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Pressemitteilung

Berlin 22.4. Kein Fracking in Niedersachsen – keine Erdgasförderung in der Nähe zum Wattenmeer!

 

Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern, sagte am 10.4. über die Funke Mediengruppe, er wünsche sich „Fracking ergebnisoffen zu prüfen“. Warum sollte es eine erneute Prüfung des Frackings geben?

Erdgasförderung, besonders das Fracking, ist und bleibt mit hohen Kosten und hohen Risiken verbunden.Das Trinkwasser wird verunreinigt, die Gesundheitsgefährdung für die umliegender Bevölkerung ist hoch, die Erdbebengefahr wächst.

Am 20.4. einigte sich das niedersächsische Wirtschaftsministerium und das niederländische Unternehmen One-Dyas, auf Eckpunkte für die Erdgasförderung unter deutschen Hoheitsgewässern in der Nordsee gegenüber Borkum. Noch in 2021 wurde das Vorhaben verworfen, da die Nähe zum Wattenmeer eine enorme Gefährdung für dieses einzigartige Ökosystem bedeutet. Doch am 20.4. behauptet Bernd Althusmann (CDU), dass „nach seiner Einschätzung keine Umweltgefährdung bestehe“.1 Warum wird eine in 2021 bereits festgestellte Umweltgefährdung, vor der die Inselgemeinden sowie viele Biologen warnen, auf einmal für nicht existent erklärt?

Was genau wird passieren? Ca. 20 km vor Borkum soll eine Gasförderplattform im Wattenmeer der Niederlande errichtet werden. Eigentlich wollten die Niederlande nach dem Erdbeben in Groningen aus der Gasförderung aussteigen!2 Bislang liefern die Niederlande ca. 30 % des benötigten Gases für den deutschen Markt. Mit dem Krieg in der Ukraine, dem Vorhaben des Gaslieferungsstopps aus Russland, bislang ca. 50 %, rentieren sich solche Investitionen aber wieder. Der „kosmos Naturführer“ „Das Watt“ schätze bereits 1990 ein: „Kurzsichtige wirtschaftliche Interessen beugen noch immer langfristig notwendiges Denken und Handeln in der Umweltpolitik.“3 Anstatt die Chance des Ausstieges aus der Energiegewinnung aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe zu nutzen und die dezentralisierte Erneuerbare Energiegewinnung zu fördern, setzt man wieder auf den schnellen Profit durch den Verkauf von Erdgas, dessen Marktpreise derzeit auf Grund der globalen politischen und wirtschaftlichen Situationen steigen. Die baulichen Maßnahmen im Wattenmeer und an deren Rand werden genauso schädigend auf das Ökosystem wirken, wie die spätere Förderung!

Die Veränderung der Haltung von Söder und Althusmann entspringt offensichtlich dem angeblichen Sachzwang, aufgrund des Ukraine- Krieges eigenes Erdgas zu fördern. Mutwillig gefährden sie mit ihren Vorstößen das sowieso schon gefährdete Ökosystem in Deutschland und provozieren neue regionale Umweltkatastrophen.

Dass aufgrund des Krieges nun bestehenden Umweltschutzauflagen rücksichtslos über Bord geworfen werden, dagegen protestieren wir aufs Schärfste! Wir verurteilen diese umweltfeindlichen Vorstöße, die auch noch als Friedensmission ausgegeben werden.

Genau diese mutwillige Herbeiführung durch die Hauptverursacher der drohenden Umweltkatastrophe ist es, die unseren energischen aktiven Widerstand gegen die Hauptverursacher in Banken, Konzernen und Regierung nötig macht.

Das alles sind gute Gründe, warum eine neu enstehende Friedensbewegung von uns mit allen Kräften unterstützt wird.

Die Erde vor dem Kollaps retten!

 

Das Ökosystem Wattenmeer in der Nordsee

Als Watt bezeichnet man das Wechselflutgebiet (oder Auftauchgebiet) zwischen Hochwasser- und Niedrigwasserlinie in Gezeitenzonen, also Zonen mit Ebbe und Flut, d.h., periodisch fällt der Meeresboden trocken und wird dann wieder überflutet. Der Meeresboden kann dabei aus Hartgestein bestehen (Helgoländer Felsenwatt) oder wenig verfestigte Sand- und Schlickablagerungen, dem Weichbodenwatt. Das Wattenmeer ist der Flachwasserraum über dem Wattboden. Wattrinnen, sogenannte Priele, durchziehen die verschiedenen Wattzonen. In ihnen fließt das Wasser bei Ebbe ab. Andere, die u.a. das Süßwasser aus dem Festland abführen, sind so tief, dass sie als Schifffahrtswege genutzt werden.

Tier und Pflanzenwelt sind an die Gezeiten angepasst. Es ist ein einzigartiges Ökosystem, immer in Bewegung! Es ist ein Übergangsbereich, ein besonderer Lebensraum zwischen der Nordsee und dem Festland, der wiederum in seinen einzelnen Zonen viele besondere Lebensräume beherbergt. Drei Nationen teilen sich das Wattengebiet an der Küste der südlichen Nordsee. Die Niederlande, die BRD und Dänemark.

Von der Insel Borkum, an der Grenze zu den Niederlanden bis hin zum Nordzipfel der Insel Sylt an der Grenze zu Dänemark, bestimmen durchgehend, nur unterbrochen von den internationalen Seeschiffahrtswegen zu den Nordseehäfen, die Nationalparks des Wattenmeeres der Bundesländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein, sowie Hamburg, das Bild der Nordseeküste der BRD.

1 www.butenundbinnen.de/nachrichten/einigung-erdgasfoerderung-borkum-11.html

2 Deutschlandfunk 23.4.22

3 Kosmos Naturführer „Das Watt“ Klaus Jahnke und Bruno P.Kremer S.114

Aktiv gegen Weltkriegsgefahr UG Plakat2022 DIN A4 210x294

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