegen die Zwangsverordnung des Kieler Umweltministers zur Deponierung von Atommüll auf den Hausmülldeponien Niemark und Johannistal. Auch wenn das Ministerium dies leugnet: Der Abrissmüll enthält Radioaktivität. Wir wissen, dass unsere Umwelt ohnehin radioaktiv belastet ist und daher sind wir gegen jede weitere Verbreitung von radioaktiven Stoffen, weil damit die Gesundheit von Mensch und Tier weiter gefährdet wird.
Wir sind ebenso gegen die Einlagerung des Abrissmülls auf allen anderen Hausmülldeponien und solidarisch mit allen Mitstreitern im Land.
Alle ernst zu nehmenden Vorschläge für eine sichere Lagerung des Abrissmülls wurden vom Ministerium vom Tisch gewischt. Wir treten ein für einen verantwortungsvollen
Umgang mit radioaktivem Abrissmüll und halten eine breite gesellschaftliche Debatte darüber für notwendig.

Diese Protesterklärung wurde einstimmig verabschiedet.

Bilder Ortsgruppe Lübeck

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