Bild: Rhein bei Bonn (Wikimedia Commons Sir James) 
Die Gewässer im Alb-Donau-Kreis führen zu wenig Wasser, der Pegelstand des Bodensees, eine Trinkwasserquelle für Millionen, lag im Februar knapp oberhalb des historischen Tiefstwerts. Geringer Schneefall in den Alpen und zurückgehende Gletscher durch die Klimaerwärmung sind die Ursache. Doch betrachten wir das genauer:
In unserer 14-tägigen Diskussionsgruppe zum Buch „Die globale Klimakatastrophe hat begonnen“ waren die Trinkwasser-Kreisläufe unser Thema. 3,6 Mio. Menschen müssen ohne sauberes Wasser oder hygienische Sanitäreinrichtungen (UN-Weltwasserbericht).
In den Ländern der Sahel-Zone ist die Trinkwasserkatastrophe bereits dauerhaft und wird sich verschärfen. Die Wasserkrise nähert sich aber auch den Industrieländern der „gemäßigten“ Klimazonen: Wasserreserven sanken in Deutschland in 20 Jahren um 8,6 %, jedes fünfte Wasserwerk hat Engpässe, um das Grundwasser ganz aufzufüllen müsste es 1,5 Jahre durchregnen (ZDF 23.6.2023 und 2.7.23)
Im Schnitt nutzt jede Person, also rechnerisch auch in Ulm, 126 Liter Trinkwasser zum Kochen, Waschen etc. Für die Herstellung von Lebensmitteln, Bekleidung und anderen Bedarfsgütern wird dagegen so viel Wasser verwendet, dass es 7.200 Litern pro Person und Tag entspricht (Umweltbundesamt).
Unser Trinkwasser stammt zu 70 % aus dem Grundwasser. Dessen Spiegel sinkt seit Jahrzehnten infolge des gestörten natürlichen Wasserkreislaufs in der begonnenen globalen Umweltkatastrophe:
Die Erwärmung der Atmosphäre: Ein Grad mehr bedeutet, dass die Luft 7% mehr Wasser aufnimmt. Die höhere Luftfeuchtigkeit bringt mehr Niederschläge, immer häufiger in extremen Mengen. Statt allmählich ins Grundwasser zu versickern, fließen sie über Kanalisation, Bäche und Flüsse ab. Das sind keine „natürlichen Schwankungen“, wie die AfD behauptet. Die zunehmende Versiegelung der Landschaft verstärkt dies. Wir fordern eine Entsiegelung, sowie die Anwendung des „Schwammstadt“-Konzepts. Die ungeregelte Entnahme von Trinkwasser durch Bergbau, Industrie und Landwirtschaft muss beendet werden. Sie zahlen dafür nur einen Bruchteil von dem, was Einwohner an Wassergebühr bezahlen, teilweise sogar gar nichts. Wir fordern ein Wassermanagement, das sich am Gemeinwohl und nicht an der Profitwirtschaft orientiert! Wasserreservoire, Wiederverwendung von „Grauwasser“.
Hinzu kommt die Gefährdung der Qualität des Trinkwassers: Die Abwässer der Kommunen enthalten Hormone, Weichmacher, Antibiotika, Lösungsmittel, Schwermetalle und Nitrat. Ulm hat zum Glück im Klärwerk Steinhäule eine 4. Klärstufe, die einen Großteil herausfiltert. Wir fordern: Die 4. Klärstufe muss überall zum Standard werden!
Auch wenn am Ende sauberes Abwasser in Gewässer zurückfließt, bedroht es durch den geringeren Sauerstoffgehalt die dortigen Fische, Kleinlebewesen und Wasserpflanzen.
Nächstes Treffen Montag, 23.6. 18 Uhr Alberts Cafe (vh) (bei schlechtem Wetter in einer Sitzecke der Volkshochschule)
Thema Ulm muss „Schwammstadt“ werden: Regenwasser-Management! Dach- und Fassadenbegrünung! Mehr Bäume und Grünflächen! Entsiegelung! Donau und Blau in kühlende und erlebbare Erholungsgebiete einbetten! Bringt eure Ideen ein.
