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Kontakt: Axel Korn, Ochsensteige 12/4, 89075 Ulm. E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Als Referenten konnten wir den Umweltaktivisten Samuel Bosch aus Ravensburg gewinnen. Samuel gehört der WaldbesetzerInnen- Gruppe im Altdorfer Wald an. Das dortige Ökosystem - vor allem das wertvolle, reine Trinkwasservorkommen, -wird bedroht durch den expansiven Sand- und Kiesabbau. Dieses Material wird für die Herstellung von Beton und anderen Baustoffen verwendet.
Samuels Vortrag war fundiert, und humorvoll-optimistisch. Es gab interessante Einblicke in das Leben auf Bäumen und in die Konflikte mit den Behörden. Und darüber hinaus tangierte er Zukunftsfragen, die uns als gesellschaftsverändernde Umweltbewegung ganz besonders auf den Nägeln brennen. Klar, dass sich wirklich alle Anwesenden an der anschließenden Diskussion beteiligten!
Über diese Fragen wurde sich ideenreich ausgetauscht:
Welche Ursachen treiben die klimafeindliche Zementwirtschaft wider jedes bessere Wissen an? Welche alternativen Baustoffe hätte die Menschheit zur Verfügung? Welche Wohnformen sind in einer nachhaltigen Zukunft denkbar? Muss eine Wirtschaft immer auf Profit und deshalb auf Wachstum, Wachstum, Wachstum orientiert sein?
Ein weiterer, lehrreicher Themenbereich waren die Formen des Widerstands im Altdorfer Wald. Überraschend war für uns die Verankerung des Widerstands in der Region: Viele EinwohnerInnen informieren sich und bringen etwas mit. Kinder und Jugendliche machen Klassenausflüge zu den Baumhäusern. Kletterkurse, Vorträge, Führungen und Konzerte werden angeboten. Ein Gradmesser der Verankerung ist das Wahlergebnis bei der OB-Wahl in Ravensburg am 8. März. Bosch kandidierte und erhielt 8,1% der Stimmen. Respekt!
Wir hätten uns noch mehr Interessierte gewünscht! Dennoch war die Veranstaltung gelungen und hat sich sogar sogar finanziell getragen, inklusive eines Referentenhonorars.
BesucherInnen der Besetzung im Altdorfer Wald willkommen! (Haltestelle Vogt/Grund im Wald, Wolfegg)
Mehr Infos: https://alti-bleibt.de/

Forderungen an die Bauindustrie und Kommunen
Sanierung und Umbau vor Abriss!
Kreislaufgerechte Wiederverwendung von ganzen Bauteilen (Urban Mining, Gebäude als Materialbanken), Design for reuse
Holzbasierte Materialien (bis 80m Höhe möglich)
Neue Baustoffe: Hanfbeton, Mycel
Keine Verbrennung von Plastikabfällen in Zementwerken! Dekarbonisierung
Mehr Infos: https://bauwende.de/
Wohnungspolitik:
Sozialer Wohnungsbau - erschwingliche Mieten!
Schluss mit Spekulation im Wohnungsbau!
Unsoziale Wohnungsgesellschaften enteigen!
Leerstände bewohnen!
Rezension der Broschüre:
Sand- &Kies-Extraktivismus im Altdorfer Wald. Widerstand für eine Bauwende. (Oktober 2025) - Die Broschüre ist auch bei der UG Ulm erhältlich!
Am Umweltaktionstag verschiedener Ulmer Gruppen am 15.11.2025 boten wir an unserem Info-Tisch auch eure grüne Broschüre an. Unsere Ravensburger Freunde brachten sie von einem Besuch eurer Waldbesetzung mit. Bekanntlich wird der Altdorfer Wald für Kiesabbau gerodet. Kies= Beton= Bauindustrie.
Ich habe eure Broschüre gelesen. Sie beschreibt den Nutzen des Waldes für den Menschen. Sie setzt sich kritisch mit der Holzgewinnung auseinander. Sie erklärt die Bedeutung der Gewässer für Artenvielfalt und den Menschen. Die Darstellung dieser Zusammenhänge ist sehr lehrreich!
Im Fokus steht der Kiesabbau bzw. „Kiesraub“: Wie er abläuft, wie Kies gehandelt wird, wie sich die Behörden in den Dienst des profitablen Geschäftes stellen. Das ist alles sehr informativ, auch für über eure Region hinaus! Bemerkenswert ist dann aber, wie ihr eure Wald-Aktionen in den Zusammenhang mit der notwendigen Bauwende stellt!

Wie die Verkehrswende (Elektrifizierung der Mobilität , Ausbau des ÖPNV usw.) muss auch das Umdenken bei der Bauwende mehr in den Fokus rücken, vor allem wegen der klimaschädlichen Zementproduktion. Aber nicht allein deshalb. Hier geht die Broschüre ganzheitlich und perspektivisch an das Thema ran: Schluss mit dem Bau von „Wegwerfwohnungen“, die nur 70 Jahre halten! Mehr renovieren statt abreißen! Für Bedürfnisse, nicht für Profite bauen! Kreislaufwirtschaft und schonender Umgang mit unseren Ressourcen! Rettung unserer natürlichen Existenzgrundlagen!
Konsequenterweise greift die Broschüre die kapitalistische Wirtschaftsweise an. Dagegen sei letztlich der aktive Widerstand erforderlich. Weil sich das Neue und Vernünftige sonst nicht durchsetzt. Eure Baumbesetzergruppen haben die Sympathie großer Teile der Bevölkerung gewonnen. Das ist wichtig. Notwendig ist aber auch, die Arbeiterbewegung für die Bauwende und weitere Umwelt-, bzw. Klimafragen zu gewinnen. Sie hätte die größte Durchsetzungskraft, wegen ihrer Rolle in der industriellen Produktion, rnationalen Vernetzung auch weil sie direkt die Profite „schafft“.
Ihr schreibt als Fazit, wie unglaublich wichtig es sei, „die Verbindung zwischen lokal und global herzustellen“. Bitte setzt euch deshalb mit dem Internationalen Umweltratschlag (IEC2026) auseinander. Ein Forum oder Workshop zum Thema „Bauwende“ – ausgehend von euren Erfahrungen und im Austausch mit ähnlichen Initiativen- wäre eine große, notwendige Bereicherung. Wir werden für eure Broschüre werben! https://alti-bleibt.de/https://wald-statt-asphalt.net/altdorfer-wald-bleibt/
Der Wiener Publizist und Umweltaktivist Alexander Behr war zu Gast in den Roxy - Hallen. Anlass: Das alle zwei Jahre stattfindende Allerweltsforum - zu dem Ulmer Gruppen eingeladen sind, die zum Thema Umwelt, Frieden, Nachhaltigkeit usw. arbeiten. Die Umweltgewerkschaft Ulm ist jedesmal dabei, diesmal um Mitstreiter:innen für die Vorbereitung des Internationalen Umweltratschlags zu gewinnen.
Alexander Behr stellte sein neues Buch "Globale Solidarität: Wie wir die imperiale Lebensweise überwinden und die sozial-ökologische Transformation umsetzen. Gemeinsam gegen die Krise und eine gerechte Welt für Mensch und Ökosysteme". Der Vortrag war inspirierend und regte anschließend eine breite Diskussion an.
Seine 10 Thesen für den Abend fanden große Zustimmung. Aber zentrale Begriffe in den Thesen (sein Buch kennen wir noch nicht) enthalten eine Unschärfe, die zu falschen Vorstellungen führen. Da sind wir in der Umweltgewerkschaft und in unseren Publikationen schon weiter. Die "imperiale Lebensweise" suggeriert, dass "wir alle" uns verändern müssen. Welche Wirtschaftsweise ist die Ursachen und wer sind unsere Hauptgegner? Die "sozial-ökonomische
Transformation" suggeriert, dass der Weg eines "Green Deal" (EU) oder dass "Vereinbarkeit von Ökologie und Ökonomie" (vor allem grüner Poltiker:innen) möglich sei! Dieser Weg scheitert doch gerade überall! - Das sind aber wichtige Fragen einer Strategiedebatte der Umweltbewegung .
Unsere Gruppe hätte zur Diskussion noch mehr beitragen können, wenn wir uns darauf vorbereitet hätten. Immerhin wurde eingebracht, dass bei all den gleichzeitigen heutigen Problemen ein Hauptgegner auszumachen ist, nämlich die Profitwirtschaft und namentlich eine kleine Gruppe extrem mächtiger Konzerne und Banken. Und Politik und Medien würden alles tun, um diese Herrschaft zu schützen.
So weit zu seinen Thesen - ob das Buch mehr Klarheit bringt?
An unserem Infostand machte den größten Umsatz eine Kollegin mit ihren selbstgestrickten Wollsocken zugunsten des "Gaza soll leben" - Projekts. Eine tolle Initiative! Aber auch unser Broschürenverkauf - zugunsten des IEC 2026 - brachte 22,- € ein. (Foto: 1 UG Ulm 2. Ulmer Netz)
Es war eine gemeinsame Aktion von 10 Gruppen unter der Moderation des Ulmer Interbündnisses, wo wir mitarbeiten. Von den der lokalen Gruppen, die wir angeschrieben haben, und gerne dabei gehabt hätten, entschuldigten sich zwei wegen anderweitiger Verpflichtungen.
Unser Umweltgewerkschafts-Stand und unser Transparent mitten im Passantenstrom am Einstein-Denkmal waren weithin sichtbar.

In unserer Rede ging es um das diesjährige Motto "Für Frieden, Umwelt und gegen Faschismus". Auszüge:
"Jeder spürt es: Die Menschheit befindet sich heute in einer besonders bedrohlichen Situation befindet. Faschistische Regierungen, wie Trump, Netanjahu, Orban, Putin, Erdogan, leugnen nicht nur die Klimakrise, sie streichen auch alle Mittel für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit und setzen weiterhin auf die noch gewinnträchtigen fossilen Brennstoffe. Nicht nur das. Sie führen auch Kriege, siehe den Genozid in Gaza, und den Angriffskrieg gegen die Ukraine. Und sie treiben eine massive Aufrüstung voran. Die Gefahr eines Weltkriegs verschärft sich." Und weiter:
"Mit jeder Waffenlieferung und jedem Abfeuern dieser Waffen wird die globale Umweltkatastrophe beschleunigt. Das Militär hat einen horrenden Anteil an Treibhausgasemissionen. Und schon mal was von Ökozid gehört? Ökozid ist, wenn in einem Krieg nicht nur gegnerische Truppen bekämpft werden, sondern darüber hinaus die gesamten Lebensgrundlagen systematisch zerstört werden: Böden, Grundwasser, Pflanzen, Nutztiere, Energie- und Abwassersysteme, ja selbst die Luft zum Atmen wird durch verseuchten Trümmerschutt aus M
illionen Granatexplosionen und Bränden mit jedem Windstoß lebensgefährlich. Genau das ist die Situation in Gaza. Aber Gaza soll leben. Deshalb haben wir die Solidarität mit der palästinensischen Bevölkerung in unseren Weltklimatag-Aufruf mit aufgenommen." 
Das Offene Mikrofon war die zwei Stunden pausenlos im Einsatz. Bestimmt über ein Dutzend Beiträge, und einige der vorbereiteten Reden konnten nicht mehr gehalten werden. Die UG-Gruppe aus Ravensburg unterstützt die Waldbesetzer im Altdorfer Wald. Dort will eine Baufirma den Kies unter dem Waldboden profitabel in die Schweiz verkaufen. Diese Broschüre ist neu erschienen und kann auch über uns bestellt werden. Die "Rotfüchse" waren auch dort gewesen und erklärten uns die Bedeutung des Waldes.
Ein junger Geflüchteter wies auf die Bedeutung von Blühwiesen und warum der Mensch die Insekten braucht. Kinder der Gruppe "Rotfüchse" erklärten die Bedeutung des Waldes. Ein Oststadtbewohner berichtete vom Austrocknen der Grünflächen. Gewinner und Stürme brechen Äste ab, die wiederum die Keimlinge neuer Pflanzen zerstören. Eine Gaza-Solidaritätsgruppe sammelte 160,00 Euro für ein neues Gesundheitszentrum.
Nebenher suchten wir das Gespräch vorwiegend mit jüngeren Menschen. Für unsere Vorbereitungsgruppe des Internationalen Umweltratschlags 2026 haben wir fünf Interessenten gewonnen und 40,00 Euro eingenommen.
Wir sind auf die gemeinsame Aktion stolz.

Liebe Umwelt-Aktive! (Dieses Schreiben ging an Klimanetz Ulm, FFF, Widerstandsgruppe, Linke, MLPD, Rebell, IB, Greenprace, ÖDP, Tierschutzpartei, Naurfreunde, Friedenswerkstatt und weitere Adressen von Umweltengagierten)
Die Treibhausgaskonzentration erreicht immer neue Rekordhöhen (laut WMO von 2023 auf 2024 um 3,5 ppm auf jetzt 423,9 ppm). Die Klimapolitik vertuscht ihr Scheitern mit Vertröstungen wie „das 1,5 Grad Ziel muss in Reichweite bleiben“ (EU- Ursula von der Leyen). Wir lassen uns nicht für dumm verkaufen! Drastische Senkungen der Treibhausgas-Emissionen sind jetzt nötig!
Statt die Hauptverursacher und Profiteure der begonnenen Klimakatastrophe zur Kasse zu bitten, werden die Kosten auf die Bevölkerung abgewälzt, ob mit roter, schwarzer oder grüner Regierungsbeteiligung. Das bildet einen Nährboden für die AfD. International wächst die faschistische Gefahr. Ihr Ziel ist diktatorisches Durchregieren ohne Rücksicht auf die natürliche Existenzgrundlage der Menschheit. Hunderte Milliarden werden dagegen für Aufrüstung und Kriegsvorbereitung ausgegeben.
Jeder Krieg ist auch ein Ökozid – aktuell zeigt das die regionale Umweltkatastrophe in Gaza. 37 Millionen Tonnen Trümmer liegen dort, verseucht mit Asbest, Chemikalien und Schwermetallen. Zwei Drittel der Ackerflächen sind zerstört, das Wasser blockiert, siebzig Prozent der Bäume entwurzelt. (Quelle: Etos Media).
Die COP 30 in Belém vom 10.-21.11.2025 ist auch Anlass für einen Gegengipfel in Brasilien und Proteste in vielen Städten – und wir wollen uns diesem Widerstand auch in Ulm anschließen! Mit einem Weltklima-Aktionstag am 15.11.25. Vorsorglich ist eine Kundgebung/Demonstration um 15 Uhr auf dem Hans- (neu:) in der Bahnhofstraße / Einsteindenkmal /Sedelhöfe angemeldet. Alle können mit Infotisch, Rede- und Kulturbeiträgen teilnehmen (auf antifaschistischer Grundlage). Wir laden euch Umweltaktive aus Initiativen und Parteien der Region dazu ein. Gebt es gerne weiter.
Lasst uns auf einem Vorbereitungstreffen einvernehmlich beraten: Prinzipien der Zusammenarbeit, Erscheinungsbild, Sharepic usw.. Ort und Zeit: Dienstag, 28.Oktober, 18.30 Uhr Vereinsheim Tohum, Bleichstraße 1.
Hinweis: Fridays For Future Ulm organisiert anlässlich der COP 30 am 14.11. um 17 Uhr ab Münsterplatz einen Laternenumzug für Klimagerechtigkeit.
Wie ordnet sich der Internationale Umweltratschlag 2026 in die aktuelle Lage ein?
Die Flutkatastrophe in Texas forderte 110 Tote und 173 Menschen werden noch vermisst. Vorangegangen war ein Extremwetterereignis: Starkregen mit 300 Liter auf den Quadratmeter führte zu einem Anstieg des Guadalupe innerhalb von 45 Minuten um 8 Meter. Und das in der Nacht.
Dazu kommt das Versagen der Behörden. Zum einen die Entlassung hunderter Meteorologen durch das DOGE-Programm von Trump und Elon Musk. Es gab keine Vorwarnung, die Stelle für die lokale Wetterwarnung war vakant. Zum anderen lag das Kindercamp (ein Drittel der Todesopfer waren Kinder) in einem Gebiet mit bekanntem Überschwemmungsrisiko!
An diesem Ereignis ansetzend diskutierten wir: Solche Extremwetterereignisse sind mit der begonnenen globalen Umweltkatastrophe immer häufiger zu erwarten. Das verlangt inzwischen eine koordinierte, internationale Widerstandsfront. Sie muss die Hauptverursacher ins Visier nehmen und Kämpfe organisieren. Es handelt sich inzwischen um eine Existenzfrage der Menschheit.
Ein Schritt in diese Richtung ist der internationale Umweltratschlag (International Environmental Council) im kommenden Jahr. Eine Koordinierungsgruppe, gebildet auf der Umweltstrategiekonferenz in Potsdam, hat mit den Vorbereitungen begonnen.
Welchen Beitrag kann unsere Ulmer Gruppe dafür leisten?
Alle Anwesenden begrüßten das Projekt. Die Vorschläge waren:
- Die Patenschaft für eine ausländische Teilnehmergruppe übernehmen (Kennenlernen, Austausch...)
- Für die Reisekosten in Ulm Spenden sammeln und über den Charakter des Ratschlags in die Öffentlichkeit gehen
- Das Projekt bei Umweltaktivistis der Region vorstellen mit dem Ziel, dass sie als Einzelpersonen oder als Gruppe am Ratschlag teilnehmen
- Den Ratschlag zunehmend ins Bewusstsein der Region rücken (Infostände, Social Media, Pressemitteilungen, neue MitstreiterInnen gewinnen)
- Am Veranstaltungsort praktische Unterstützung anbieten wie Gästebetreuung, Fahrdienste usw.
Wir sind sicher dass die Vorschläge allmählich konkretere Gestalt annehmen werden. Ein Anfang ist gemacht. Ab jetzt ist Überzeugungsarbeit gefragt, denn die meisten Umweltaktiven beschränken sich auf "lokal handeln" - was okay ist, aber absolut nicht ausreicht.
Zu einer solchen "Sponge-City" entwickelt sich Kopenhagen. "2011 verloren viele Menschen nach einer Überschwemmungskatastrope ihr Hab und Gut. Die Stadtverwaltung reagierte vorausblickend. Ein ganzer Park wurde tiefergelegt und kann große Niederschlagsmengen aufnehmen. Bis zu 23 Millionen Liter Regenwasser ganzer Stadtviertel werden in unterirdischen Bassins aufgefangen und allmählich für Bewässerung und Straßenreinigung verwendet. Durch die begonnene globale Umweltkatastrophe sind Extremwetterlagen und perspektivisch Trinkwasserknappheit zu erwarten. Bund, Länder und Kommunen auch in Deutschland müssen sich darauf einstellen und die Daseinsvorsorge der nächsten Generationen ernstnehmen! Denn bestimmte Bereiche der Umweltkatastrope sind bereits irreversibel eingeleitet. Dort wo es noch nicht so weit ist, muss der Kampf intensiviert werden, nicht noch mehr Treibhausgase in die Atmosphäre abzugeben bzw. ihr sogar zu entziehen.
Also ist Wassermanagement das Gebot der Stunde! DieTatsache ist dabei unterbelichtet, dass die profitorientierte Wirtschaft drei Viertel des gesamten Wasservorkommens verbraucht. Uwe Ritzer, "Zwischen Dürre und Flut" recherchierte, dass viele Firmen über eigene Brunnen verfügen. Sie holen das Allgemeingut Wasser aus dem Boden und verwenden es kostenlos. Das gilt auch für Landwirte, sie bekommen ein Kontingent Wasser zugewiesen, aber aus Personalmangel wird das kaum kontrolliert.


Der Konzern RWE ist zusammen mit der LEAG (Braunkohle-Tageabbau in der Lausitz) mit jeweils 500 Millionen Kubikmetern jährlich Spitzenreiter. Das ist jeweils so viel wie eine 10 Millionenstadt braucht. Oder die Wasserpolitik von Tesla in Grünheide.
Von Bund, Ländern und Kommunen müssen wir fordern dass die Wasserreserven als Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge nachhaltig gemanagt werden.
In Ulm versorgt sich die Brauerei Gold Ochsen über einen "eigenen" Brunnen. Für 1 Liter Bier sind 3 bis 4 Liter Wasser (inklusive Maschinen) nötig. Bei ihrem Jahresumsatz sind das 210 Millionen Liter Grundwasser. Das entspricht dem (individuellen) Bedarf 4500 Einwohnern. Der 234 m tiefe Brunnen ist artesisch (unter Druck stehend) und hat eine sehr langsame Neubildung (Jahrzehnte bis Jahrtausend). Gibt es ein hydrogeologisches Gutachten? Gibt es ein Monitoringprogramm? Das bleibt ein Geheimnis des Regierungspräsidiums...
In Ulm ist das Thema Wassermanagement noch sehr unterentwickelt. Sowohl seitens der Stadt wie auch der Einwohnerschaft, mit Ausnahme der Klimaliste Ulm in ihrem Kommunalwahlprogramm. Das wollen wir ändern.
Wie ein Schwamm müssen die Oberflächen unserer Stadt große Wasser aufnehmen und langsam sinnvoll abgeben können. Es kann nicht sein, dass nach Extremniederschlägen alles über die Kanalisation der Donau zugeführt wird und dann in Trockenperioden Wasser gespart werden muss. Wir rufen dazu auf, Ideen zu entwickeln und auch Forderungen an die Behörden zu stellen.
Beispiele bisher sind:
Alle nicht unbedingt erforderlichen Beton- und Asphaltoberflächen entsiegeln! Regen muss aufgefangen und sinnvoll verwendet werden (Grünanlagenbewässerung, Stadtreinigung ...)! Dachbegrünung / Solargründächer fördern (10 cm Erde reichen für pflegeleiche, wasserspeicherne Dickblattgewächse) Regenwassermanagement fürgeplante Wohnanlagen! Umstellung auf resistentere Bäume wie Silberlinen, Platanen und neue Ahornsorten.
Förderung einer Urban-Gardening-Bewegung. Neupflanzung von Hunderten neuer Bäume in der Stadt mit größeren Baumgruben!
Die Vorschläge könnten in einer Grünen Charta für Ulm als Programm und Selbstverpflichtung zusammengefasst werden.
Nächstes offenes Treffen: Mo 7.7. 18 Uhr draußen am Cafe Einstein (Kornhausplatz) oder bei schlechtem Wetter in einer Sitzecke in der Volkshochschule.
